KrawallBrüder – 1993 – Das neue Album polarisierend und am Puls der Zeit

Während andere die Zügel straffer ziehen, überreizen es die KrawallBrüder wieder maßlos. Und eines ist klar: Es tut ihnen nicht leid.

Am 11. September 2026 erscheint mit 1993 das inzwischen zehnte Studioalbum der KrawallBrüder. Nach [ab]norm kommt kein glattgebügelter Nachfolger, sondern ein Album, das genau dort weitermacht, wo man die KrawallBrüder seit über drei Dekaden kennt: direkt, unbequem und ohne den Anspruch, es jedem recht zu machen.

KrawallBrüder 1993 – Keine Zeitreise, sondern ein Statement

1993 ist dabei keine musikalische Zeitreise durch die Bandgeschichte. Die Zahl steht nicht für einen Rückblick auf die vergangenen 33 Jahre. Vielmehr ist es ein klassisches KrawallBrüder Album. Ein Statement. Eine Momentaufnahme. Ein Spiegel dessen, was die Band heute beschäftigt und was sie in der Gesellschaft beobachtet.

Während andere ihre Texte auf politische Korrektheit prüfen, gehen die KrawallBrüder weiterhin dorthin, wo es wehtut. Sie sprechen Dinge aus, die vielleicht nicht jedem schmecken. Genau deshalb werden sie auch mit diesem Album polarisieren.

Schon der Opener „Wir seh‘n uns in der Hölle“ macht unmissverständlich klar, wohin die Reise geht. Kein langes Vorgeplänkel, keine vorsichtige Annäherung. Die KrawallBrüder sind da und haben etwas zu sagen.

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Foto: Jana Stahl

Darf man sowas heute noch sagen? Ja man darf. KrawallBrüder mit „Baby, Baby…“

Interessant ist auch die Entstehung des Albums. In unserem Gespräch mit der Band (Die Podcast Folge findet ihr HIER) wurde deutlich, dass 1993 nicht über Jahre als großes Konzeptalbum entwickelt wurde. Sänger Pascal schreibt seine Texte vergleichsweise zeitnah zu den Themen, die ihn beschäftigen. Kurze Entstehungszeiträume, dafür eine intensive Auseinandersetzung mit den jeweiligen Inhalten. Genau diese Arbeitsweise gehört für ihn zur Band.

Und dann ist da noch ein Song aus den frühen Tagen der KrawallBrüder. Ein Stück, das heute deutlich anders eingeordnet werden muss und deshalb mit einem Disclaimer versehen wurde, der gemäß der aktuellen Betrachtung von historischen Aufnahmen, nicht allzu ernst genommen werden sollte. Der Song ist provokant, sexistisch und wird zweifellos polarisieren. Die Band versteckt diesen Teil ihrer Vergangenheit nicht, stellt ihn aber auch nicht kommentarlos in den Raum.

Die KrawallBrüder packen es weiter an

Damit bleibt 1993 vor allem eines: ein Album aus dem Hier und Jetzt. Kein Rückblick, keine Selbstbeweihräucherung, sondern die nächste Momentaufnahme einer Band, die nach über 30 Jahren noch immer nicht den geringsten Bedarf hat, jedem zu gefallen.

Sie wollen etwas sagen. Und 1993 tut genau das.

5 von 5

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Fotograf | Redaktion | Administration | Inhaber
Mitglied im Bundesverband deutscher Pressefotografen (bdp)

Gründete 2017 das Magazin und begann eine ganz neue, "musikalische" Reise durch die rauen Landschaften von Musik, Veranstaltungen und Print- und Online-Medien.

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