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Alpen Flair Festival 2024: zwischen mega Headlinern und Hagel 

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Südtirol ist immer eine Reise wert. Erst recht, wenn das größte Volksfest Südtirols, das Alpen Flair Festival, in den Startlöchern steht. Für diejenigen, die bereits am Wochenende zuvor beim Brix Street Festival waren oder schon am Montag ihr Quartier bezogen hatten, wartete am Montagabend die Lesung von Philipp Burger im Walderhof – inklusive einiger Solosongs und der Moderation durch Philipps ehemaligen Berufsschullehrer. Fans durften Fragen stellen, welche von Philipp beantwortet wurden und bereits hier ließ sich erahnen, wie harmonisch die kommenden Tage werden sollten. 

O’zapft is 

Am Mittwoch war es dann so weit und der kleine Festzug mit anschließender Eröffnungsrede und Fass-Anstich startete. Die Reden fielen in diesem Jahr etwas kürzer aus, da das größte Public Viewing Südtirols auf dem Natzer Dorfplatz wartete. Gemeinsam wurde die deutsche Nationalmannschaft zum Sieg gebrüllt, bevor das traditionelle Warm-up seinen gewohnten Lauf nahm. 

Nachdem die Söhne Tirols und Unbelehrt die Flair Stage eröffnet hatten, machten 9mm Headshot am Donnerstag den großen Opener auf der Alpen Stage und feuerten die Menge direkt ordentlich ein. Keine Unbekannten mehr auf dem Alpen Flair sind die Dorfrocker, welche mit ihren bekannten Hits wie „Engelbert Strauss“ oder „Dorfkind“ für beste Stimmung sorgten. Bei „Spaghetti Polonaise“ schlängelte sich dann die längste Nudel der Welt, angeführt von Frontmann Tobias, über das Gelände. Im Anschluss übernahm kein Geringerer als Ikke Hüftgold die Bühne und hielt mit „Bumsbar“ oder „Pyrotechnik“ die Stimmung weiter am Brodeln. 

NATO-Areal wird zum Partyplaneten 

Ob die Danko Jones verwirrt waren, auf welcher Veranstaltung sie hier gelandet waren, ließ sich leider nicht klären, aber auch die Kanadier bekamen die beste Stimmung vom Publikum entgegen geballert und gingen glücklich von der Bühne, um Platz für die Fäaschtbänkler zu machen. In Nullkommanichts verwandelten die Schweizer das ehemalige NATO-Areal zum Partyplaneten und sorgten mit einem neuen 27 Genres Medley für Staunen. Zum Abschluss des ersten Abends stürmten die Engländer von Architects die Bühne und verwöhnten die Gehörgänge mit feinstem Metalcore, bevor der erste Tag des lang ersehnten Festivals dann auch schon zu Ende ging. Wer noch nicht genug hatte, konnte natürlich wie immer in der Alpenhöhle weiterfeiern. 

Frauenpower satt in Natz 

Der zweite Festivaltag war gekommen und die Flair Stage wurde von 68FL:OZ und Chaos Messerschmitt bei bestem Wetter eröffnet. Der erste Slot im Infield gehörte an diesem Tag den Ochmoneks, welche sich sichtlich über die erste fliegende Unterhose des Sommers freuten. Noch bevor die Hessen von April Art in ihren roten Outfits auf die Bühne kamen, warnte der Veranstalter die Besucher vor einem möglichen Unwetter. Einige Camper sicherten daraufhin bereits ihr Hab und Gut und brachten ihre Besitztümer nach Möglichkeit in Sicherheit. Der Stimmung auf dem Gelände tat diese Meldung allerdings keinen Abbruch und Melissa Nascheweng betrat pünktlich um 18 Uhr die Bühne. Mit ihrem Akkordeon und tatkräftiger Unterstützung eines kleinen Mädchens aus dem Publikum sorgte auch sie für einen unvergesslichen Auftritt beim größten Volksfest Südtirols. 

Internationale Größen standen im Anschluss auf der Bühne: Die US-amerikanische Rockband Black Stone Cherry fanden ebenfalls den Weg ins Land der tausend Berge und sorgten an diesem Tag für die perfekte Mischung. Matthias Reim betrat im Anschluss die Bühne und ließ Songs wie „Idiot“ und natürlich seinen größten Hit „Verdammt ich lieb‘ dich“ in die immer dunkler werdende Nacht erschallen. Einen Sonderauftritt bekam sein Sohn Julian Reim. Nachdem das Vater-Sohn-Gespann den Song „Zwei wie Pech und Schwefel“ gemeinsam performten, gab Julian noch seinen Solosong „Euphorie“ zum Besten, bevor sein Vater wieder übernahm. 

Sturm und Hagel 

Aufziehender Wind und Blitze am Himmel ließen den ein oder anderen Camper unsicher werden und so begaben sich vor The Interrupters bereits einige Besucher Richtung Campingplatz. Die letzte Band machte ihrem Namen alle Ehre, denn bereits beim dritten Song wurde der Auftritt unterbrochen und das Gelände wegen des Unwetters binnen Minuten evakuiert. Es folgten Sintflut-artige Regenschauer und ein kurzer Hagel. Nach 20 Minuten war bereits das Gröbste vorbei und nach einer Stunde konnte das Konzert fortgesetzt werden. Leider befanden sich dann nicht mehr viele Zuschauer vor der Bühne, was nach diesem Unwetter aber kein Wunder war. Ein Dank geht hierbei an die örtlichen Einsatzkräfte, an die Security, an die Veranstalter, sowie alle Beteiligten, die diese Situation mit einer unglaublichen Sorgfalt, Ruhe und Präzision gemeistert hatten. Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Situation mit dem Shuttle und den Taxen können auch hier bestimmt verbessert werden, aber das wird sich alles im Nachgang klären können. 

Außenseiter gefeiert wie Rockstars 

Alle guten Dinge sind drei und so startete der dritte und letzte Festivaltag auf dem Vorplatz mit Neurotox und Morgenrot, bevor sich ein letztes Mal für dieses Jahr die Tore zur Alpen Stage öffneten und WILLKUER mit ihrer gewohnten Schwabenpower das sehr gut gefüllte Infield einheizten. Premiere in Südtirol feierten die Niedersachsen von Stahlmann mit einer Rockshow, welche bereits mit dem ersten Bühnenbild Lust auf mehr erweckte. In der Umbaupause erschienen plötzlich Männer auf den Dächern der Essensstände und auf dem Dach des FOH. Fünf Goaßlschnöllen demonstrierten den Südtiroler Brauch mit der Fuhrmannspeitsch. Auch ein Festivalbesucher versuchte sich an der Technik und erntete Applaus. Alte Hasen beim Alpen Flair sind die Männer von Artefuckt, welche einen ihrer wenigen Live-Auftritte in diesem Jahr in Südtirol spielten und die Menge zum Pogen brachten, bevor das Mikrofon an die Jungs aus dem Hinterwald übergeben wurde. 

Waschechter Schuhplattler 

Mit lauten Gesangschören wurde Kärbholz gefeiert und die Shirts nach einem kurzen Regenschauer trocken gewirbelt. Auch in dieser Umbaupause sorgte eine Überraschung auf dem Dach des FOH für staunen. Begleitet von zwei Akkordeons zeigten die Mädels von Natza Äpfelklotscha wie ein richtiger Schuhplattler auszusehen hat. Den musikalischen Außenseiter an diesem Tag gaben die Kastelruther Spatzen – gefeiert wurden sie aber trotzdem wie Rockstars. BHs flogen auf die Bühne, Bengalos wurden entfacht und Fans ließen sich auf den Händen anderer Besucher bis zum Bühnengraben tragen. Und spätestens bei „Eine weiße Rose“ oder „Ciao Amore“ konnte dann jeder nicht nur mitschunkeln, sondern auch mitsingen. 

Der krönende Abschluss 

Um 22:15 Uhr war es so weit. Der Act, auf welchen wohl die meisten gewartet haben und von denen mehr Bandshirts in dieser Woche gesehen wurden als von allen anderen zusammen, betrat die Bühne. Mit einem lauten Knall verkündeten die Hausherren von Frei.Wild ihre Anwesenheit und in der Menge gab es unmittelbar kein Halten mehr. Wer viel schwitzt, wird durstig und so verlangte Frontman Philipp irgendwann nach einem frisch gezapften Bier, welches ihm von keinem Geringeren als Albin von den Kastelruther Spatzen gebracht wurde. Gemeinsam mit den beiden sang das ganze Areal „Ein Prosit“ und schon konnte es weiter gehen. Zwei Stunden spielten Frei.Wild mit sämtlichen Emotionen der Fans und ließen kaum Wünsche offen und dann war es auch schon wieder soweit. Die Alpen Flair Hymne ertönte, das Feuerwerk startete und auf der Leinwand wurde sich bedankt und gleichzeitig angekündigt, man sehe sich im kommenden Jahr wieder. 

Wir bedanken uns bei allen Bewohnern von Natz und den Dörfern drumherum für die Gastfreundschaft, bei den Carabinieri, der Feuerwehr, dem weißen Kreuz, dem Team von STS Security, allen Helfern, den Bauern, die Wiesen zur Verfügung stellten und feststeckende Autos herausgezogen haben, bei den Campern für saubere Plätze und natürlich allen Besuchern sowie jedem, den wir hier jetzt vergessen haben, der zu einem gelungenen Alpen Flair 2024 beigetragen hat. Wir freuen uns schon, wenn es vom 18.–21.06.2025 wieder heißt: herzlich Willkommen beim Alpen Flair. 

Hier geht’s zur großen Alpen Flair 2024 Galerie:

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

Ich bin durch meine Eltern bereits mit Rockmusik aufgewachsen. Da mein Vater als Tontechniker unterwegs war, habe ich recht früh gelernt, was gute Musik ausmacht und ob eine Band vor allem live gut klingt. In der Teenie-Phase mischte sich dann zu dem bis dato englischen Rock und Punk Genre immer mehr der Deutschrock in meine CD Sammlung und dieser Linie bin ich bis heute treu geblieben. Prinzipiell ist mir der Stil egal, Hauptsache, ich höre Gitarre, Bass und Schlagzeug.

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