Supportbands sind keine Wartezeit – sie gehören zum Erlebnis
Mal ehrlich, wie oft habt ihr euch schon gedacht: „Der Headliner beginnt erst um 21 Uhr, da reicht es locker, wenn wir später losfahren.“ Noch schnell essen, unterwegs ein Bier holen und pünktlich zum Hauptact in der Halle sein. Verständlich, aber genau so verpasst man oft die größte Überraschung des ganzen Abends. Warum ihr endlich früher zu Konzerten kommen solltet, erfahrt ihr jetzt und hier.
Supportbands haben keinen einfachen Job. Die Halle ist noch nicht voll, viele stehen an der Bar oder unterhalten sich, während auf der Bühne bereits alles gegeben wird. Dazu kommen weniger Spielzeit, weniger Licht und meistens auch deutlich weniger Aufmerksamkeit. Trotzdem müssen sie innerhalb weniger Minuten ein Publikum überzeugen, das eigentlich wegen einer anderen Band gekommen ist. Genau deshalb verdienen Supportbands auch deutlich mehr Respekt, als sie oft bekommen.

Jeder Act ist wichtig
Wir erleben bei unseren Konzertbesuchen immer wieder, wie wichtig ein starkes Vorprogramm für einen gelungenen Abend ist. Ein perfektes Beispiel war Heaven Shall Burn in München. Mit Frozen Soul, The Black Dahlia Murder und The Halo Effect stand dort ein Tourpaket auf der Bühne, das locker als eigenes Mini-Festival hätte durchgehen können. Jede Band brachte ihren eigenen Stil mit und sorgte dafür, dass die Stimmung Stück für Stück angeheizt wurde. Als Heaven Shall Burn schließlich die Bühne betrat, war das Publikum längst auf Betriebstemperatur. Wer erst zum Headliner erschienen ist, hat an diesem Abend nicht einfach nur drei Supportbands verpasst, sondern einen erheblichen Teil des gesamten Konzerterlebnisses.
Aber nicht nur große Touren leben von starken Vorbands. Auch in kleinen Clubs entstehen oft die schönsten Überraschungen. Beim Konzert von Focus. im Nürnberger Hirsch zeigten Müde und DAMNAGE, wie viel Energie bereits in den ersten Minuten eines Konzertabends stecken kann. Keine riesige Produktion, keine aufwendigen Effekte, sondern einfach ehrliche Livemusik und Bands, die jede Minute auf der Bühne nutzen. Und genau dort entdeckt man häufig seine nächste Lieblingsband.

Kommt euch vielleicht bekannt vor
Jeder von uns kennt diesen Moment: Nach drei Songs greift man plötzlich zum Handy, sucht den Bandnamen bei Spotify oder steht nach dem Konzert am Merchstand. Nicht, weil man die Band vorher kannte, sondern weil sie einen der Support völlig unerwartet überzeugt hat. Natürlich funktioniert das nicht jeden Abend. Nicht jede Vorband trifft den eigenen Geschmack und manchmal passt das Gesamtpaket einfach nicht zusammen. Das gehört dazu. Trotzdem sollte man jeder Band die Chance geben, sich zu beweisen. Denn eines wird oft vergessen: Supportbands sind die Zukunft der Szene. Viele der Bands, die heute Headliner auf Festivals sind oder große Hallen füllen, haben vor einigen Jahren selbst vor halbleeren Sälen gespielt. Irgendjemand hat ihnen damals zugehört. Irgendjemand hat ihnen eine Chance gegeben. Wer neue Musik entdecken möchte, sollte deshalb nicht erst erscheinen, wenn das Licht ausgeht und der Headliner auf die Bühne kommt. Ein Konzertticket bezahlt schließlich den ganzen Abend und nicht nur die letzten 90 Minuten.

Denkt mal drüber nach
Unser Tipp ist deshalb ganz einfach. Kommt früher und schaut euch die Vorbands an. Vielleicht entdeckt ihr eure nächste Lieblingsband. Und selbst wenn nicht, unterstützt ihr Musikerinnen und Musiker, die genau dort stehen, wo jede große Karriere einmal begonnen hat. Jetzt seid ihr dran. Habt ihr eure Lieblingsband schon einmal als Support entdeckt? Schreibt uns eure Geschichten in die Kommentare. Wir sind gespannt, welche Vorband euch am meisten überrascht hat.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Crew | Fotograf
Mein musikalischer Weg hat viele Abzweigungen. Von Mittelalter über diverse Subgenres des Metals, bis hin über die Tiefen des Rocks. Geprägt von den Onkelz, In Extremo und Rammstein führt heute kein Weg mehr an In Flames, Parkway Drive und Machine Head vorbei.





