Wir Leben Laut Festival 2026 – Vier Tage Wahnsinn, Sonnenbrand und stabile Eskalation
„Das Stadion brennt, wir stehen in Flammen, könnt ihr es sehen? Bengalische Feuer“. Die heiß ersehnte Festival-Saison, wurde am Pfingstwochenende mit dem Wir Leben Laut Festival 2026 in Loburg endlich eingeläutet. Zwischen Bierdosen, brütender Hitze und vielen geilen Bands wurde ausgelassen gefeiert, getanzt, gelacht und geweint. Unantastbar, ARTEFUCKT, Eisbrecher und viele mehr haben an diesem Wochenende eine Glanzleistung hingelegt. Wir erzählen euch nun die wichtigsten Einzelheiten, also kommt mit uns auf die Reise an einen Ort, an dem Bengalos ganz oben auf der Prioritäten Liste stehen.

Donnerstag – Anreise, sich gegenseitig beschnuppern und feiern bis in die frühen Morgenstunden
Die Anreise war ab Donnerstag um 12:00 Uhr auf den Festwiesen in Loburg möglich. Angekommen, ausgepackt und das erste Bier geöffnet, hatte man bereits das Gefühl, schon eine Woche dort zu sein. Der Campingplatz lag zentral zum Gelände und dem Dixiland. Wem das Wetter mal zu heiß war, konnte auch einfach gepflegt auf dem Platz sitzen bleiben. Von dort aus hatte man sehr gute Möglichkeiten, sich das Geschehen auf den Festwiesen ebenfalls anzuhören. Bis tief in die Nacht wurde auf den Campingplätzen gefeiert, die Musik auf ein maximales aufgedreht und literweise leckere Kaltgetränke schnabuliert. Vermutlich werden sich einige am nächsten Tag gefragt haben, wie sie die weiteren drei überstehen sollen.
Freitag – Zwischen Moshpit, Flammenwerfern und grenzenloser Eskalation
Der Freitag begann traditionell mit dem Bieranstich durch die Gastgeber Unantastbar. Mit ordentlich Freibier wurde bei diesen sommerlichen Temperaturen der Durst erst einmal gestillt. Kurz darauf ging es aber auch schon mit der Live-Musik los und Las Tibo sowie Zowa Capz groovten die Loburger Festivalbesucher so langsam und gemütlich ein. Danach wurde es deutlich rockiger, als die Oldenburger Punkrockband Drunken Swallows das Ruder übernahm. Überschattet wurde ihr Auftritt durch einen Notfall im Moshpit, da sich ein Fan beim wilden Pogo verletzte und abtransportiert werden musste. Nach kurzer Unterbrechung wurde dann aber wieder kräftig in die Saiten gehämmert.

Mit Eizbrand nahm der Abend dann mächtig Fahrt auf. Frontmann Ruwen packte einige Male in die Trickkiste und lieferte mithilfe einer Nebelmaschine, einer riesigen Konfettikanone und sogar einem Flammenwerfer eine bombastische Show ab. Anschließend brach die Zeit für richtig hartgesottene Kerle an, denn die folgende Band war keine geringere als Berserker. Frontmann Schröder überzeugte vor allem durch sein lockeres, freches, schamloses und direktes Mundwerk. Im Anschluss konnte man mit Harpyie sein Talent im Headbangen unter Beweis stellen, ehe es mit BRDIGUNG so langsam in den Endspurt des ersten Festivaltages ging.
Nach einer geballten Ladung Punkrock-Power wurde es dann international. Die US-amerikanische Hardcore-Metal-Band Pro-Pain versetzte die Crowd förmlich in einen Trance-artigen Zustand. Es wurde von der ersten bis zur letzten Sekunde ununterbrochen gepogt. Danach gab es nur noch eine finale Band, die nach dieser vollkommenen Eskalation noch einmal einen draufsetzen konnte, und zwar den Headliner des ersten Tages: Serum 114. Neben einer wilden Show und einigen waghalsigen Stage-Dive-Manövern sorgte besonders Frontmann Esche für einen schockartigen Moment, als er den Technikturm erklomm und von dort den Song „Dich mag ich nicht“ performte. Unter tosendem Beifall, Fangesängen und reichlich Bengalos endete ein heißer, intensiver und stimmungsvoller erster Festivaltag.

Samstag – Sonnenbrand, Bengalos und pure Eskalation
Der Samstag wurde mit fantastischem Sonnenschein begrüßt, um 11:30 Uhr war Einlass auf dem Infield. Las Tibo startete um 12:00 Uhr mit seiner Cover-Show. Mit Deutschrock-Hits und jeder Menge Power brachte er am zweiten Tag direkt frischen Wind in die noch etwas verschlafenen Gesichter. Bekannte Songs wie, „Tiefflieger“ und „Perfekt unperfekt“ von Kärbholz durften nicht fehlen. Teilweise musste man sogar zweimal hinhören, denn man konnte das Gefühl haben, dass Torben selbst auf der Bühne stand. AMPEX zog bei ihrem Auftritt direkt massig Leute vor die Bühne. Die Jungs legten für den zweiten Act eine super Show hin. Musik, die genau auf solche Bühnen gehört.
Danach begrüßte uns Neurotox. Mit ihrem schnellen Punkrock-Sound und jeder Menge Energie schafften sie es sofort, Bewegung in die Menge zu bringen. Sänger und Gitarrist animierten erfolgreich die Leute, weiter vor die Bühne zu kommen. Kremer spielte souverän sein Programm und brachte mit seinen ehrlich provokanten Texten Stimmung auf das Gelände. Als Special Guest holte er seine Freundin mit auf die Bühne.
Um 19:30 Uhr betrat Toxpack als drittletzter Act des Abends die Bühne und lieferte einen wahnsinnig genialen Auftritt. Ihr rauer Streetpunk-Sound überrollte uns wie eine Lawine und war absolut Headliner-würdig. Der Titel „Uhrwerk“ war ein absolutes Brett innerhalb der Setlist. „Beinhart wie‘n Rocker, beinhart wie‘n Chopper, beinhart wie‘n Flasch Bier“ – Legendenstatus pur. Torfrock hatte die Ehre, uns mit ihren norddeutschen Rockklassikern ordentlich in die Vergangenheit zurückzuversetzen und die alten Hymnen um die Ohren zu pusten. Ein kurzer Ausfall der Technik, brachte dem keinerlei etwas Negatives mit sich.

Ohne Bengalos wäre es nur halb so schön gewesen
Die Headliner und Gastgeber des Abends, Unantastbar, folgten zum Schluss ihrem Ruf, uns mit ihrer Musik zu beglücken. Mit ihrem melodischen Deutschrock, großen Refrains und Texten voller Zusammenhalt schufen sie eine Atmosphäre, die man kaum beschreiben kann. Der Platz war voll, es gab kein Durchkommen mehr und die Menschen waren glücklich. Ein Lichtermeer aus Bengalos. Es war einfach unglaublich, das selbst miterleben zu dürfen. Bei Songs wie „Das Stadion brennt“ wurde das gesamte Infield lichterloh erhellt und Loburg bestand aus einem komplett roten Bengalo-Meer. Ein ganz emotionaler Auftritt erfolgte, als Joggl aus dem Publikum ein paar Fans mit auf die Bühne holte, um gemeinsam den Song „Für immer mein“ zu performen. Ein emotionaler Moment, der sicher immer in Erinnerung bleibt.

Sonntag – nochmal Vollgas zum Abschluss
Die sanitären Anlagen glichen einer Konzert-Warteschlange, aber man wollte ja frisch und wach in den Tag starten, denn um 12:00 Uhr beglückte uns Las Tibo erneut mit seiner Cover-Show. Diesmal mit Songs wie „Ann Cathrin“ und „Lieber stehend sterben“. Haiznberg, die Band gibt es seit knapp drei Jahren, hatte an diesem Sonntag ihren ersten offiziellen Auftritt. Mit Nu Metal, ein bisschen Rap und elektronischer Dunkelheit lieferte sie einen starken Einstand ab.
Gefolgt von Schattenmann, die mit ihrer neuen Deutschen Härte und brachialen Gitarren für mächtig Wumms sorgte. Danach betrat 9mm HEADSHOT die Bühne, die mit ihrem kompromisslosen Assi-Rock’n’Roll und jeder Menge rotzigem Charme, die Leute vom Hocker haute. Punkt 18:00 Uhr betrat ARTEFUCKT die Bühne, eine Band, die man sich live immer wieder gerne anschaut. Sie war der perfekte Vorreiter, bevor WILLKUER Loburg nochmal richtig wachrüttelte. Leider auch hier ein kurzer Tonausfall, aber auch das hat ihnen niemand übelgenommen. Die Meute feierte, als gäbe es keinen Morgen, egal ob vor, hinter oder auf der Bühne, es war wild. Der letzte und damit finale Act am Sonntag war Eisbrecher. Das Bühnen Programm der Jungs ist immer wieder ein wahrlich tolles Erlebnis. Trotz des harten Sounds hatte Sänger Alexander einen unheimlich sympathischen Sinn für Humor. Ein weiteres Highlight, der Sänger von Schattenmann und Eisbrecher selbst performten live zusammen den Song „Auf die Zunge“ aus dem neuen Album KALTFRONT. Aber auch Songs wie „Out of the Dark“ waren dabei natürlich Pflicht. Wir sind uns einig, das gehörte definitiv zu einem würdigen Festivalabschluss.

Ein Festival, welches definitiv wiederholt werden muss
Für einige von uns war es das erste Wir Leben Laut Festival 2026. Es war schön, es war heiß und nachdem Unantastbar während ihres Auftritts bekannt gegeben hatte, dass es 2027 ein weiteres Wir Leben Laut geben wird, kommen wir definitiv wieder. Lobend zu erwähnen ist außerdem die Sauberkeit der Dixis, die mehrmals täglich geleert wurden. Auch das Essen, welches vom Veranstalter Christian alles selbst hergerichtet worden ist, verdient großen Respekt. Solche Details zeigen uns immer wieder, wie viel Herzblut hinter diesem ganzen Aufwand steckt. Wir sagen Danke für vier Tage Wahnsinn.
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