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Neurotox – EGAL WAS KOMMT – Review   

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Zum Beginn des neuen Jahres erreichen uns frische Töne aus dem Hause Neurotox. Unter der Flagge des Labels Metalville bringen die vier Punkrocker aus NRW am 29.01.2021 ihr neustes Stück EGAL WAS KOMMT auf den Markt. Wir haben uns die Scheibe mit hohen Erwartungen zu Gemüte geführt und verraten euch in den nächsten Zeilen, ob sie ein Ladenhüter bleibt oder ob es von uns eine Kaufempfehlung gibt. 

Überraschender Support 

Sehr zu meiner Freude startet der 12-Teiler ohne ein nichtssagendes Intro mit „Mein Comeback“ direkt mit harten Klängen und aufbauenden Zeilen mitten aus dem Leben. Stimmgewaltige Unterstützung holen sich Neurotox für die zweite Strophe von André DonayArtefuckt-Frontmann donnert einige satte Zeilen ins Mikro und würzt mit seiner prägnant markanten Stimme die Grundaussage „Ich feier‘ mein Comeback einfach jeden Morgen neu und bleibe bis zum Ende jedem meiner Fehler treu.“ 

Metaphorisches Goldstück 

Auf der zweiten Spur findet sich meiner Meinung nach, der stilistisch beste Text des Albums wieder. Gespickt mit reichlich gelungenen Wortmalereien wird eine unglückliche und zum Scheitern verurteilte Beziehung thematisiert. Dass der Song musikalisch aber keinesfalls depressiv gehalten ist, sondern energiegeladen durch die Boxen drückt, sorgt zusätzlich dafür, dass „Nächte auf Scherben“ eines der stärksten Lieder des Silberlings ist. 

Bier und schunkeln 

„Ich hasse Menschen“ wird vielen aus der Seele sprechen und mit Sicherheit auf zukünftigen Auftritten für reichlich Bewegung im Publikum sorgen. Altbewährter Witz verpackt in Ich-Habe-Lust-Auf-Party-Musik. Mehr möchte ich euch an dieser Stelle nicht vorwegnehmen, denn den Song muss man fühlen. 

Das Album macht eine kurze Pause, dann mit Vollgas zum Endspurt 

Nach dem bisher fast durchgängig gelungenen Album, ebbt die Qualität bei Nummer 9 ab. „Eines Tages“ hat mich völlig kalt gelassen. Dies kann zum Teil auf meine Abneigung gegenüber Balladen geschoben werden, aber weder musikalisch, gesanglich noch textlich habe ich mich hier wiedergefunden. Für mich die Schwachstelle des Longplayers. 

Generisch aber gelungen 

Mit dem letzten Song „Am Arsch vorbei“ endet die LP nochmal mit einem mehr als gelungenen Stück. Allgemeingültige Textzeilen, wie „Wir wussten nichts, aber immer alles besser“ und „Du kannst eh nicht alles ändern […] bleib auch du so, wie du bist“ kombiniert mit der klaren Aussage „An unserem Arsch vorbei, geht auch ein Weg. Aus uns ist was geworden, also bleib ruhig, wie du bist“ sorgen für Mittelfinger-Garantie im Publikum und steigern die Lust auf die Live-Performance von EGAL WAS KOMMT. 

Fazit

Wer Neurotox will, bekommt Neurotox; und auch wer sich ohne Erwartungen EGAL WAS KOMMT in die Playlist packt, wird die Scheibe in Endlosschleife hören wollen. Erlesener Punkrock, mit der bekannten Spur Witz und Charm, gepaart mit teils tiefgründigen Texten. Anders ist das neue Werk der Westfalen nicht zu beschreiben. Kleinere Abzüge gibt’s für die eine oder andere Passage, an der Bennys Stimme mich doch sehr an Jan Gorkow von Feine Sahne Fischfilet erinnert und die benannte Ballade, die mich nicht wirklich abgeholt hat. Zusammenfassend also ein sehr gelungenes Stück Musik, welches sich 4 von 5 Sterne redlich verdient hat. Daumen hoch und klare Kaufempfehlung. 

Jerome Böhme
Jerome Böhme
Über mich: 28 Jahre jung, wohnhaft im Herzen der Republik in Sachsen-Anhalt, begeisterter Deutschrocker und Festivalgänger. Angefangen bei Vollgas Richtung Rock habe ich als Schreiberling in der Redaktion. Schnell fand ich aber auch Spaß an anderen Wegen der Berichterstattung. So bin ich seit einiger Zeit auch in dem einen oder anderen Bühnengraben mit der Kamera in der Hand vertreten. In meinem bürgerlichen Leben verdiene ich mir meine Brötchen als Pflegegutachter im Mansfelder Land.
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