1000Teile – Der Anfang einer neuen Geschichte
Mit 1000Teile steht seit 2025 eine neue Band aus dem Düsseldorfer Umland in den Startlöchern. Die ersten Songs sind bereits veröffentlicht, auch wenn das Projekt selbst noch recht jung ist. Die Musiker bringen Erfahrungen aus verschiedenen früheren Bands mit und setzen auf handgemachte Musik irgendwo zwischen Punk, Pop und Alternative. Statt Trends hinterherzulaufen, möchte die Band ihren eigenen Weg gehen. Grund genug, einmal genauer nachzufragen.
Die Entstehung: vom Proberaum auf die ersten Bühnen
VRR: Eine Bandgründung passiert selten von heute auf morgen und meistens steckt mehr dahinter als nur die Lust, Musik zu machen. Wie ist 1000Teile entstanden und wann war für euch klar, dass daraus mehr als nur ein lockeres Projekt werden könnte?
Ivo: Ich habe nach der Familiengründung und meinem Ausstieg aus meiner alten Band rund vier Jahre lang keine Musik mehr gemacht. Trotzdem war ich ständig auf Konzerten und Festivals unterwegs, allerdings hinter der Kamera als Fotograf. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich die Musik einfach nicht loslassen kann. Also habe ich beschlossen, wieder selbst auf die Bühne zu gehen. 2025 haben wir vier uns dann kennengelernt. Nach den ersten Proben war ziemlich schnell klar, dass die Chemie stimmt. Es hat einfach gepasst, menschlich und musikalisch. Da war uns schnell klar, dass wir das gemeinsam ernsthaft weiterverfolgen wollen.
VRR: Auch wenn die Band noch jung ist, habt ihr bereits Erfahrungen in anderen musikalischen Projekten gesammelt. Welche haben euch aus euren früheren Bands geprägt und helfen heute bei 1000Teile?
Ivo: Wir waren alle schon in Bands einmal mehr oder weniger professionell unterwegs. Genau deshalb wussten wir ziemlich schnell, wie wir es diesmal machen wollen. Die erste Devise bei 1000Teile war Spaß haben. Uns nicht verrückt zu machen und nicht ständig darauf zu hören, dass jeder alles besser weiß. Damit meine ich nicht konstruktive Kritik, die ist wichtig. Aber es gibt immer Menschen, die dir erzählen wollen, wie man es richtig macht. Wir wollten von Anfang an unseren eigenen Weg gehen, offen miteinander reden und vor allem die Freude an der Musik nicht verlieren.

VRR: Viele Bands lassen sich klar einem Genre zuordnen. Bei euch scheint das etwas schwieriger zu sein. Wie würdet ihr euren Sound beschreiben und welche Einflüsse spielen dabei eine Rolle?
Ivo: Deutschsprachige Musik hat irgendwie immer noch sofort irgendeine Schublade. Rock, Pop, Alternative, nennt es, wie ihr wollt. Ich sage meistens deutschsprachiger Alternative Rock mit amerikanischen Einflüssen. Meine All-Time-Favorites sind die Foo Fighters und in Deutschland die Donots. Ich will gar nicht wie sie klingen und könnte es wahrscheinlich auch gar nicht. Aber ich liebe diesen natürlichen, rohen Bandsound. Das Zusammenspiel aus Instrumenten, Stimme und Songwriting inspiriert mich unglaublich.
VRR: In einer Zeit, in der viele Künstler versuchen, aktuellen Trends zu folgen, wirkt euer Ansatz eher gegensätzlich. Wie wichtig ist es euch, musikalisch euren eigenen Weg zu gehen und nicht einfach dem Zeitgeist hinterherzulaufen?
Ivo: Respekt an alle, die es schaffen, ständig Content für Social Media zu produzieren. Das ist richtig viel Arbeit. Wie Jack Pott neulich so passend gesagt haben: „FOMO is real.“ Unser erfolgreichstes Video ist, als ich auf dem Boden liege und Miguel (Gitarrist) knackt mir den Rücken. Was soll ich sagen, musikalisch sollte man trotzdem offenbleiben. Musik kennt keine Grenzen. Mach dein eigenes Ding, aber verschließ dich nicht vor anderen Künstlern, Songs oder auch Trends. Jeder Einfluss kann am Ende der Auslöser für den nächsten Song sein.
Der eigene Weg als Konzept
VRR: Musik lebt nicht nur von Melodien, sondern auch von den Geschichten, die erzählt werden. Welche Themen beschäftigen euch beim Songwriting und woher nehmt ihr die Inspiration für eure Texte?
Ivo: Eigentlich aus allem, was das Leben so mitbringt. Am häufigsten geht es um Freundschaft, Liebe, Verlust, Vertrauen, den Mut, Dinge zu wagen oder auch darum, wieder aufzustehen, wenn etwas nicht klappt. Jeder erlebt diese Situationen anders und genau das macht Songwriting für mich so spannend.

VRR: Mit Düsseldorf als Mittelpunkt eurer Bandgeschichte kommt ihr aus einer Region mit einer langen Musiktradition. Welche Bedeutung hat eure Heimat für euch als Band?
Ivo: Verratet es keinem, aber keiner von uns wohnt heute noch direkt in Düsseldorf. Wir leben alle quasi drumherum. Trotzdem ist Düsseldorf unser kreativer Mittelpunkt. Die Stadt hat eine unglaubliche Musikgeschichte und einfach eine besondere Energie. Deshalb fühlt es sich für uns genau richtig an, Düsseldorf als Heimat von 1000Teile zu sehen.
VRR: Die ersten Veröffentlichungen sind draußen und damit beginnt auch die spannende Phase, in der die Musik auf die Hörer trifft. Wie habt ihr die ersten Reaktionen auf eure Songs wahrgenommen?
Ivo: Wir sind komplett ohne Label, Booking oder großes Marketing einfach online gegangen und haben unsere Songs veröffentlicht. Dass uns dann so viele Leute geschrieben haben, wie gut ihnen die Musik gefällt, hat uns riesig gefreut. Natürlich ist es heutzutage schwer, im Algorithmus sichtbar zu werden. Aber wir glauben, dass sich vieles über Konzerte entwickelt. Wenn die Leute uns live erleben, spricht sich das hoffentlich Stück für Stück herum.
VRR: Der Startschuss ist gefallen, doch die Reise hat gerade erst begonnen. Was sind eure Ziele für die nächsten Monate und worauf dürfen sich die Hörer von 1000Teile freuen?
Ivo: Konzerte spielen. Darum geht es am Ende. Wir haben dieses Jahr schon einige Termine im Kalender und da werden wir jetzt alles hineinwerfen. Live fühlt sich unsere Musik einfach am ehrlichsten an. Und wer weiß vielleicht kommt ja der eine oder die andere vorbei und geht am Ende als Fan nach Hause.
VRR: Vielen Dank für eure Zeit. Die letzten Worte gehören euch. Was möchtet ihr unseren Lesern abschließend noch mit auf den Weg geben?
Ivo: Wir sind keine Puzzle-Fans.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Crew | Redaktion
Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.
Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.









