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Die Denkedrans im Interview 

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VRR: Wie sieht denn eure Besetzung aus? 

Denkedrans: Unsere Besetzung besteht aus Jan (Gitarre, Gesang, manchmal Bass), Matze (Gitarre, Gesang), Simon (Bass, Gitarre), Martin (Keyboard, Bass) und Andy (Schlagzeug). 

VRR: Denkedrans, wie kommt man denn auf so einen interessanten Namen? 

Denkedrans: Der Name kommt tatsächlich aus der Sesamstraße. Jans Tochter war damals Fan von dem Cowboy „Denkedran Jost“, dessen freundlicher, aber total verplanter Charakterzug sich bis heute durch unserer Bandgeschichte zieht.  

VRR: Eure Musik ist sehr Fußball lastig, seid ihr alle Holstein Kiel Fans? 

Denkedrans: Mittlerweile kann man das klar mit „ja“ beantworten. Unser erstes, selbst komponiertes Lied aus dem Jahre 1999 („Solange Holstein Lübeck schlägt“) besingt gleich das Derby gegen unseren Nachbarn in Schleswig-Holstein und war Wegbereiter für vieles und hat auch die nicht so ganz fußballbegeisterten Bandmitglieder voll in den Bann gezogen. 

Musikalisches Fieber 

VRR: Wie seid ihr zur Musik gekommen? Hattet ihr vorher Erfahrung mit der Musik oder überkam euch einfach das musikalische Fieber?  

Denkedrans: Das Ganze fing damit an, dass Andy begann Schlagzeug zu spielen und die Nachbarn der Siedlung vehement protestierten. Also stellte er es zu dem damaligen Freund seiner Schwester (Jan) in den, seit längerem unbenutzten, Proberaum seiner Schülerband. Dann hat man auch mal zusammen musiziert. Die übrigen Bandmitglieder wurden dann nicht nach Können, sondern nach dem Besitz des jeweiligen Instrumentes rekrutiert. Im Extremfall war es bei Martin. Zwei Tage vor dem ersten Gig wurde er zur Probe eingeladen, weil er ein Keyboard hatte und Zack hat er beim folgenden Auftritt, in einem Lied ganze drei Tasten gedrückt. Bei den übrigen Songs wurde er leise gedreht und hat nur so getan, als ob er spielt. Viel weniger Erfahrung geht also nicht. Wir haben das Ganze aber immer mit großem Herzblut und Leidenschaft betrieben. Das kann man sicher auch musikalisches Fieber nennen, welches uns bis heute wichtiger ist, als musikalische Genialität. 

VRR: Wollt ihr die Musik lieber als Hobby betreiben oder die Bühnen der Welt besteigen? 

Denkedrans: Nun, wir machen das Ganze seit 1999 und sind dementsprechend gesetzt im Leben durch Familie und Beruf. In den Gründerjahren hätten wir bestimmt gerne die Bühnen der Welt bestiegen. Heute mit 40 sieht man das Ganze realistischer. Aber auch ein Hobby kann man leidenschaftlich betreiben. Dadurch, dass wir nicht von der Musik, sondern mit der Musik leben, bestimmen wir die Intensität selber. Das schafft auch Freiraum für ungezwungene, spontane Kreativität. Unsere Plattenfirma WMP steht da auch voll hinter. 

Mit der Musik, nicht von der Musik 

VRR: Dieser komische Virus hat uns fest im Griff, Konzerte werden verschoben oder fallen aus. Keiner weiß wie es weitergeht, viele Bands haben auch aufgegeben. Wie schaut bei euch die Lage aus? Hattet ihr Auftrittseinbußen oder habt ihr die freie Zeit genutzt? 

Denkedrans: Sicherlich sind bei uns auch Gigs weggefallen. Da wir aber, wie gesagt, nicht von der Musik, sondern mit der Musik leben, trifft uns das als Band nicht ins Mark. Im ersten Lockdown wurde es von einzelnen Bandmitgliedern sogar als angenehm empfunden, mehr Zeit zu haben, um neue Songs zu schreiben und dafür zu Proben, statt für eine Show. Wir hatten in der Zeit durch die Holstein Hymne „Keine andere Stadt, keine andere Liebe, kein anderer Verein“ auch für unsere Verhältnisse viel um die Ohren. Es war eine Art Zwangbesinnung auf das eigentliche “Band sein”, eine Entschleunigung. Das wurde ja in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft ähnlich empfunden. Klar nervt das alles mittlerweile und ein Auftritt vor ausrastendem Publikum, wäre mal wieder ein Träumchen. Proben darf man gerade ja nicht. Da läuft gerade ein bisschen was online bei uns. Wir schicken uns Songideen als Datei hin und her und arbeiten so an neuen Stücken oder produzieren sie bereits vor. Auf die erste richtige Proberaumluft freuen wir uns alle gerade so richtig.  

VRR: Die großen Bühnen der Republik, was sind eure Ziele? Wo wollt ihr unbedingt mal spielen? 

Denkedrans: Als Kieler Band möchte man sicherlich gerne in der Ostseehalle spielen. Auch auf größere Festivals hätten wir total Bock (Deichbrand, Rock am Ring usw.). Unser Auftritt beim Werner Rennen hat mal einen kleinen Vorgeschmack auf Festival-Leben gegeben. Wir würden sofort, wenn es wieder möglich ist, unsere Kieler Clubs mit einem Gig unterstützen. Die trifft es gerade noch viel härter als uns und da kommen wir her. 

Melissa Müller
Melissa Müller
Über mich: 24 Jahre jung und Herzblut-Ossi, auch als Nachwende-Kind. 2009 durch Frei.Wild endgültig mit dem Deutschrockfieber infiziert. So sieht man mich heute regelmäßig auf Konzerten oder Festivals, zumeist bei kleineren Bands (Kneipenbands, wie ich sie liebevoll nenne) in der ersten Reihe. Mein persönliches Lebensmotto „Der Osten rockt, denn ich leb nur einmal“.
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