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Wir gegen Uns: Release-Pläne, Corona und die Zukunft

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VRR: Wie kommt man auf den Namen Wir gegen Uns?  

Wir gegen Uns: Wir waren gerade am Proben und haben verzweifelt nach einem Namen gesucht. Bei der Probe war Ronny sein Sohn dabei und er hat wie immer auf dem iPad Youtube geguckt. Er hörte sich den Song „Alles geht“ von der Band Tonbandgerät an und dort kommt der Satz „Wir gegen Uns“ vor und er sagte dann, warum nennt ihr euch nicht so. 

VRR: Wie seid ihr zur Musik gekommen und warum gerade Deutschrock?  

Wir gegen Uns: Angefangen hat das alles 1994 mit Punkrock (zumindest bei Ronny) Wir wollten so sein wie Nirvana, Dritte Wahl und die Ärzte. Ingo kam zur Musik bei der Bundeswehr und Simon seit seiner Jugendweihe. Wir Drei, bis auf Robert, spielten auch schon vorher zusammen in einer Band (Glorreiche Halunken). Deutschrock spielen wir, weil wir kein Englisch können. Eigentlich ist es ganz einfach, wir sind mit Punkrock/Deutschrock groß geworden, daher können wir gar nicht anders. Wir haben das schon vor 20 Jahren gemacht, nur gab es da den Deutschrock von heute noch nicht. 

Die Konzerte und Corona 

VRR: Glorreiche Nacht in Teuchern ist ja für mich persönlich seit 2018 ein Muss. Ihr als Band seid ja das Aushängeschild der Veranstaltung. Wie stolz ist man da auf die Resonanz des Publikums und auf die immer wiederkehrenden Gesichter?  

Wir gegen Uns: Es ist erstaunlich, wie viele Leute relativ textsicher sind. Es war schon ein Wagnis das Festival wieder zum Leben zu erwecken, ganz ohne Onkelzcover. Jahrelang hatten wir volles Haus. Uns hat es umso mehr gefreut, dass man auch mit eigener Musik so viele Leute dazu bringt, vorbeizukommen. Wir sind darüber echt dankbar.  

VRR: Ich persönlich kann nur sagen, es lohnt sich dieses kleine Festival zu besuchen, man trifft Freunde, hat coole Musik vor der Nase und kühles Bier nebenan. Das böse Wort mit C – Corona – traf euch ja auch heftig. Ihr wolltet Ende März nach Moskau und auch die Glorreiche Nacht in Teuchern musste abgesagt werden. Wie fühlt man sich, wenn einem solch tolle Pläne zerstört werden?  

Wir gegen Uns: Naja Moskau ist schon schade, auch, weil wir auf den Reisekosten sitzen geblieben sind. Aber wir hatten dadurch viel mehr Zeit, im Studio zu arbeiten und konnten die Platte so gut wie fertig stellen.  

Die Alben 

VRR: 2018 kam euer erstes AlbuAUS EIGENER FEDER. Nun soll 2020 Album Nummer zwei folgen. Habt ihr schon ein Release Datum?  

Wir gegen Uns: Ein genaues Release Datum gibt es noch nicht. Wir peilen so September/Oktober an. Aber das Album ist fertig aufgenommen und muss nur noch fertig gemischt werden. Es werden 12 Songs sein.  

(Anmerkung der Redaktion: Wer schon einmal reinschuppern möchte, auf den bekannten Streamingkanälen findet ihr einen Vorgeschmack mit „Helden meiner Jugend“ oder direkt das erste Album AUS EIGENER FEDER.)  

VRR: Texte schreiben ist nicht einfach, man steckt viel Herzblut rein. Zumindest empfinde ich eure Texte so. Gibt es dann bevor der Song endgültig ins Repertoire aufgenommen wird, eine längere Diskussion oder wird alles direkt einstimmig abgesegnet?  

Wir gegen Uns: Ronny seine Texte werden genommen, wie sie sind. Also nein es gibt eigentlich keine Diskussionen darüber. Die Texte sind allerdings nie frei erfunden, meist steckt eine Lebenserfahrung oder Begegnung oder eine wirkliche Geschichte dahinter. Wir müssen nicht über Dinge singen, die wir nicht wirklich erlebt haben. Dann lieber aus dem Herzen heraus – einfach, aber dafür echt.  

(Anmerkung der Redaktion: Hierzu ein Beispiel. Das Lied „Hey du“ erwähnt, welches auf einer SMS von der Jugendliebe Ronnys zurückzuführen ist und schon sehr mitfühlen lässt.)  

VRR: Ihr produziert euer Album wieder in Ronnys Studio. Arbeitet ihr dennoch gemeinschaftlich an der CD oder vertraut ihr Ronny blind?  

Wir gegen Uns: Meist läuft es so ab, dass Ronny die Songs vorproduziert und dann jeder seinen Senf dazu abgeben kann. Dann wird noch bissel was geändert, bis es passt. Heutzutage ist das mit dem Aufnehmen ja alles sehr einfach und nicht so kostenintensiv wie vor 20 Jahren.  

VRR: Habt ihr Wünsche für die Zukunft von Wir gegen Uns? Wollt ihr irgendwo einmal unbedingt spielen? 

Wir gegen Uns: Wir wünschen uns, dass wir gehört werden, es wäre zu schade um die Songs und Geschichten, wenn keiner davon Notiz nimmt. Live spielen wir relativ wenig, da wir als kleine Band meist nicht die Möglichkeit bekommen, irgendwo zu spielen. Einen besonderen Ort gibt es aber nicht. Am wichtigsten für uns ist ganz klar Teuchern Glorreiche Nacht. 

Melissa Müller
Melissa Müller
Über mich: 24 Jahre jung und Herzblut-Ossi, auch als Nachwende-Kind. 2009 durch Frei.Wild endgültig mit dem Deutschrockfieber infiziert. So sieht man mich heute regelmäßig auf Konzerten oder Festivals, zumeist bei kleineren Bands (Kneipenbands, wie ich sie liebevoll nenne) in der ersten Reihe. Mein persönliches Lebensmotto „Der Osten rockt, denn ich leb nur einmal“.
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