Unter schwarzer Flagge durch Nürnbergs Nacht – Visions of Atlantis entert den Hirsch

Im Hirsch in Nürnberg hing das Gefühl eines bevorstehenden Aufbruchs. Kanonenschüsse läuteten den Abend ein. Eine Reise über stürmische Gewässer unter dem Motto TO THE BRAVE, ´TIL THE GRAVE TOUR, angeführt von Visions of Atlantis, wartete auf die Matrosen. Gemeinsam mit Edge of Paradise luden die Freibeuter des Symphonic Metal zu einer Nacht der tobenden See ein. Wehende Fahnen, donnernde Rhythmen und eine Crew, die jede Zeile mitsang, machten klar: Diese Überfahrt würde niemand so schnell vergessen.

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Ein Auftakt mit futuristischer Wucht

Den Beginn machte Edge Of Paradise, die mit ihrem modernen Sound ihr eigenes Flair schuf. Die Band verstand es hervorragend, die Zuschauer früh mitzunehmen und den Hirsch langsam auf Betriebstemperatur zu bringen. Besonders die starke Bühnenpräsenz und die dynamischen Wechsel zwischen Härte und Atmosphäre machten ihren Auftritt zu weit mehr als nur einem klassischen Support-Set. Es war ein Auftakt, der neugierig machte und die perfekte Grundlage für das Kommende schuf.

Ungewöhnlicher Side-Fact am Rande: Die Band aus Los Angeles war offenbar so überzeugend, dass sie sogar einen ungebetenen Besucher anlockte und zwar auf die Bühne. Wie aus dem Nichts stand plötzlich ein deutlich angetrunkener Herr auf der Bühne und amüsierte sich königlich. Den Securities sei Dank, wurde dem Mann dann recht schnell wieder der Ausgang gezeigt. Sachen gibt es. Immer mal etwas Neues.

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Der Hirsch wurde zur tosenden See

Kaum enterte die Mannschaft von Visions of Atlantis die Bühne, verwandelte sich der Hirsch von einer Konzerthalle zu einem Piratenschiff auf hoher See – dem Bühnenbild sei Dank im wahrsten Sinne des Wortes. Während die ersten Klänge wie eine salzige Meeresbrise durch die Reihen fegten, wandelte sich das Publikum zu „The Land of the Free“ in ein gewaltiges Händemeer. Die Wellen machten sofort klar, wo man sich zu dem Zeitpunkt befand. Mit jedem gespielten Song hisste die Crew die Segel höher. Gewaltige Refrains hallten durch den Raum wie alte Seemannslieder, während die Stimmen der beiden Singvögel sich umeinander legten wie Wind und Wellen während eines tobenden Sturms – eine perfekte Mischung.

Doch es war nicht allein die Optik oder die musikalische Präzision, die diesen Auftritt so besonders machte. Es war die Ausstrahlung, dieses Gefühl von Freiheit, Abenteuer und gemeinschaftlichem Wahnsinn, das sich durch den gesamten Abend zog. Immer wieder verwandelte sich der Hirsch in eine einzige tobende Mannschaft. Es wurde mitgesungen, gejubelt und gefeiert, als würde man gemeinsam durch die stürmischsten Gewässer ziehen. Gleichzeitig schaffte es Visions of Atlantis aber auch, ruhige und fast schon magische Momente einzubauen, die für echte Gänsehaut sorgten.

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Zwischen Kanonendonner und Gänsehautmomenten

Während „Legion of the Seas“ gab es wieder einen beeindruckenden Fahren Schwenk, die Kanonen schossen, was das Zeug hielt bei „Hellfire“ und „Underwater“ bot eine dramatische Steigerung für Augen und Ohren aller Landratten. Insgesamt war die Inszenierung auf der Bühne wieder großartig. Vom Dolch bis zur Pistole, man fühlte sich, als wäre man selbst Pirat. Gerade diese Mischung machte den Auftritt so stark. Laut und episch in einem Moment, emotional und nahezu verträumt im Nächsten. Eine Reise zwischen Sturm und Sternenhimmel und das auf hoher See.

Die letzten Meter vor dem Ziel waren nichts für schwache Seeleute. „Pirates will return“ erforderte besonders viel Muskelkraft, da die Meute in die Knie gezwungen wurde, um zu rudern. Als Ausgleich wurde bei „Melancholy Angel“ anständig im Takt gehüpft und sich ordentlich ausgetobt. Im großen Finale zu „Armada“ war das Publikum am Ende fast lauter als die Band selbst. Dies konnte dann auch nur noch durch den Dauerbeschuss der Kanonen das große Ende finden. Ein solch gelungener Auftritt – herrlich.

Mit Edge Of Paradise als Beimatrosen und Visions Of Atlantis als charismatischen Kapitän eines musikalischen Abenteuertrips wurde der Hirsch zum Piratenschiff. Aye, Nürnberg wurde erfolgreich geentert auf der TO THE BRAVE, ´TIL THE GRAVE TOUR.

Wir waren auch an diesem Abend dabei und haben eine Bildergalerie für euch zusammengestellt:

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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?

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