Kleine Tour, große Momente: JEANLUC erobert das Backstage München

Foto: Lisa Berg

München liegt nicht gerade um die Ecke, wenn man wie JEANLUC aus Köln kommt. Fast 600 Kilometer trennen die beiden Städte und so war es keine große Überraschung, dass der kleine Club im Backstage nicht aus allen Nähten platzte. Doch manchmal sagt die Größe eines Publikums wenig über die Stimmung eines Abends aus. Denn wer an diesem Abend vor Ort war, war offensichtlich nicht zufällig dort.

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Foto: Lisa Berg

Die eingefleischten Fans hatten den Weg nach München auf sich genommen, teilweise sogar deutlich weitere Strecken als die Band selbst. Dass Besucher aus der deutschen Küstenregion und sogar aus Oslo angereist waren, zeigte ziemlich deutlich, welchen Rückhalt JEANLUC inzwischen aufgebaut hat. Keine riesigen Hallen, dafür Menschen, die bereit sind, für diese Band quer durch Europa zu reisen. Mit ENFYS aus Ingolstadt als Support versprach der Abend jedenfalls mehr als einen gewöhnlichen Abstecher ins Backstage.

Zwischen starken Songs und (zu) vielen Ideen

Zu dritt betrat ENFYS die Bühne und hatte offensichtlich einiges vor. Musikalisch funktionierte das durchaus gut, die Songs hatten Energie und die Band ließ erkennen, dass hier Potenzial vorhanden ist. Auf der Bühne wollte die Band allerdings etwas zu viel auf einmal. Masken, Herumhüpfen, eine Schnapsrunde im Publikum und ein Leuchthandschuh – beinahe jeder Song sollte seine eigene Besonderheit bekommen. Vielleicht würde es der Band guttun, sich künftig auf eine Idee zu konzentrieren und diese konsequent durchzuziehen. Musikalisch ist die Grundlage definitiv vorhanden. Schade war lediglich, dass vieles vom Band kam, was ein wenig an die frühen Tage von JEANLUC ohne Schlagzeuger erinnerte. Das Cover von „Moonlight Shadow“ hingegen kam beim Publikum richtig gut an.

Der kleine Club wird plötzlich ganz groß

Als JEANLUC schließlich die Bühne betrat, änderte sich die Atmosphäre im Backstage schnell. Die Jungs wurden ordentlich gefeiert und sie gaben die Energie direkt zurück. Das Publikum sprang, Circle Pits entstanden und irgendwann zog sogar eine Polonaise durch den kleinen Club. Kein ausverkauftes Haus, aber definitiv Menschen, die Lust hatten zu feiern. Dabei zeigte sich auch, dass manchmal anderes wichtiger ist als der nächste Song. Während der Polonaise zu „Immer weiter“ verletzte sich ein Gast an der Schulter. Sänger Hansi unterbrach das Konzert sofort, um sich um ihn zu kümmern. Kein großes Theater, sondern einfach eine schnelle und menschliche Reaktion. Anschließend ging es weiter und die Stimmung war sofort wieder da.

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Foto: Lisa Berg

Mitten im Set zeigte JEANLUC schließlich eine ganz andere Seite. Beim kurzen Piano Set mit „Meisterwerk“ und „Sag, dass du mich liebst“ wurde es plötzlich ruhig. Tränen flossen, Gänsehaut machte sich breit und für einige Minuten schien der Rest des Abends stillzustehen. Gerade dieser Kontrast funktionierte dennoch. Neben Circle Pits, Polonaise und ausgelassener Stimmung bewies die Band, dass sie den kleinen Club nicht nur zum Feiern, sondern auch zum Innehalten bringen kann.

Nicht die Größe zählt

Die erste eigene kleine Tour von JEANLUC führte die Kölner zwar nicht vor einen vollgepackten Club, doch das spielte am Ende kaum eine Rolle. ENFYS zeigte musikalisch vielversprechende Ansätze, muss vielleicht nur noch den eigenen roten Faden auf der Bühne finden. JEANLUC dagegen bewies, dass es keine riesige Halle braucht, um einen Abend groß zu machen. Die erste eigene Tour mag klein begonnen haben. Doch wenn Menschen aus Oslo nach München reisen, um JEANLUC live zu sehen, dann dürfte diese Geschichte noch lange nicht zu Ende sein.

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Foto: Lisa Berg

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?

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