Vorurteile und Gegenwind – Die Wahrheit hinter zwei Jahren Vollgas Richtung Rock
Ein Bericht in eigener Sache und aus eigener Erfahrung. Im Normalfall schreiben wir die Berichte immer in der Wir-Form. Diesmal ist es mir aber ein Anliegen, euch meine eigenen Gedanken und Erfahrungen mitzuteilen. Dieser Bericht handelt davon, wie ich (Mali) zwei Jahre Arbeit bei VRR bisher erlebt habe und sie immer noch erlebe. Wie es sich anfühlt, belächelt, von oben herab angeschaut oder gar nicht erst ernst genommen zu werden.
Anfangszeit und der Beginn von etwas Neuem
Vollgas Richtung Rock, ein Magazin, das mittlerweile wohl fast jeder kennt und wer nicht, hat einfach keine Ahnung. Bevor ich die Überlegung hatte, mich diesem Magazin zu widmen, habe ich viel darüber nachgedacht. Aus einigen Ecken erklangen Sätze wie: „Mach das nicht, dort bist du eh nur eine Nummer“, „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ oder „Du wirst dort untergehen“. Sätze, die heutzutage, egal in welcher Situation, sowieso nicht einfach zu verpacken sind. Aber was bedeutet das eigentlich? Was macht das mit einem Menschen? Für mich hatte das damals die Relevanz, dass ich mich noch schwerer damit getan habe, den Anfang zu finden. Nach langem Hin und Her entschied ich mich dennoch, diesen Schritt zu wagen. Es ist immer schwierig, in eine neue große Gruppe hineinzukommen. Man weiß nie, was einen erwartet. Zig verschiedene Charaktere und zig verschiedene Menschen. Aber, dass sollte schon alles werden.
Nachdem ich mich dem ein oder anderen Bericht angenommen hatte, das ein oder andere gezeigt bekommen und lernen durfte, war ich eigentlich voll zufrieden. Es kamen immer mehr Konzerte, immer mehr Festivals und immer mehr neue Leute, die ich kennenlernen durfte. Schritt für Schritt ergab dieser Weg einen Sinn. Ich hatte zwar immer noch keine klare Richtung, wo ich hinwollte, aber ich bin diesen Weg einfach mitgegangen.

Das Phänomen sich immer wieder beweisen zu müssen
Ich schreibe gerne. Schon in der Schule habe ich Geschichten weitergeschrieben oder mir eigene ausgedacht. Einfach weil es mir schlichtweg Spaß bereitet hatte. Aber wie fühlt es sich nun an, wenn man immer mehr und mehr gesehen wird? Immer mehr neue Leute kennenlernt und Ereignisse erlebt, die sich nach so einer Zeit ergeben haben? Irgendwann kamen Aussagen wie: „Na, bist du nun etwas Besseres?“, „Hast du bei deinem Magazin wieder Sonderstatus oder bist du diesmal privat hier?“ Manchmal frage ich mich, was die Leute dazu bringt, so etwas zu äußern. Ist es der Neid? Deren Unsicherheit? Oder wird man wirklich als etwas anderes gesehen, was man aber in Wirklichkeit gar nicht ist? Die Arbeit bei Vollgas ist nicht einfach mal eben mit einem Fingerschnippen erledigt. Da geht es um viel mehr, als einfach nur einen Bericht zu schreiben oder Fotos dahinzurotzen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut und Vollgas musste ebenfalls hart dafür arbeiten, die Ziele zu erreichen, die bisher erreicht wurden.

Fünfe gerade sein lassen
Wieso gibt es immer weniger Gönner, dafür aber viel mehr Neider? Die Arbeit macht sich nicht von allein. Wir, also das gesamte Team, macht etwas dafür, um euch da draußen schöne Fotos, oder einen schönen Bericht zu bescheren. Um kurz eines klarzustellen, nicht nur wir, sondern auch andere Fotografen, Videografen, Magazine, etc. machen das nicht, um irgendwelche Sonderrechte zu erlangen. Sie machen das, um euch die besten Momente einzufangen und nach außen in die Welt zu tragen. Nicht für irgendeinen Status oder die Bekanntheit, denn was ist das heutzutage schon? Nackt sehen wir doch sowieso alle gleich aus und niemand ist besser als der andere. Es ist harte Arbeit. Kein Geschmodder, das man einfach so dahinschmiert. Es ist Arbeit mit Herzblut, von jedem Einzelnen von uns. Wir tauchen dabei in eine Welt ein und lernen Dinge hinter den Kulissen kennen, die wir uns alle mit viel Mühe erarbeitet haben.
Hätte ich damals auf all die Stimmen gehört, die mir gesagt haben, dass ich nur eine Nummer sein werde oder dort untergehe, wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Ich habe in den vergangenen zwei Jahren unglaublich viele Menschen kennengelernt, Erfahrungen gesammelt und Momente erlebt, die mir keiner mehr nehmen kann. Wir machen das nicht, um besser zu sein als andere. Sondern aus Leidenschaft. Am Ende zählt nicht, wer am lautesten schreit oder sich am meisten in den Vordergrund stellt. Es zählt, wer mit dem Kopf bei der Sache ist, seinen Weg geht und sich auch von Gegenwind nicht aufhalten lässt. Und genau das werden ich und auch meine Kollegen weiterhin tun als Teil von Vollgas Richtung Rock oder von anderen Magazinen.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Crew | Redaktion
Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.
Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.






