Vollgas – Rock & Realtalk: What the Fuck: GEBOREN FÜR DIE EWIGKEIT
Rockwasser wird 22 Jahre alt. Andere Bands zerbrechen in der Zeit an Streamingzahlen, Social Media oder ihrem eigenen Größenwahn. Rockwasser sitzt lieber mit Bier im Proberaum, schleppt ihre Boxen selbst und regt sich berechtigterweise darüber auf, dass Leute kostenlose CDs scheiße finden. Genau deshalb funktioniert diese Band wahrscheinlich heute noch.
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Rockwasser redet Klartext über GEBOREN FÜR DIE EWIGKEIT
Im Podcast mit Jogi wird schnell klar, warum Rockwasser nie diese geschniegelt durchgeplante Musikindustrie Nummer geworden ist. Die Jungs machen ihre Musik immer noch so, wie sie Bock haben. Lange Intros, ehrliche Songs, kein TikTok Müll nach drei Sekunden und kein künstlich reingedrücktes Feature mit irgendeinem Szene Namen nur für Klickzahlen. Während heute viele Bands Songs für Algorithmen schreiben, macht Rockwasser einfach weiter ihr Ding. Vielleicht genau deshalb stehen nach zwanzig Jahren immer noch Leute vor der Bühne.
Richtig gut wird das Gespräch immer dann, wenn Jogi aus den Anfangstagen erzählt. Erstes Album. Kleines Studio. Mikrowellenburger. Toast. Bier ohne Ende. Irgendwann hing er kotzend aus dem Fenster und wurde trotzdem ans Mikro gezerrt, um den Song einzusingen. Fertig war die Nummer. Keine zehn Produzenten, keine hundert Spuren, kein Gelaber. Einfach machen.

Wer Rockwasser will, bekommt auch Rockwasser
Überhaupt zieht sich diese Haltung komplett durch das Gespräch. Rockwasser wirkt nicht wie eine Band, die irgendwem noch etwas beweisen muss. Die weiß genau, wo sie steht. Zehn Konzerte im Jahr. Vieles selbst organisiert, eigenes Label, eigene Produktion und eigener Merch. Und trotzdem keine Spur von diesem verbitterten Szene Gequatsche, das man heute überall hört.
Stattdessen rechnet Jogi lieber mit dem ganzen kaputten Konzertzirkus ab. Festivals schießen aus dem Boden wie schlechte Tattoos auf Malle und die Hälfte davon sagt vorher wieder ab, sobald der Vorverkauf nicht läuft. Früher wäre das ein Totalschaden gewesen. Heute scheint das normal zu sein. Genau das kotzt ihn an. Dieses halbherzige Veranstalter Gehabe, bei dem jeder denkt, ein Festival wäre ein Selbstläufer, nur weil man ein paar Bands auf ein Plakat schreibt, bei der sich schon beim ersten Blick erahnen lässt, wo die Reise hingeht.
Streaming, Konzerte und Emotion
Auch beim Thema Streaming wird es deutlich. Hunderttausend monatliche Hörer klingen erstmal nach richtig Geld. Die Wahrheit sieht anders aus. Bei Rockwasser wurde über Jahre praktisch alles wieder in die Band gesteckt. Videos, Studio, Vinyl, Shirts, Produktion. Ausgezahlt wurde sich laut Jogi in zweiundzwanzig Jahren praktisch nichts. Und trotzdem klingt da keine Resignation durch. Eher dieses ehrliche „Scheiß drauf, wir machen weiter“. Vielleicht ist genau das der Unterschied zu vielen anderen Bands geworden. Rockwasser will nicht geschniegelt auf Krampf groß wirken. Die Jungs wollen Konzerte spielen, Bier trinken und am Ende des Abends mit Leuten quatschen, die wegen der Musik gekommen sind. Oder wie Jogi selbst sagt: Handy weg. Konzert genießen. Nicht alles filmen wie ein Idiot. Einfach mal den Moment erleben. Genau darum geht’s eigentlich immer noch.
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Mitglied im Bundesverband deutscher Pressefotografen (bdp)
Gründete 2017 das Magazin und begann eine ganz neue, "musikalische" Reise durch die rauen Landschaften von Musik, Veranstaltungen und Print- und Online-Medien.









