Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, MUTTER
Wie schnell doch die Zeit verfliegt. Heute vor genau 25 Jahren, am 02.04.2001, erblickte das Album MUTTER von Rammstein das Licht der Musikwelt und schlug prompt ein wie eine Granate. Grund genug, sich das Album zu seinem Jubiläum noch einmal genauer anzuschauen.
MUTTER ist das dritte Studioalbum der Berliner Jungs und bietet dem Musikliebhaber elf Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 45 Minuten. Nur die japanische Version enthält ein weiteres Lied als Hidden Track. Insgesamt wurden sechs Titel ausgekoppelt. Im Jahr 2001 waren es „Sonne“, „Links 2 3 4“ und „Ich will“. 2002 folgten „Mutter“ und „Feuer frei!“. Erst zehn Jahre später, im Jahr 2012, erschien „Mein Herz brennt“ als Auskopplung. Insgesamt erhielt Rammstein für MUTTER weltweit zehn Platin- und elf Gold-Schallplatten.
Tracklist:
- Mein Herz brennt
- Links 2 3 4
- Sonne
- Ich will
- Feuer frei!
- Mutter
- Spieluhr
- Zwitter
- Rein raus
- Adios
- Nebel

Vorwürfe mit Song vereitelt
MUTTER wird von recht düsteren, bedrohlichen Klängen eingeleitet, die eine Spannung aufbauen, bis man nach circa einer Minute von einem Schlagzeug-Gewitter geweckt wird. „Mein Herz brennt“ ist ein gelungener Auftakt für diesen Longplayer. Weiter geht es mit „Links 2 3 4“. Hier wird nicht lange gebummelt, man startet direkt mit harten Gitarren und Schlagzeug in den Song. Dieses Lied war Rammsteins Antwort auf bestehende Vorwürfe, dass die Band rechts gesinnt sei. „Sie wollen mein Herz am rechten Fleck, doch seh‘ ich dann nach unten weg. Da schlägt es links …“ Damit war die Gesinnung klar ausgedrückt.
„Sonne“ wurde ursprünglich für die Brüder Klitschko geschrieben und es gibt wohl kaum jemanden auf diesem Planeten, der den Refrain nicht kennt und mitsingen kann. „Ich will“ ist ein weiterer Ohrwurm-Garant auf MUTTER. Dieser Song handelt von Macht und Kontrolle, was spätestens bei den Zeilen „Wir wollen, dass ihr uns vertraut, wir wollen, dass ihr uns alles glaubt, wir wollen eure Hände sehen, wir wollen in Beifall untergehen …“ klar werden sollte. „Feuer frei!“ ist der fünfte Track auf Rammsteins MUTTER und die Thematik ist militärisch angelegt. Dieses Stück treibt ordentlich nach vorne, sodass kein Bein still stehen bleibt. Die Mitte des Albums bildet „Mutter“, der Namensgeber des Albums. Dieser Song kommt sehr schleppend daher, verliert aber nicht im Geringsten an Härte. Textlich geht es um die Rache an der eigenen Mutter.

„Hoppe, hoppe Reiter,
und kein Engel steigt herab, mein Herz schlägt nicht mehr weiter, nur der Regen weint am Grab. Hoppe, hoppe Reiter, eine Melodie im Wind, mein Herz schlägt nicht mehr weiter, und aus der Erde singt das Kind …“ Ein trauriger Text um ein lebendig begrabenes Kind, das glücklicherweise am Ende gerettet wird. Musikalisch trifft hier Rammsteins Härte auf einen sehr melodiösen Gesang im Refrain, der von Kihra Li Lindemann begleitet wurde. Mit gehobenem Tempo und bekannter Härte geht es mit „Zwitter“ weiter. Die Thematik ist unmissverständlich. „Rein raus“ wirft vom Tempo her den Anker, das Lied verliert aber nicht an Stärke. Ganz im Gegenteil, es ist ein sehr brettiger Track mit kraftvollen Gitarren und noch lauteren Drums.
Mit „Adios“ wird das Tempo wieder angezogen. Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es um den Abschied vom Leben, verursacht durch Drogenkonsum. „Er legt die Nadel auf die Ader, und bittet die Musik herein, zwischen Hals und Unterarm, die Melodie fährt leise ins Gebein …“ Rammstein hat hier ein weiteres trauriges Lied erschaffen, das hoffentlich manch einen zum Nachdenken gebracht hat. Den Abschluss des Albums bildet „Nebel“. Dieser Track hebt sich stilistisch sehr von den restlichen Liedern des Albums ab. Und erwartet eine sehr ruhige und melancholische Melodie. Dieser Song handelt ebenfalls von Abschied, aber in diesem Fall vom Ableben eines geliebten Menschen.
Fazit:
Mit MUTTER hat Rammstein ein kleines Meisterwerk geschaffen, das 25 Jahre nach seiner Veröffentlichung nicht ansatzweise seinen Reiz verloren hat. Ganz im Gegenteil, dieses Album ist nach wie vor tief in den Köpfen aller Fans und vieler Musikliebhaber verankert und wird dort auch noch lange verweilen. MUTTER bietet schnelle und langsame Parts gepaart mit brettigen Gitarren, harten Drums und melodiösen Abschnitten. Kurz und knapp: dieses Album macht auch nach all den Jahren Spaß wie beim ersten Mal.
MUTTER ist nach wie vor mein absolutes Lieblingsalbum von Rammstein und erhält 5 von 5 Punkten.

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Bereits im Kindergartenalter gegen Ende der 80er-Jahre durch meine älteren Geschwister mit Punk großgeworden, fand ich ebenfalls als Kind über Metal, Rock und Grunge meinen Weg zum Gothic Anfang der 90er-Jahre und etwas später dann zur NDH und zum Mittelalter-Rock. Diesen Genres bin ich bis heute als schwarz-bunte Seele treu ergeben.




