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Alpenflair 2019 – Nachbericht

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Fulminante Tage auf dem größten Volksfest Südtirols liegen hinter uns. Auch bei der achten Auflage des Alpen Flairs begeisterten regionale und internationale Künstler unterschiedlichster Genre das weit angereiste Publikum. Highlights waren in diesem Jahr unter anderem In Flames, Mickie Krause und Frei.Wild.

Los geht’s

Neurotox auf der Flairstage

Traditionell startete das Alpenflair am Mittwoch mit der Warm Up-Party im Herzen Natzs. Nicht nur wegen des stellenweise regnerischen Wetters, in diesem Jahr wohl einer der feucht-fröhlichsten Abende des Festivals.

Wer die Einstimmung am Mittwoch halbwegs katerfrei überstanden hatte, wurde am Donnerstag vom Opener der Flairstage, Neurotox begrüßt. Sie stellten uns ihren neuen Mann in der Besetzung vor und der wurde standesgemäß vom Publikum mit einem herzlichen “Fick dich Mike” willkommen geheißen. Nach dem stimmungsvollen Einheizer leerte sich der Platz allerdings zur nächsten Band Grim God wieder.

Auf die Dauer hilft nur Power

Schlagartig voll wurde es auf dem Platz, als die Local Bastards die Bühne stürmten. Mit ihrem aktuellen Album KRONE DER SCHÖPFUNG sind sie auf Platz 46 der Charts eingestiegen und auch mit ihrer mitreißenden Performance auf der Flairstage haben sie bewiesen, dass es für die Bastarde gerade steil nach oben geht. Beim nächsten Mal wollen wir die Jungs definitiv auf der Alpenstage sehen!

Wo wir schon bei Alpenstage sind: Hangar X legten hier mächtig los, während es sich am Einlass noch staute. Lange Gesichter bei den Besuchern, die Sonnencreme und Deo bei schweißtreibenden Temperaturen und praller Sonne abgeben mussten. Was man gemeingefährliches mit einer kleinen Tube Creme anstellen könnte? Darüber kann man nur spekulieren, erschließen wird es sich wohl trotzdem nicht.

Tanzbein schwingen

Discofox- und Schunkelstimmung stellte sich bei den Amigos ein und zeigte, wie gut das Konzept des Genremixes auf dem Alpenflair funktioniert. Auf eine gehörige Portion Deutschrock folgte Schlager, während der späte Abend von harten Metalklängen geprägt war und das Publikum feierte alles gleichermaßen.

Von Licht und Nebel

Begeisterte O-Töne hörte man nach dem Auftritt von Bad Wolves. Mit einer unfassbaren Kondition flitzen die in LA beheimateten Metaller über die Bildfläche und nutzten damit die große Bühne optimal aus. Das große Finale des Abends legten In Flames hin, die eine, trotz des strömenden Regens,  beeindruckende Menge Menschen vor die Bühne zogen. In Nebel und Licht ertränkt, growlte uns Sänger Anders Fridén in einen grandiosen Abschluss des ersten Abends.

Geht nochmal los

Trotz langer Nacht forderte uns das Alpenflair am Freitag schon früh wieder vor die Bühne. Doch zeitiges aufstehen lohnte sich! The O’Reillys and the Paddyhats sind immer Garant für satte Stimmung vor und auf der Bühne. Das Publikum stapelte sich förmlich an der Flairstage, um nicht nur etwas zu hören, sondern auch einen Blick auf die Herren zu erhaschen.

Beste Voraussetzung für den nachfolgenden Act Grenzen|Los. Die Allgäuer Jungs eröffneten an diesem Tag die Alpenstage und durften sich über zahlreiches Publikum freuen, das nach dem Auftritt der Paddyhats in ausgelassener Feierstimmung war. Pogo vor der Bühne und durchaus textsichere Fans hinterließen eine sichtlich gerührte Band.

Dorfkinder

Viel Luft zum Verschnaufen ließen uns auch die Dorfrocker nicht. Mit Textzeilen wie “Ich bin ein Dorfkind, darauf bin ich stolz” wird selbst jemand, der sonst nichts mit Schlager am Hut hat, etwas anfangen können. Weiter ging es mit einem anderen Genre, aber trotzdem Kindern vom Land: Kärbholz. Mit einem Mix aus altem und neuem Liedgut gab es nochmal ordentlich Action auf der Bühne, bevor sich das Wetter dazu entschloss ungemütlich zu werden. Dank starker Regengüsse entwickelte sich das Festivaltreiben zügig zu einer Schlammschlacht und musste zwischendurch für gut 30 Minuten wegen eines starken Gewitters unterbrochen werden. Zahlreiche Blitze erhellten den Himmel über dem Hochplateau und es goss wie aus Eimern.

Highlight des Abends lieferte Mickie Krause, der dem Publikum vor der Alpenstage mit Ballermann-Feeling einheizte. Wer bis dato noch nicht unter Stimmverlust vom Mitgrölen litt, hatte spätestens nach den Gassenhauern damit zu kämpfen. Ein Kompliment an die feiernden Massen, die dem immer noch starken Regen trotzten. Als kleines Schmankerl spielten Stunde Null ein Late-Night Special zur Feier des Releases ihres aktuellen Albums ALLES VOLLER WELT auf der Flairstage.

Finale

Der Samstag auf dem Alpenflair kam nochmal deutlich deutschrocklastiger daher, als die Tage zuvor. Durch den starken Regen des Vorabends hätte man das Alpen Flair 2019 auch als “Mud-Festival” bezeichnen können, Matsch und Schlamm soweit das Auge reichte. Aber die Natzer sorgten dafür, dass jeder der wollte, sich am Festivalgelände an paar Gummistiefel für 10 Euro kaufen konnte und somit besten gerüstet für den Tag war.

Bei den ersten drei Acts der Alpenstage ging es Schlag auf Schlag. Den Anfang machten Eizbrand, die demnächst ihr Debütalbum FEUERTAUFE veröffentlichen. (Infos dazu gibt es auch in der kommenden Ausgabe unseres Printmagazins www.vrr-shop.de)

Alles mit Stil folgten prompt, die mit ihrem aktuellen Album GEGEN JEDE VERNUNFT für ordentlich Wirbel in der Deutschrock-Szene sorgten. Mit ihrem Mix aus Rock, Rap und Metal bleiben sie musikalischer Sprengstoff, doch mit ihrer feurigen Live-Performance werden sie wohl auch die letzten Zweifler von sich überzeugt haben.

Gänsehaut und Wehmut

Bewegende Momente bescherten uns Artefuckt, die mit ihrer Akustik-Ballade “Wir sind ewig” eine schaurig schöne Gänsehaut zauberten.

Bevor der Headliner des Abends Frei.Wild den Sack zumachte, nahm uns die Saarbrückener Kombo Powerwolf mit zu einem Ausflug in den Heavy Metal. Wer die Herren schon einmal live gesehen hat, weiß, dass man dort nicht nur akustisch, sondern auch optisch einiges geboten bekommt.

Der Menge an Fanshirts auf dem Gelände, während des Wochenendes zu urteilen, folgte der Act, auf den alle gewartet haben. Frei.Wild hinterließen uns nach ihrem Auftritt mit jede Menge Glücksgefühlen, wegen des wahnsinnigen Wochenendes und ein wenig Wehmut. Während des anschließenden Feuerwerks konnte man das Geschehene noch einmal Revue passieren lassen, bevor es Zeit war Abschied zu nehmen.

Wir sagen Danke für die großartigen Tage und freuen uns schon jetzt, wenn das Alpen Flair wieder zum größten Volksfest Südtirols lädt. Ihr wollt Bilder? Hier bekommt ihr sie:

Alpenflair 2019 Galerie

Lisa Berg
Lisa Berg
Über mich: Ich, 26 Jahre alt, habe Punk-, Deutschrock und Metal quasi mit der Muttermilch aufgenommen. Frühzeitig von meinen Schwestern mit "Die Toten Hosen" beschallt, hat mich das Fieber endgültig auf meinem ersten "Die Ärzte" Konzert 2007 erwischt. Heute stolpert man mir regelmäßig auf diversen Konzerten und Festivals über die Füße. Im Gegensatz dazu verdiene ich ganz seriös meine Brötchen als Grafikerin für den Printbereich. Mein Motto? "Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik"
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