PRO-PAIN – STONE COLD ANGER – VÖ 15.05.2026

Sich mit jedem neuen Album selbst zu übertreffen, ist wohl die vermeintlich größte Herausforderung jeder Band. Insbesondere, wenn elf Jahre dazwischen liegen und der Vorgänger ordentlich gekracht hat. PRO-PAIN hat Eric Klinger zurück an die Gitarre geholt, bereits zwei Singles vom am 15. Mai erscheinenden Album STONE COLD ANGER veröffentlicht und beweist schon jetzt ihre dauerhafte Reputation als Ausnahme New York Hardcore Band. 

Trackliste 

  1. Oceans of Blood 
  2. Stone Cold Anger 
  3. March of Giants 
  4. Uncle Sam Wants You 
  5. Demonic Intervention 
  6. Rinse & Repeat 
  7. Hell or High Water 
  8. Scorched Earth 
  9. Jonestown Punch 
  10. Skys the Limit 

 

Harter Dreier

Circle Pit Hymne „Oceans of Blood“ und das Bassbrett „March of Giants” wurden bereits veröffentlicht und nehmen den Titeltrack „Stone Cold Anger“ knallhart in die Mitte. Die beiden Tracks knüppeln mit voller Wucht auf den Titeltrack ein, dass es fast traurig macht. Im Stil von Balboas Mentor, Apollo Creed, muss „Stone Cold Anger“ zu sehr einstecken und kommt auch nicht mehr aus seiner Ecke raus. 

 

Ist das noch NYHC

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Quelle: NAPALM RECORDS

Nachdem wir uns von diesem kleinen Rückschlag erholt haben, kommt „Uncle Sam Want´s You“ und hilft uns auf. PRO-PAIN zeigt deutlich, dass NYHC mehr kann. Mit verspieltem Bass, einem Rock ´n´ Roll-Rhythmus, der uns an Madballs „Doc Marten Stomp“ erinnert und Garys Stimme, die wir als Nachfolger von Lemmy identifizieren, wird gesellschaftskritisch haargenau abgefeuert. Ins selbe Horn bläst „Demonic Intervention“. Doch schafft es der Track weniger mit Metaphern, sondern legt lyrisch die Karten gegen religiösen Terrorismus auf den Tisch. Mit den schüchternen „oh, oh, oh, oh“ Breaks und den unverkennbaren klassischen musikalischen Elementen der Band gibt es hier den neuen Signature Song. „Rinse & Repeat“ ist die Krone der Kritik an der Kirche. Es ist das englische äquivalent zu „Kirche“ von Boehse Onkelz. Prägnante Hooks, Aussagen mit klarer Kante und treibende Melodien machen den Song zu einem der Highlights. Wäre da nicht das Fade-out. Das Ausblenden von Songs funktioniert im Hardcore nicht. Und grundsätzlich nirgends. 

Two-Steps vs. Metalcore Vibes 

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Foto: Jana Stahl

Mister Meskil zieht im letzten Drittel mit seiner Band noch einmal alle Register. Sein Bass und seine Stimmbänder drehen bei „Hell or High Water“ komplett durch. Wer hier stillsitzen kann, geht bitte. Jetzt! Mit „Scorched Earth“ verhält es sich ähnlich. Er ist der wohl abwechslungsreichste und politisch wichtigste Track vom Album. Mit viel Metalcore Vibes und im Two-Step Move geht „Jonestown Punch“ in den Ring und prügelt den vorhergehenden Tracks die Seele aus dem Leib. So schnell wie es begann, endet der Track und geht auf Repeat. Einen gebührenden Abschluss feiern wir mit „Sky`s the Limit“. Ein Lied über Schmerz und Verlust, der durch sein Arrangement mit hymnischem Gesang, Sing Along Einlagen, Händeklatschen und Pogorythmus zu einem lauthals schreienden emotionalen Gefühlsausbruch führt. Damit ist der Zenit erreicht. Besser endete noch kein Album in einer unserer Besprechungen. 

Fazit: 

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Quelle: Napalm Records

Unterm Strich bleibt festzuhalten: STONE COLD ANGER ist kein Album, welches höflich nach Hörern fragt oder um Zustimmung bittet. PRO-PAIN klopft nicht an oder klingelt. Sie tritt die Tür ein. Nach 35 Jahren im Business, mit immer starken Alben, ist es der Band gelungen, ein weiteres fast perfektes Werk zu präsentieren, dass mit zwei kleinen Macken daherkommt. Das 16. Album der Amerikaner ist nicht elegant. Es ist wütend, beißend und schiebt bis zum Ende nach vorne. Stand jetzt ist die PRO-PAIN Evolution mit STONE COLD ANGER abgeschlossen. Jetzt hat es die Band schwer dieses Album zu übertreffen. Bis es so weit ist, genießen wir ab dem 15. Mai das erstmal und freuen uns auf Live-Auftritte von PRO-PAIN. Unter anderen auf der G.O.N.D. und dem Wir Leben Laut Festival. Wer schon mal die Platte ordern möchte, klickt hier: Pro-Pain | Rock & Heavy Metal Empire 

4,5 von 5 

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redakteur

Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.

Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal à la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk, bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.