Mit Metal klingt alles besser – Teil 3

Manche Songs sind Ohrwürmer, andere sind Klassiker und dann gibt es die, die erst im Metal-Gewand ihr volles Potenzial entfalten. In Teil 3 von „Mit Metal klingt alles besser“ wird aus Disco Wahnsinn, aus Pop wird Attitüde, aus Hip-Hop Düsternis und aus Dance-Pop pure Eskalation. Gitarren ersetzen den Glitzer, das Schlagzeug verdrängt den Groove und plötzlich klingen vertraute Songs, als wären sie schon immer dafür gemacht gewesen. Zwischen Abrissbirne, Schlachtfeld und Burghof zeigt sich einmal mehr: Der Metal nimmt sich, was er will und macht es größer, härter und oft erstaunlich viel besser.

Knorkator – Ma Baker
(Original: Boney M., 1977)

Knorkator schraubt dem Discoklassiker 2003 die Glitzerkugel ab und ersetzt sie durch eine Abrissbirne. Der Rhythmus bleibt tanzbar, marschiert aber jetzt durch eine Irrenanstalt mit Presslufthammer. Stumpens Wahnsinnsgesang verpasst der Gangster Oma eine Extraportion Psychose. Aus 70er-Disco wird Endzeitzirkus. Und plötzlich ist „Ma Baker“ nicht nur funky, sondern auch gefährlich. Hüte sich, wer kann.

Ankor – Bad Guy
(Original: Billie Eilish, 2019)

Ankor dreht dem Minimalismus den Verstärker auf. Der trockene Takt wird von Gitarrenwänden verschluckt, aber die Attitüde bleibt bissig. Jessie Williams Stimme schwebt erst, dann schlägt sie zu. Aus Zurückhaltung wird Abriss. Bad Guy? Nein, Endgegner.

Feuerschwanz – Dragostea Din Tei
(Original: O-Zone, 2003)

2021 verwandelte Feuerschwanz den Dauerohrwurm in ein Mittelalter-Massaker mit Trinkhorn. Dudelsack und Riffs prügeln dem Hit die 2000er aus dem Leib. Der Ohrwurm bleibt, aber jetzt grölt er im Burghof statt im Bravo Hits Club. Ironie trifft Epik, und alle saufen mit. Nu ma, nu ma? Jetzt mit Met Atem.

Artas – Gangsta´s Paradise
(Original: Coolio, 1995)

Artas presste 2008 den Westcoast Klassiker durch die Metal-Walze. Der Flow wird gebrüllt und der Beat bekommt Drums in die Rippen. Die düstere Stimmung bleibt, nur eben jetzt mit Funkenflug. Paradies? Klingt hier nach Endzeit mit Verstärker auf elf.

Silenzer – Out of the dark
(Original: Falco, 1998)

Der 90er Klassiker bekommt von Silenzer ein massives Sound-Upgrade verpasst. Die düstere Grundstimmung bleibt, aber sie bekommt Gitarren, die schneiden wie Neonlicht im Regen. Der Refrain wächst zur hymnischen Wand. Aus Nachtclub-Melancholie wird Festival-Gänsehaut – Dunkelheit mit Druck.

 

Fünf Songs, fünf Verwandlungen und wieder der Beweis: Metal ist nicht einfach nur ein Genre, sondern ein Upgrade.

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Mein musikalischer Weg hat viele Abzweigungen. Von Mittelalter über diverse Subgenres des Metals, bis hin über die Tiefen des Rocks. Geprägt von den Onkelz, In Extremo und Rammstein führt heute kein Weg mehr an In Flames, Parkway Drive und Machine Head vorbei.