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JUNGS VOM LAND – WarnSinn – VÖ 04.05.2024

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Bereits am 04. Mai 2024 veröffentlicht und auch schon in unserem letzten Print wurde über JUNGS VOM LAND gesprochen. Nun haben wir uns das neue Album von WarnSinn genauer angehört. Thorsten, Tobias, Sebastian und Julian haben ihren Silberling über Soundwork Studio Hoefer und Thomas Steadler aufgenommen und versprechen, wie immer, Deutschrock vom Feinsten. Hoffentlich können sie das Versprechen halten. Nach der ersten Singleveröffentlichung waren wir skeptisch.

Trackliste:

  1. Bereit
  2. Jungs vom Land
  3. Fäuste Hoch
  4. Lügen
  5. Narben
  6. Sag ich dir
  7. Geliebter Feind
  8. Rockstar Lady (Akustik)
  9. Heut Abend (feat. Jessica Brueggemann)
  10. Schweine dieser Welt
  11. Jungs vom Land (Akustik)

Bereit, wenn ihr es seid!

Erster Track in der Runde steht exemplarisch für alles, was noch kommt. Den Sinn und Grund für den Text hinter „Bereit“ müssen wir nicht erläutern. Dennoch sei erwähnt, dass schon das Intro mit seinem Plattennadelsound genügend Spannung erzeugt. Der Titel wirkt anfänglich etwas holprig, bricht aber durch seine Tempo- und Rhythmuswechsel die gängigen Stigmata. Wer sich geduldet wird definitiv belohnt und wird den Song von Mal zu Mal mehr lieben. „Jungs vom Land“ war die erste Single und Videoauskopplung vom Album. Euer eigenes Bild könnt ihr euch hier machen:

Sag mal, ist das noch Deutschrock? Ich glaube nicht …

In der dritten Runde des Silberlings, mit „Fäuste Hoch“, bin ich nicht mehr der Meinung, dass wir hier von Deutschrock reden können. Grundsätzlich schon. Doch im allgemein bekannten Kosmos der Szene müssen wir WarnSinn aus dieser Gruppierung entfernen und ihnen das Prädikat slow-straight-strong Rock ‘n’ Roll verleihen. Das machen sie mit „Lügen“ noch deutlicher. Ab diesen Song merkt man, wohin die Reise hingehen wird. Besteigt euren Beachcruiser und setzt die Kopfhörer auf, öffnet das Cabrio und dreht während der Stadtrundfahrt die Regler auf. Und genau diesen Eindruck vermitteln WarnSinn eben auch auf ihren aktuellen Bandfotos und dem CD-Cover. Zudem hat „Lügen“ astreine Reime, einen perfekten Refrain und ist viel zu schnell vorbei. Minuspunkt!

Anomale Filler 

„Narben“ kommt gefühlvoll und entwickelt sich im letzten Drittel zu einer gut ausbalancierten Ballade.

Wieder mit Druck aufs Gas geht es mit „Sag ich dir“ weiter. Eine Hommage an die Frauen in unserem Leben, die, wie es im Text heißt: „…es schafft, selbst im Kartoffelsack heiß auszusehen“. Aber nicht nur auf das Aussehen wird Wert gelegt. „Ich brauch ´ne Frau auf Augenhöhe, nicht im Höhenflug“, heißt es da weiter und bringt dem Text so viel an Mehrwert, dass wir das hart feiern. Genauso und noch viel härter gehen wir auf „Geliebter Feind“ ab. Hier wird anständig gewettert und klare Ansagen gegen die Arschlöcher dieser Welt gemacht. Ihr kennt da auch wen? Bitte sehr, euer Song. Bevor wir gleich zum Ende kommen, müssen wir an dieser Stelle zwei Ausreißer reklamieren. In der Akustik-Version werden „Rockstar Lady“ und „Jungs vom Land“ präsentiert. Nee, nee, mögen wir nicht. „Rockstar Lady“ braucht das nicht, denn die Originalversion ist besser und ist somit ein anomaler Filler. Der Titelsong dagegen hat da mehr Potenzial. Weil er auch eben neu und in einer California Rock ‘n’ Roll Wolke schwebt. Dennoch nicht unbedingt nötig.

Jessica Brüggemann und Sozialkritik

Ein Feature gibt es mit einer guten alten Freundin der Band. Jessica Brüggemann leiht bei „Heut Abend“ ihre Stimmbänder aus und stimmt in ein kraftvolles Feier-Sauf-Spaß Lied ein. Schön, wenn auch die Damen fett feiern wollen. Das Highlight vom Album gibt es fast am Schluss. „Schweine dieser Welt“ ist ein sozialkritisches Statement, welches so durchbricht, dass wir die beiden akustischen Ausreißer längst vergessen haben. Hier ist Gänsehaut und Mitgröhlautismus garantiert.

Foto: Anna und Andreas

Fazit

Es ist weiß Gott nicht einfach als Band zu überleben. WarnSinn tun das und haben sich im Laufe der Jahre sehr gut entwickelt. Und auch weiterentwickelt. Die Produktion ist klar, passend und nicht überladen. Das Spiel der Instrumente ist hervorragend, der Gesang kommt bestimmend ruhig herüber, ja fast schon smoothie, und macht nach mehrmaligem Hören Lust auf noch mehr. Da stört es, dass die Highlights des Albums viel zu kurz sind. Gerne würden wir beispielsweise bei „Schweine dieser Welt“, „Lügen“ und „Sag ich dir“ auch ein drittes Mal im Refrain abgehen. Sei es drum, mit JUNGS VOM LAND haben sich WarnSinn definitiv gesteigert. Ganz groß feiern wir den vermutlich von der Band nicht gewollten Stilwechsel zu mehr saftigem Rock ‘n’ Roll. Ihr wollt ordern? Gerne hier: Offizieller WarnSinn-Shop – offizieller-warnsinn-shop

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.

Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal à la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk, bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.

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