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Kaestel – Keine Kompromisse mehr VÖ 01.02.2019

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“Keine Kompromisse mehr” heißt der neueste Streich von Jens Kästel, dem ehemaligen Frontmann der Elektro Band Funker Vogt. Wie aus dem Nichts erschien sein Projekt Kæstel auf der Bildfläche.  Bereits die beiden Single-Auskopplungen “Könige und Kaiser” und “Keine Kompromisse mehr” haben in Deutschrock-Kreisen für Aufsehen gesorgt. Das Album erscheint am 01.02.2019 und ist seit Kurzem schon auf Amazon vergriffen. Doch kann es den hohen Erwartungen standhalten?

Setlist:
  1. Intro
  2. Keine Kompromisse mehr
  3. Das Ende vom Weg
  4. Seht euch nur an
  5. Liebe aus Beton
  6. Lass uns fliegen
  7. Könige und Kaiser
  8. Willkommen in der Scheiße
  9. Ich brauche diesen Wahnsinn
  10. Grenzen sind zerstört
  11. Falsche Freunde
  12. Einsame Nächte

Nach dem Intro startet das Album mit dem namensgebenden Song “Keine Kompromisse mehr”. Als Single-Auskopplung gab es zu dem Song auch ein Musikvideo. Auf YouTube konnte das Video bereits nach einer Woche über 50.000 Aufrufe zählen. Die ersten Töne machen deutlich, dass man den Namen des Albums durchaus ernst nehmen darf. Jens tiefe, raue Stimme unterstreicht die verbale Auflehnung gegen alles wovon man selbst einschränkt wird.

Der Song “Seht euch nur an” überzeugt vor allem mit pfundigen Gitarrensoli. Er beschreibt wie neidisch und missgünstig Menschen im eigenen Umfeld sein können. “Ihr tut als wärt ihr meine Freunde, weil ihr in meinem Schatten seid”.

“Ich brauche diesen Wahnsinn” setzt auf der Platte ein ganz deutliches Ausrufezeichen. Mit hohem Tempo und punktgenau platzierten “Oh-Chören” wird der Song live ordentlich einheizen. Vor allem der kurze Part mit klarer Sprachstimme zeigt, dass Kæstel keine Scheu vor musikalischen Experimenten hat.

Schon mal von einem Freund verraten worden? In “Falsche Freunde” hinterfragt Kæstel die Beweggründe dafür und macht sich Luft. Damit legt der Song einen Finger in eine Wunde, die wir vermutlich alle mit uns tragen. Hat man im Hinterkopf wie Jens Kästels Zeit bei Funker Vogt zu Ende gegangen ist, kommt man nicht daran vorbei, seine Lieder damit in Verbindung zu bringen. Nach seinem Austritt 2013 veröffentlichte er etwa ein Jahr später ein Statement auf Facebook, in dem er die Gründe dafür offen legte. Lange Geschichte knapp zusammengefasst: Von seinem ehemaligen Freund Gerrit, dem Mitgründer von Funker Vogt enttäuscht, entschied sich Jens die Gruppe zu verlassen, um einem ansonsten drohenden Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen. Im Interview verriet uns Jens, dass man seine Lieder aber nicht nur auf seine Zeit bei Funker Vogt beziehen sollte, sondern generell auf die vergangenen Jahre. Die Texte sind allgemein genug gehalten, damit sie jeder individuell auf sich selbst beziehen kann.

Insgesamt ist der prägnante tiefe Sprechgesang am auffälligsten, der zwar für Deutschrock nicht ungewöhnlich ist, aber beim ersten Hinhören noch nicht richtig zündet. Sobald man sich erst mal darauf einlässt, liefert genau dieser Gesang eine Spannung, die durch das gesamte Album aufrecht erhalten bleibt. Inhaltlich klingt “Keine Kompromisse mehr” zwar wie eine Abrechnung mit der Vergangenheit, ist aber eher als ein Tagebuch zu verstehen. In weiten Teilen wütend, melancholisch aber auch versöhnlich und mit einem Blick nach vorn. Kæstel nimmt kein Blatt vor den Mund und so ist die Wortwahl in den Texten eher derbe. Warum sollte man blumig Themen umschreiben, wenn ein simples “scheiße” den Sachverhalt klärt?

Mit “Keine Kompromisse mehr” gibt Jens Kästel ein mehr als deutliches Lebenszeichen von sich. Deutschrockfans bekommen ein düsteres, aber auf ganzer Strecke fesselndes Album geboten. Zum Glück hat er sich vom Elektro-Sound abgewendet, sonst wäre uns dieses kernige Erstlingswerk vorenthalten geblieben. Die kurze Zeitspanne von gerade mal drei Monaten für die Entstehung der Songs konnte vor allem durch die Hilfe von Profis wie Alex Lysjakow (Musikproduzent Soundart-Recording / Rookies and Kings Studios) realisiert werden.

Wir haben die Veröffentlichung von “Keine Kompromisse mehr” zum Anlass genommen und Jens Kästel zum Interview gebeten. Warum er von der Elektroband Funker Vogt zum Deutschrock übergelaufen ist und welche Kompromisse er nie wieder eingeht, erfahrt ihr in der Aprilausgabe unseres Printmagazins. Vorbestellbar unter www.vrr-shop.de

Lisa Berg
Lisa Berg
Über mich: Ich, 25 Jahre alt, habe Punk-, Deutschrock und Metal quasi mit der Muttermilch aufgenommen. Frühzeitig von meinen Schwestern mit "Die Toten Hosen" beschallt, hat mich das Fieber endgültig auf meinem ersten "Die Ärzte" Konzert 2007 erwischt. Heute stolpert man mir regelmäßig auf diversen Konzerten und Festivals über die Füße. Im Gegensatz dazu verdiene ich ganz seriös meine Brötchen als Grafikerin für den Printbereich. Mein Motto? "Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik"
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