Himmelstürmer, der Name klingt beim ersten Lesen eher nach Schlager, als nach Deutschrock. Lässt man sich das Wort dann mal auf der Zunge zergehen, ist der erste Eindruck nur Schein.

Die 2013 gegründete Deutschrock- Formation aus Niederbayern, mit einer Frontfrau als Rarität, besteht aus vier durchaus talentierten Musikern. Als ihre Einflüsse beschreiben sie: Musik gegen jegliche Art von Extremismus. Seit dem 13.01.2018 ist der „Rohdiamant“ nun bei Boersma- Records unter Vertrag und haut auch direkt mal ein neues Album raus. „Wir werden keine Engel“ heißt das gute Stück, bestehend aus 10 Tracks, welches am 01.06.2018 Release feiert.

Himmelstürmer sind:

Julia – Gesang
Jule – Bass
Matze – Gitarre/ 2. Gesang
Maxe – Drums

Der erste allgemeine Eindruck:

Das Album ist mit 10 Tracks wirklich überschaubar, im positiven Sinne. Das beste kompakt zusammengefasst. Einige Songs machen mit knappen 5 Minuten Hörvergnügen, die Gesamtlänge des Albums aus. Das erste Lesen der 10 Titel macht Laune und schürt Erwartungen. Von „Wir sind wieder da“, über „Party, Pogo, Dosenbier“ bis „Auf Nimmerwiedersehen“, scheint thematisch alles dazu sein, womit ein gutes Deutschrock-Album gespickt sein sollte.

Doch dann! Für mich leider erst einmal eine herbe Enttäuschung. Der erste Track „Wir sind wieder da“ wird gar nicht meinen Erwartungen gerecht. Monotonie vom allerfeinsten und von Freude über das Wiederauferstehen der Band ist absolut nichts zu hören. Aber nicht verzagen, weiter hören lohnt sich! Glücklicher Weise ist das der einzige Song, der überhaupt nicht an mich ran will. Bis zum Ende des zweiten Songs „Ich bleibe stehen“ haben die ungewohnten weiblichen Töne meine Ohren erobert. Versteckt in Mitten des ersten Songs, entfacht die Stimme der Dame erst im Laufe des zweiten Titels ihr wahres Potenzial, welches in den acht weiteren Tracks fortlaufend ausgeschöpft wird. Ergänzt durch rockige Instrumentalriffs und Ohrwurmmelodien geht es mit jedem weiteren Titel bergauf.

Himmelstürmer BandMeine persönlichen Favoriten sind „Nie Genug“, „Wir werden keine Engel“ und „Lebe den Moment“. Hier findet sich die größte Vielfalt sowohl instrumental, textlich als auch gesanglich. Inhaltlich sind die Themen im Vergleich mit anderen Alben nichts Neues. Jedoch schaffen es Himmelstürmer, dass ich nicht das Gefühl habe die selbe Leier zum tausensten Mal zu hören. Als Absacker gibt es mit „Ich renn“ noch eine schöne tiefsinnige Ballade. Somit findet sich in gewisser Weise eine Art Spannungskurve, die alles in allem, trotz des verpatzten Einstiegs, ein rundes Album ergibt.

Dieser Tanz ist endlos, ein endloser Walzer

Fazit:

Im Grunde genommen ein gutes Album. Es reicht von bodenständigen Rocksongs bis zu gefühlvollen Balladen. Allerdings habe ich es erst nach mehrmaligem Durchhören zu schätzen gelernt. Die Songtexte sind inhaltlich sehr vollgepackt. Definitiv keineinfältiger Deutschrock, der nur zum Abfeiern unter Einfluss einer Menge Alkohol erträglich wird.Freut euch auf das was da kommt und macht euch die Mühe das Werk mehrere Male durchzuhören, um es annehmen zu können.

7 von 10 Punkten, mit der Gewissheit, dass man noch Einiges Gutes in der Zukunft erwarten kann.

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