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Soziales Hetzwerk – Deutschsprachiger Rock und Punk mit internationalem Flair

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Im Gespräch mit Musiker Jim Schatzmann über sein Projekt und das kommende Album

Wer jetzt sofort an Politpunk denkt, der ist falsch gewickelt. Bei dem Musikprojekt Soziales Hetzwerk handelt es sich um Jim Schatzmann, einen österreichischen Musiker mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Business. Ein Musikprojekt das, großzügig gesehen, im Deutschrock anzusiedeln ist und mit Unterstützung von internationalen Künstlern, in wenigen Wochen den zweiten Silberling, PROVOKATEUR, auf den Markt bringt. Jim sagt: „Dieser Titel passt von vorne bis hinten perfekt über das ganze Album drüber.”

Vor ziemlich genau 12 Monaten, gab unsere Redakteurin Katrin dem Debütalbum satte 4 von 5 Sternen. Zu Recht. Nun gibt es schon seit längerem Infos zu einem neuen Album. Da mussten wir einfach gleich bei Jim nachhacken, was da so am Start ist.

Irgendwo in einer kleinen Gemeinde im wunderschönen Tirol ist es endlich vollbracht

Es ist Freitagmittag, der 26. Februar 2021. Die Aufnahmen zur neuen Platte sind abgeschlossen, die letzten Parts eingespielt, Dorian Quäl gab mit Hilfe seiner Regler, den Songs ihren finalen Schliff und alle Gäste und Musiker haben das Studio verlassen. Außer Jim, der bürgerlich Jürgen heißt, der sitzt hochzufrieden da und freut sich, dass die Arbeit endlich getan ist. Wären wir da nicht. Denn zeitgleich schicken wir unsere Fragen an Jim raus, die auch prompt beantwortet werden.

VRR: Hallo Jim. Vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst um unsere Fragen zu beantworten. Heute am 26. Februar, hast du ja die letzten Aufnahmen im Kasten…erleichtert, stolz, müde vielleicht?

Jim: Also stolz trifft es mal ganz gut und auch ein wenig erleichtert, denn so ein Album ist natürlich immer mit viel Anspannung verbunden. Klappen die Aufnahmen mit all den Gastmusikern, funktionieren die Songs, hält das ganze Aufnahme-Equipment durch (was ja auch nicht immer der Fall war, haha). Aber jetzt, nach Abschluss der Aufnahmen, bin ich echt gut drauf, denn es ist mit Sicherheit das beste Album, das ich je gemacht habe. Und wenn man dann so ein Ergebnis hat, kann man richtig zufrieden sein.

VRR: Wie geht´s dir, mit der Aussicht, das knapp ein Jahr nach dem ersten Album, schon das nächste auf den Markt kommt?

Jim: Ich war sehr angespornt durch den Erfolg der ersten Platte. Wenn man bedenkt, dass es ein Debut-Album ist, welches dann über 100k-mal gestreamt wurde, kann man die Motivation sicher gut nachvollziehen.

VRR: Warum schon 12 Monate später? Viele Künstler lassen sich mindestens 2 Jahre Zeit. Ist dies der Corona-Zeit geschuldet? Oder gab es noch so viel an Texten loszuwerden?

Jim: Eigentlich wollte ich schon viel früher was nachschießen, aber das vergangene Jahr war derart turbulent, dass ich erst gegen Ende 2020 wieder die Power hatte, neue Aufnahmen anzugehen. Das Jahr war von Krankheit und vielen privaten Schicksalsschlägen geprägt, da ging mir echt die Puste aus und ich war richtig am Ende. Als es dann gegen Ende 2020 wieder aufwärts ging, war mein erstes Ziel wieder ein neues Album zu machen…es war eine Art Eigentherapie und Belohnung für mich zugleich.

VRR: Die Songs deines oder eher eurem ersten Album, klingen oft sehr unterschiedlich. Alles nach Rock und Punkrock, aber in sich sehr unterschiedlich. Liegt es an den Musikern, die mitgewirkt haben oder bist du da die treibende Kraft?

Jim: Das ist natürlich so gewollt. Die Musik spiegelt für mich das reale Leben wider, da gibt es auch nicht immer nur eine Linie, sondern Facetten, es gibt Up´s und Down´s, es gibt Wut und Freude, usw… Auf dem aktuellen, bald erscheinenden Album, ist es nicht anders, eher das ein noch größeres Spektrum abgedeckt wird. Das Genre, oder der Stil sind mir nicht so wichtig, wie die Ehrlichkeit eines Albums. Die vielen Gastmusiker haben mit ihren Beiträgen der letzten Platte das gewisse Etwas gegeben, aber die Songs sind von mir und somit kann man mich natürlich auch als die treibende Kraft hinter Soziales Hetzwerk bezeichnen.

VRR: “hetzen” ist aber nicht dein Ding in den sozialen Netzwerken, wenn ich mich da so umschaue. Auch in deinen Songs, werden eher die Themen angesprochen, direkt besungen und zum Teil kritisiert. “Soziales Hetzwerk” ist demzufolge in die Kategorie, gutes Wortspiel einzuordnen? Oder wie kam es zum Namen? Erzähl doch bitte ein bisschen.

Jim: Da gebe ich dir auch Recht, es ist in gewisser Weise auch als Wortspiel zu sehen. Den Namen fand ich perfekt, da ich mich in vielen Punkten damit identifizieren kann. Ich bin oft ein sehr wütender Mensch und mache mir auch viele Gedanken um die Zeit, in der wir leben. Dem Ganzen begegne ich aber meist mit gewissem Sarkasmus und schwarzem Humor, und genau das soll Soziales Hetzwerk auch widerspiegeln. Ich selbst bin kein Hetzer, das übernehmen leider schon viel zu viel andere Leute. Ich sehe mich eher als denjenigen, der die Dinge aufzeigt und die Klappe nicht halten kann. Und daher liegt es wie immer schlussendlich im Auge des Betrachters/Hörers, was er darin sieht und sehen möchte, das macht es dann auch kontrovers.

VRR: Du bist schon seit vielen Jahren als Musiker unterwegs. Ich habe gelesen, dass du seit über 30 Jahren, als Musiker zu Gange bist. Was hast du vor Soziales Hetzwerk so gemacht? Und was treibst du sonst noch so?

Jim: Mit 14, 15 Jahren hatte ich meine erste Punk-Band, das war ein Krawall, sag ich dir (haha), aber es war echt und ehrlich. Genau auf diese Attribute habe ich mich jetzt mit Soziales Hetzwerk wieder zurückbesinnt, also eine Art Back to the roots. In den Jahren dazwischen habe ich mich persönlich, aber auch musikalisch selbst gesucht. Ich habe Dinge gemacht und Platten aufgenommen, über die ich heute einfach den Mantel des Schweigens lege. Es gab zwar auch ein paar gute Momente, aber kein Vergleich zu jetzt. Die Texte heute sind auf deutsch, der Sound so wie er mir passt und darin gehe ich auf.

VRR: Ich könnte mir ja jetzt den Pressetext herunterladen und abschreiben. Wie oder was hat dich dazu gebracht dieses Projekt zu starten?

Jim: Es war ein längerer Prozess. Eigentlich hätte ich 2019 wieder ein Album angefangen, mit englischen Texten und dem ganzen “Ich suche mich selbst” – Müll. Aber während der Aufnahmen legte ich meine ganzen Zwänge und falschen Vorstellungen ab, schmiss alle Songs in die Tonne und besann mich auf das, was ich wirklich wollte. Und dann wurde es ein Selbstläufer und es ging von selbst. Ich gab einen Shit auf irgendwelche Genres, Regeln und falsche Träume und fand mich dann schlussendlich selbst. Und dann entstand die erste Platte…

VRR: Soziales Hetzwerk besteht aus verschiedenen Künstlern, aus aller Herren Länder. Wie kam es dazu, dass es genau diese Künstler sind?

Jim: Es waren allesamt Studiomusiker, denen ich meine Vorstellungen sagte und die es dann mit viel Eifer und Spaß auch umsetzten. Ich war überwältigt von den Ergebnissen, weil sie echt voll bei der Sache waren. Ich habe zwar die Songs geschrieben und die Gitarren, Vocals und den Bass usw. selbst eingespielt, aber ich bin nun mal kein Drummer oder Klavierspieler, daher suchte ich mir in meinem Kontakt-Pool einfach die besten Leute raus, von denen ich das Gefühl hatte, dass wir gut zusammenarbeiten können.

VRR: Sind auf dem kommenden Album, selbige auch vertreten? Und berichte doch ein bisschen von den mitwirkenden Künstlern.

Jim: Umso mehr freute es mich, dass so Leute, wie zum Beispiel Jake (der Drummer), auch gleich wieder zusagten, als sie hörten es gibt eine neue Soziales Hetzwerk-Platte. Auch Rainer aus Südafrika (Piano) war gleich wieder dabei. Und mit Lukky Sparxx hatte ich noch einen Song aufgenommen, der eigentlich für die letzte Platte gedacht war, was sich aber zeitlich nicht mehr umsetzen ließ. Der Song mit seinem (grandiosen/brachialen) Gitarrensolo ist jetzt auf dem Album. Neu mit an Bord ist Kevin Scott, der mir für meine Liebeserklärung an meine Frau (“ein Liebeslied”) ein Saxophonsolo beisteuerte. Aber kein Grund zur Sorge, das Liebeslied ist kein schnulziges Gesülze (haha).

VRR: Hattest du in Erwägung gezogen, auch Musiker der deutschsprachigen Szene, für das neue Album hinzuzunehmen, oder gar angefragt?

Jim: Also der Fokus lag nicht zwingend auf Musikern aus fernen Ländern, dass ich mich für diese Leute entschieden habe, hatte mit ganz anderen Sachen zu tun. Ich hatte sehr wohl auch Kontakt zu hiesigen Musikern, aber hier glänzten viele mit Unzuverlässigkeit. Und mit “irgendwie” und “ungefähr” konnte ich schon von je her nicht wirklich was anfangen, da habe ich mittlerweile keine Toleranz mehr für. Für mich sind Verlässlichkeit und dass es menschlich gut zusammenpasst, das A und O in dem Ganzen. Ich bin aber jederzeit offen für den ein oder anderen Song, denn gerade in der deutschsprachigen Szene sind schon ein paar echt gute Leute dabei. Man wird sehen, was die Zukunft da so bringt.

VRR: Deine Playlist “Gegenseitiger Support”, auf eine großen Streaming Plattform, enthält ja eine Vielzahl von Genres, meist aus dem Rockbereich. Von Napalm Death und Broilers, über Toy Dolls und Böhse Onkelz bis hin zu Abwärts und Running Wild. Ich gehe davon aus, alles Musik, die dir gefälltt?

Jim: Definitiv, ja. Ein wichtiges Kriterium zur Aufnahme in die Playlist ist ganz einfach erklärt: Es muss mir auch gefallen. Gedacht ist die Playlist auch zum gegenseitigen Support, denn jeder, der sich ein bisschen mit Spotify auskennt, weiß, wie wichtig es ist in Playlists zu erscheinen. Und das Ganze fülle ich einfach noch mit Bands, die mir richtig zusagen, welche dann auch ein wenig als Zugpferd mit dabei sind. Eigentlich ist der Fokus dieser Playlist ja auf deutschsprachiger Musik, was auch im Infotext drinsteht. Leider wollten bis jetzt noch nicht sehr viele aus dem Deutschrock-Sektor diese Möglichkeit nutzen. Daher hier nochmal der Aufruf: Meldet euch bei mir, wenn ihr in die Playlist wollt, ich freu mich auf neuen, guten Sound!

VRR: Was dürfen wir vom neuen Album erwarten? Und wann genau?

Jim: Eine bodenständige, eigenwillige, provokante, aber auch sehr abwechslungsreiche Platte. Kein Einheitsbrei, der von vorne bis hinten gleich klingt, im Gegenteil. Ich nenne es ein gutes Rock-Album, auf dem für jeden was dabei ist. Und um die Katze jetzt aus dem Sack zu lassen: Der Release wird wieder genau am 1.Mai 2021 sein, der Vorverkauf wird aber diesmal schon am 17.April 2021 starten.

VRR: Vielen Dank, Jim, für deine Zeit und deine ausführlichen Antworten. Wie bei jedem Interview hat der Musiker das letzte Wort, was er gerne noch auf unsere Leser, loslassen möchte. Es dürfen auch mehrere Wörter sein. Bitteschön, Jim.

Jim: Die einen lieben mich, die anderen können mich. Und genau aus diesem Grund möchte ich den Schlusssatz nutzen, um mich mal bei all den Supportern und Friends, aber auch bei jedem einzelnen, der einfach gern meinen Sound hört, zu bedanken. Ohne euch wäre das alles nie möglich gewesen. Und ich freue mich schon auf weiteren Zuwachs in der Hetzwerk-Familie…jeder ist willkommen!

VRR: Vielen Dank, Jim. Wir freuen uns auf das Album. Bis dann.

Jörg Hentzgen
Jörg Hentzgen
Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal á la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: “Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.
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