AMPEX – der nächste Schritt auf dem eigenen Weg

Foto: Jo Anne Eppner

Am 4. September erscheint mit KEIN WEG ZU WEIT das mittlerweile vierte Studioalbum von AMPEX. Aber nicht nur musikalisch schlägt die Band ein neues Kapitel auf. Mit dem eigenen Label D.M.M.S. Records nehmen die vier Musiker ihre Zukunft jetzt selbst in die Hand. Im Interview spricht AMPEX über ihren bisherigen Weg, die Entstehung des neuen Albums, ihre Veröffentlichungsstrategie, den Sound der Platte und die bevorstehenden Release-Shows.

VRR: Mit KEIN WEG ZU WEIT steht am 4. September bereits euer viertes Studioalbum in den Startlöchern und gleichzeitig beginnt damit für euch ein neues Kapitel. Was bedeutet dieser Albumtitel für euch und warum passt er gerade jetzt zu eurer Bandgeschichte?

AMPEX: Der Albumtitel passt tatsächlich sehr gut zu unserer Bandgeschichte und dem Punkt, an dem wir jetzt stehen. Ich glaube, man kann schon sagen, dass wir damals einen Raketenstart hingelegt haben, mit einem Label-Vertrag noch vor dem ersten öffentlichen Konzert. Danach hat sich vieles über die Jahre stetig weiterentwickelt und wir sind mit der ganzen Entwicklung auch gereift, was man schon bei ETERNO erahnen konnte, jetzt aber mit KEIN WEG ZU WEIT seinen vorläufigen Höhepunkt findet. Vom ersten Konzert in der Heimat bis zur Tour mit Unantastbar hat sich in den letzten beiden Jahren so viel entwickelt, was wir niemals für möglich gehalten hätten. Von daher steht der Albumtitel wirklich für alles, was wir mit AMPEX schon erreicht haben, aber auch dafür, dass dieser Weg noch lange nicht zu Ende ist.

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VRR: Ihr habt euch 2025 von eurem bisherigen Label getrennt und mit D.M.M.S. Records euer eigenes Label gegründet. Damit liegt von der Veröffentlichung bis zu den Entscheidungen rund um eure Musik deutlich mehr in euren eigenen Händen. Was war für euch der ausschlaggebende Punkt zu sagen: „Wir machen das ab jetzt selbst“?

AMPEX: Ich glaube, einen ausschlaggebenden Punkt kann man hier nicht benennen, sondern auch diese Entscheidung ist einfach der Entwicklung geschuldet, die man über die Jahre durchlaufen ist. Mit der Erfahrung aus diesen ersten nur sieben Jahren hat man dann irgendwann den Mut gefasst zu sagen: Kommt, wir wollen unser Schicksal noch mehr in die eigene Hand nehmen. Und hat dann einfach den Schritt gewagt. Dabei muss man auch sagen, dass ein Label zu gründen hauptsächlich eine Sache ist, bei der man Anträge abarbeiten, Fristen einhalten und eine ordentliche Dokumentation aufbauen muss, nur um dann am Ende eine Registrierungsnummer zu haben, die es erlaubt, Musik zu veröffentlichen. Was wegbricht, sind natürlich viele Connections, die ein etabliertes Label hat und die man sich dann auch erst mühsam aufbauen muss. Aber solange man im Label nur die eigene Band vertreibt, ist die wichtigste Connection zu den eigenen Fans.

Zwischen Singles, Algorithmen und klaren Botschaften

VRR: Das neue Album wurde im Vorfeld nicht einfach mit einer einzigen Single angekündigt, sondern ihr habt bereits zahlreiche Songs veröffentlicht. War diese ungewöhnliche Veröffentlichungsstrategie von Anfang an geplant und warum habt ihr euch dafür entschieden?

AMPEX: Hier muss man sagen, dass wir natürlich auch gerne den klassischen Weg gegangen wären. Drei Singles, vielleicht noch ein bis zwei Musikvideos, dann die CD auf den Markt bringen und die Leute kaufen die Scheiben. In einer Zeit, in der Spotify, Instagram und der damit verbundene Algorithmus eine immer größere Rolle einnehmen, ist dies leider nicht mehr so zeitgemäß. Jede Single ist dabei ein neuer Impuls und ebnet den Weg bis zum Album-Release. Aber es ist natürlich auch schön, dass man auf diesem Wege zu jeder Single ein sehr starkes Feedback bekommt und einschätzen kann, ob man mit dem, was man aufgenommen hat, auch wirklich bei seinen Fans ankommt oder neue Menschen erreicht. Und hier müssen wir sagen, waren die Reaktionen wirklich sehr positiv und haben uns gezeigt, dass diese Veröffentlichungsstrategie wohl wirklich der sinnvollste Weg ist. Und jetzt hoffen wir natürlich, dass die Leute uns dann auch mit dem Kauf einer CD, Vinyl oder einem Besuch bei einem der drei Release-Konzerte belohnen.

VRR: Wenn man sich die bisherigen Titel der neuen Songs anschaut, fällt auf, dass viele davon ziemlich deutliche Aussagen transportieren. Wie wichtig ist euch auf diesem Album die Botschaft hinter den Songs und gibt es ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch die Platte zieht?

AMPEX: Einen roten Faden findet man auf der Platte nicht. Für ein wirkliches Konzeptalbum muss schon sehr viel zusammenkommen und es ist mit einem wesentlich größeren Risiko verbunden als ein Album, bei dem man Lieder sammelt und dann ohne Rücksicht auf die Thematik wählen kann. Und ob es den eigenen Ansprüchen gewachsen ist und einen Platz verdient hat. Dabei muss man schon sagen, dass wir bei dem Album noch mal etwas draufgelegt haben, was die Wahl der Thematiken und Aussagen betrifft. Mir wurde aus dem Bekanntenkreis auch schon vorgeworfen, dass wir sehr viele melancholische oder generell negativ behaftete Themen bearbeiten. Aber ich glaube, das macht unsere Musik auch aus und trifft bei vielen Menschen einen wunden Punkt, weil sie sich in den Liedern wiederkennen.

VRR: AMPEX wird musikalisch häufig als Mischung aus Deutschrock, Punk, Metal und Alternative beschrieben, während ihr selbst auf eurer aktuellen Außendarstellung von energiegeladenem German Punkrock sprecht. Hat sich euer eigener Blick auf euren Sound seit EINZELKÄMPFER verändert und wo würdet ihr AMPEX heute musikalisch selbst einordnen?

AMPEX: Wir glauben schon, dass sich unsere Musik und auch unser Sound seit EINZELKÄMPFER oder auch ALLES WAS DU BRAUCHST deutlich weiterentwickelt hat. Dabei war ETERNO ein Ausflug, der sehr punklastig war. Während wir mit KEIN WEG ZU WEIT einen sehr guten Mittelweg gefunden haben, um den Sound der ersten beiden Alben und die Entwicklung als Band zu verbinden. Das macht es einerseits schwierig, uns klar in eine Schublade zu packen, aber andererseits macht es das für uns selber auch interessant, wenn die Punkeinflüsse von Siggi auf die Metaleinflüsse von Mo treffen und es sich danach für uns einfach nach AMPEX anfühlt.

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Foto: Jo Anne Eppner

Release-Shows, neue Besetzung und der weitere Weg

VRR: Zum Album gibt es gleich mehrere Release-Shows: am 4. September in Lübeck, am 5. September in Leipzig und am 6. November in Bochum. Was dürfen die Fans bei diesen Shows erwarten und wird das Album dabei komplett im Mittelpunkt stehen?

AMPEX: Ja, auf die Release-Shows freuen wir uns schon sehr. Nachdem wir im Sommer auf den Festivals meist die bewährten Songs wählen für die begrenzten Zeitfenster. So haben wir bei den Release-Shows mehr Zeit, um dann auch die Akustikgitarren auszupacken. Das neue Album steht zwar im Mittelpunkt, aber wir werden nicht stumpf alle Songs herunterspielen. Wir legen den Fokus auf die Singles, die die Leute schon kennen. Ich selber erwarte ja auch bei einem Konzertbesuch, dass ich die Songs mitsingen kann. Ob wir dann in Bochum noch etwas an der Setlist ändern, wird sich zeigen. Das Album hat bis dahin gute zwei Monate Zeit, um zu wirken.

VRR: Ende 2025 hat sich eure Besetzung verändert. Felix hat die Band verlassen und Michael Bender seine Position übernommen. Gleichzeitig entstand das neue Album. Wie sehr hat dieser Wechsel die Entstehung beeinflusst und hat Michael musikalisch neue Impulse eingebracht?

AMPEX: Wir glauben, der Wechsel hatte auf die Entstehung des Albums keinen großen Einfluss mehr, da wir die Songs schon in der Vorproduktion fast komplett im Kasten hatten. Im Detail haben wir dann aber schon darauf geachtet, dass die Keyboardparts, die ich dann natürlich nicht mehr live spiele, etwas in den Hintergrund rücken. Im namensgebenden Opener kann man den Sound noch erahnen, der mit fünf Personen auf der Bühne einfach glaubhafter zu transportieren ist, ohne dass man bei fehlenden Backingtracks komplett aufgeschmissen ist.

VRR: Der Titel KEIN WEG ZU WEIT klingt nach Durchhalten, Weitermachen und dem festen Willen, sich von nichts aufhalten zu lassen. Wenn ihr eure bisherige Bandgeschichte in diesen vier Worten zusammenfassen müsstet, ist genau das die Geschichte von AMPEX?

AMPEX: Der Titel bringt das wirklich sehr gut auf den Punkt und ist damit auch der verdiente Slogan für AMPEX im Jahr 2026. Wir gehen unseren Weg weiter und profitieren davon, dass wir vier auch außerhalb der Band gute Freunde sind, die sich teilweise schon Jahre vorher kannten. Das macht es leichter, auch Widerstände wegzulächeln und unbeirrt dem Pfad zu folgen, den wir selber vertreten können.

Wir danken AMPEX für das Interview und freuen uns gemeinsam mit ihnen, wenn die neue Platte am 04.September erscheint.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redaktion

Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.

Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.

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