Video Check Juli 2026 – Hardcore Spezial
Lou Koller, Sänger der New York-Hardcore Band Sick of It All, hat den seit 2024 andauernden Kampf gegen Krebs am 24. Juli 2026 verloren. Er verstarb mit 59 Jahren. Gemeinsam mit seinem Bruder Pete und seit 1992 mit Craig Setari am Bass und dem zurückgekehrten Originalbesetzungsmitglied Armand Majidi am Schlagzeug, gilt Sick of It All als Institution für den Begriff NY-Hardcore. Von der Gründung 1986 bis heute brachten es die Brüder mit deutschen Wurzeln auf 18 Veröffentlichungen. Darunter auch Live-Platten, eine Dokumentation und ein ihnen gewidmetes Tribute Album. Die Band begleitet uns seit ihrer ersten Veröffentlichung 1989. Von BLOOD, SWEAT AND NO TEARS bis WAKE THE SLEEPING DRAGON! ist sich die Band treu geblieben. Grund genug heute der Hardcore Musik zu zollen, inklusive zweier Perlen von Sick of It All. Den Rest bekommt ihr per Schnelldurchlauf am Ende des Berichts.
Sick of It All – Injustice System
Ihr erstes Video vom Debütalbum BLOOD, SWEAT AND NO TEARS aus 1989 zeigt, dass die Band ihren Stil nie verlassen hat. Video und Songtext rechnen wütend mit Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch ab. Schon damals – Achtung vor 37 Jahren – wusste die Crowd, wie man sich auf Konzerten verhält.
WALLS OF JERICHO – The Ascent
Etwas mehr zum kommenden Album erfahrt ihr in zwei Tagen in unseren News. Wir präsentieren euch bis dahin das neue Video und die erste Auskopplung aus dem Album SYSTEM ERROR: HUMANITY NOW. Das Bildmaterial wirkt wie so schnell dahin gerotzt. Livematerial, ein wenig mitgeschnitten, zusammengeknüllt und wieder glattgebügelt. Aber es funktioniert. Mehr als das, mit anständigem Hardcore-Metal, brauchen wir von Candace, der Frau mit der wohl männlichsten Frauenstimme und ihren Bandkollegen nicht. „The Ascent“ kennt keine Anlaufzeit und schlägt vom ersten Ton an mit gnadenlos dissonanten Breakdowns ein.
Madball – Don´t MisStep
Aller guten Dinge sind drei. Bereits das dritte Video zum aktuellen Album NOT YOUR KINGDOM geht an den Start. „Don´t MisStep“ ist sowas von Madball in Bild und Ton, dass wir fast Tränen in die Augen bekommen. Ein 1:34 Minuten kurzer, aber brutalster New York Hardcore Nackenklatscher Abriss, macht klar, wer hier die Hosen im Business anhat.
Hatebreed – Kill Count Increase
FATAL PARADOX wird das kommende Album von Hatebreed heißen. Am 6. November 2026 ist der Erscheinungstermin. Bereits erschienen ist das erste Video zum Album: „Kill Count Increase“. „Du wirst erst dann zur Zielscheibe, wenn du zur Bedrohung wirst.“ So startet, übersetzt, das wirklich brettharte Video. Ungewöhnlich exakt, aufgeräumt und dennoch unverkennbar ballert es Hatebreed Hardcore von der ersten bis zur letzten Sekunde. Thematisch geht es düster ans Werk. Besprochen wird im Song, dass das System nicht individuell entscheidet, sondern sich nach Zahlen und Fakten richtet. Bist du ausgewählt, bist du dran. Passend gewählt dazu ist die Auftragskillerstory. Fast schon Hollywoodreif.
Snakes in the Pit – Apokalypse
Der Track „Apokalypse“ von den Hamburgern Snakes in the Pit zeichnet ein schonungsloses Bild einer Welt, die sich an Krieg und Leid gewöhnt hat. Das Video verstärkt diese Härte mit düsteren, dreckigen und verzerrten Bildern. Angeprangert werden die Machtgier und das Wegschauen gleichermaßen. Ein wütender, moderner Hardcore Video Protest gegen die Normalisierung von Katastrophe, Gewalt und Krieg.
Sick of It All – Step down
Wir haben lange überlegt, welches Video oder welcher Song von Sick of It All der krönende Abschluss wäre. Das ist ganz klar der Track, der erstmalig die Hardcore Tanzstile erklärte: „Step down“. Vom Gorilla über die Windmühle bis hin zum Pizza Maker und weiteren Stilen, könnt ihr mit diesem 2-Step-Klassiker alles trainieren. Ein Hoch auf Lou.
Wie versprochen hier noch acht unserer Favoriten für den Juli im Schnelldurchlauf:
New Stage Arise – Wahre Freunde
Hey Smith – Blooming In Your Heart
Social Distortion – Tonight
Die Toten Hosen feat. Sammy Amara – Meine Familie
Martens Army – Rose an der Saale
MXPX – Let´s Ride
Skillet – Scream
Amon Amarth – Upphaf
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Crew | Redakteur
Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.
Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal à la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk, bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.







