Kärbholz – STURM ZIEH AUF – neue Töne, neue Wucht, alter Geist
Kärbholz: „Wir wollen keine Wahrheiten predigen“ Warum STURM ZIEH AUF mehr ist als nur ein neues Album. Drei Jahre mussten Kärbholz-Fans auf ein neues Studioalbum warten. Für eine Band, die in der Vergangenheit sogar zwei Alben innerhalb kürzester Zeit veröffentlicht hat, eine ungewöhnlich lange Pause. Doch wer glaubt, STURM ZIEH AUF sei einfach nur das nächste Kapitel der Bandgeschichte, wird überrascht sein.
Im Gespräch mit Vollgas – Rock & Realtalk wird schnell deutlich, dass dieses Album nicht unter Zeitdruck entstanden. ist Es gab keinen festen Veröffentlichungstermin, keine Deadline, die unbedingt eingehalten werden musste. Stattdessen wurden Songs geschrieben, wieder verworfen, komplett umgebaut und teilweise über Monate hinweg neu gedacht. Manche Ideen entstanden innerhalb weniger Minuten, andere brauchten ein halbes Jahr, bis sie endlich so klangen, wie Kärbholz sie wirklich hören wollte.
Dabei sprechen Adrian und Stefan erstaunlich offen über kreative Sackgassen, Selbstzweifel und den Druck, den man sich als Band vor allem selbst macht. Nicht, weil Fans oder die Plattenfirma Erwartungen formulieren, sondern weil man sich selbst nichts vormachen will. Jeder Song musste die komplette Band überzeugen. Hatte einer ein Veto, flog die Idee wieder vom Tisch. Genau dieser Anspruch sorgte am Ende dafür, dass aus dutzenden Songideen nur die Stücke übrigblieben, hinter denen Kärbholz heute zu hundert Prozent steht.
Kärbholz nimmt sich Zeit, statt Kompromisse einzugehen
Besonders spannend wird das Gespräch, als es um Verantwortung geht. Wie politisch darf Musik heute überhaupt noch sein? Muss eine Band Haltung zeigen oder reicht es, Menschen zum Nachdenken anzuregen, ohne ihnen fertige Antworten zu liefern? Kärbholz bezieht dazu eine klare Position. Sie spricht über eine Gesellschaft, die immer weniger miteinander redet, über den Verlust von Respekt und darüber, warum Musik Menschen verbinden sollte, anstatt sie weiter auseinanderzutreiben. Dabei wird deutlich, dass die Band keine politischen Wahrheiten predigen möchte, sondern vielmehr zum Dialog aufrufen will. Etwas, das ihrer Meinung nach heute häufiger fehlt als je zuvor.
Warum STURM ZIEH AUF weit mehr als ein Albumtitel ist
Auch der Albumtitel bekommt im Gespräch eine völlig neue Bedeutung. Der Sturm steht für Kärbholz nicht für Zerstörung oder Chaos, sondern für Veränderung. Für den Moment, in dem man seine Komfortzone verlässt, alte Gewohnheiten hinter sich lässt und endlich den Mut findet, etwas zu verändern, persönlich wie gesellschaftlich.
Wer hinter die Kulissen der Entstehung von STURM ZIEH AUF blicken möchte, erfährt in der Podcast-Folge noch deutlich mehr. Warum eine der heutigen Singles beinahe nie erschienen wäre, wie Produzent Alex Dietz die Band regelmäßig an ihre Grenzen bringt und weshalb Kärbholz lieber ehrliche Diskussionen führt als einfache Antworten zu liefern. All das hört ihr in der aktuellen Folge von Vollgas – Rock & Realtalk. Nach diesem Gespräch bleibt vor allem eine Erkenntnis: STURM ZIEH AUF ist kein Album geworden, das entstanden ist, um Erwartungen zu erfüllen. Es ist ein Album, das genau deshalb so klingt, weil Kärbholz sich geweigert hat, den einfachen Weg zu gehen.
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Gründete 2017 das Magazin und begann eine ganz neue, "musikalische" Reise durch die rauen Landschaften von Musik, Veranstaltungen und Print- und Online-Medien.







