Rock am Köterberg 2026 – klein, fein und völlig eskaliert
Was ist klein, fein und hat ein unfassbar familiäres Verhältnis zu allem? Richtig, das Rock am Köterberg Festival. Vom 07. bis 08.08. wurde das kleine, aber feine Lügde-Niese wieder zum Festival umfunktioniert. Mit dabei waren WILLKUER, JEANLUC, Grenzenlos und viele mehr. Ab Donnerstag um 12 Uhr konnte man in aller Seelenruhe den Campingplatz beziehen, sich einrichten und gemütlich ins Wochenende starten. Abends gab es auf dem Gelände noch ein wenig Party zum Einstieg. Alles, was man dort getrunken hat, war vergünstigt oder man konnte zahlen, was man wollte, denn der Erlös wurde gespendet. Am Ende konnten an beiden Tagen gut 700 Besucher auf dem Platz begrüßt werden. Die Spendenaktion für die Aktion Löwenmama brachte unglaubliche 5.598,19 € ein. Der Verein legt den Rest dazu und machte die 6.000 € voll. Mit so einer Summe hätte selbst der Veranstalter nicht gerechnet. Wer wissen möchte wie es weitergeht, der sollte auf jeden Fall weiterlesen. Also viel Spaß.

Freitag – Konfetti, Heimspiel und ein Abriss, der sich gewaschen hat
Am Freitag kamen, während sich andere vom Vortag noch sammeln mussten, immer mehr Besucher aufs Gelände. Der Platz füllte sich von Minute zu Minute. Die Wege waren alle sehr gut zu erreichen. Man hatte es nicht weit bis zu den Nachbarn und auch zum Infield konnte man regelrecht stolpern. Einlass war um 16:00 Uhr. Um 16:45 Uhr startete Olli North. Die Jungs aus dem Kreis Höxter ließen uns mit ihrem Melodic Punk Rock erst einmal besinnlich in den Nachmittag starten. Auch ihre neue Single „60 Degrees“ fand Platz auf der Bühne. Schade war nur, dass die Leute sich entweder auf dem Campingplatz aufhielten oder einfach irgendwo anders herumstanden. Die Band war echt gut und hätte jeden weiteren Zuschauer verdient.
Um 18:15 Uhr legte Fjordvind mit Mittelalter Folk Rock den zweiten Part des Abends hin. Das erste Mal live gesehen und für unglaublich gut empfunden. Mit ihrem mittelalterlichen Stil auf der Bühne war die Band wirklich ein Hingucker. Um 19:45 Uhr betrat JEANLUC aus Köln die Bühne und es war quasi ein kleines Heimspiel für sie. Vor der Bühne füllte es sich immer mehr und mehr. JEANLUC drehte den Köterberg einmal komplett auf Links. Die Leute feierten, als wüsste niemand mehr, wo oben und unten ist oder wie er überhaupt heißt. Konfetti, überall Konfetti. Konfetti in den Schuhen, Konfetti im Bier, Konfetti in den Haaren und vermutlich Konfetti in der Hose. Das war ein Abriss, der sich gewaschen hatte.

Um 21:15 Uhr betrat die vorletzte Band Grenzenlos aus dem Allgäu die Bühne. Sie hat da weitergemacht, wo JEANLUC aufgehört hatte. Die sympathischen Jungs auf der Bühne zu sehen, macht immer wieder Spaß und ist eine unglaubliche Bereicherung. Zum Schluss und als letzter Act des Abends war Vanitas – Tribute to Broilers an der Reihe. Wenn man das nicht mit eigenen Augen gesehen hat, hätte man wirklich denken können, dass die Broilers selbst auf der Bühne gestanden haben. Songs wie „Ist da jemand“, oder „Meine Sache“ sind einfach Kult. Perfekter Auftritt für einen super Abschluss des Tages.
Samstag – Frühschoppen, brüllende Hitze und nochmal Vollgas
11:00 Uhr am Köterberg, da geht ein deftiger, frisch gebratener Burger zum angekündigten Frühschoppen absolut klar. Kurz den letzten Sandmann aus den Augen gerieben und erst einmal realisiert, dass das schon wieder der letzte Tag war. Hansi von JEANLUC ließ es sich nicht nehmen und stellte mit den RaK-eten, dem Veranstalter Kai, seinem Kumpel und seinen zwei Neffen, eine kleine Akustik-Session auf die Beine. Auf jeden Fall das richtige Flair für einen angenehmen Start in den Tag. Um 15 Uhr war dann der Einlass auf dem Infield. Um 15:45 Uhr startete D!rekt mit ihrem Set. Vorher wurden für ordentlich Lärm fleißig Trillerpfeifen verteilt. Es war brüllend heiß auf der Bühne. Das Programm wurde trotz Kreislaufprobleme der Sängerin stark durchgezogen. Respekt dafür. El Postre betrat um 18:15 Uhr die Bühne. Die deutsche Rap-Metal-Band aus Kamp-Lintfort sorgte für frischen Wind auf der Bühne und versorgte uns auch im Line-up mit wirklich guter Musik. 18:45 Uhr, es war Zeit für Hartholz aus Frankfurt an der Oder. Die Jungs spielen eine Mischung aus Metal, Punk, Rock und Partyelementen. Eine Stunde wurde das Publikum noch einmal richtig aufgemischt, bevor HERBST aus Berlin auch am Start war. Die erste Reihe voll mit schönen Frauen. Der Platz wurde immer voller und voller. HERBST legte eine gute Show hin, emotionale Ansprachen und kraftvolle Texte, die die Welt braucht.

Um 21:15 Uhr beschallte uns WILLKUER anderthalb Stunden mit ihrer Musik. Wer richtig hingeschaut hat, hat gesehen, dass Gitarrist Julian nicht dabei war. Und Denis, der zuvor schon mit HERBST gespielt hatte, musste auch bei WILLKUER einspringen. Unglaublich gute Leistung für zwei Sets hintereinander und keiner Verschnaufpause. Ein großes Lob für so eine brisante Leistung. Natürlich durfte auch ein wenig Humor von Sänger Moritz nicht fehlen, der mit dem ein oder anderen Spruch für herrliche Lacher sorgte. Als Letztes kam der Cover-Sänger Las Tibo. Mit seinem umgebauten Mikrofon, an dem sich gleichzeitig kleine Schlagzeugelemente sowie eine Mundharmonika befanden, hatte er zum guten Schluss noch einmal mit einigen Coversongs von verschiedenen Bands gut eingeläutet. Musik, mit der man definitiv zufrieden den Abend ausklingen lassen konnte. Und plötzlich ist schon wieder alles vorbei. Drei Tage, die einfach viel zu schnell zu Ende gegangen sind.

Ein Festival, wo man sich wohlfühlt und Gewalt keinen Platz haben sollte
Wichtig ist für mich (Mali) noch persönlich zu erwähnen, dass Gewalt dort einfach nichts zu suchen hat, egal ob auf einer Großveranstaltung oder auf einer kleineren Veranstaltung. Wenn jemand den Alkohol nicht verträgt oder einer Auseinandersetzung nicht standhalten kann, sollte er sich einfach selbst eingestehen, dass dies nicht der richtige Ort für ihn ist, oder man solchen Situationen einfach den Rücken kehrt. Jeder trinkt mal einen über den Durst und wir alle haben schon mal zu tief ins Glas geguckt. Das ist auch völlig legitim. Dennoch ist bei solchen Veranstaltungen kein Platz für Gewalt. Solche Dinge haben gerade für so ein schönes und familiäres Festival einen faden Beigeschmack und das ist nicht Sinn und Zweck der Sache. Wir alle wollen uns an etwas Schönes erinnern. Ebenfalls ist es genauso wichtig, dass wir kleineren Bands mehr Aufmerksamkeit schenken, es waren unglaublich gute Musiker auf der Bühne, die es verdient haben, dass man ihnen mehr Gehör schenkt. Es ist schade um die gute Musik, die dadurch einfach nicht gesehen wird. Aber nun weiter zu den schönen Dingen.

Ein großes Dankeschön gilt der Crew vom Rock am Köterberg, den Frauen, die für ein unfassbar geiles Backstage-Essen gesorgt haben, was mit sehr viel Liebe zubereitet wurde. Ein Kühlschrank, der immer mit Getränken voll war. Eine Security, die sehr zuvorkommend und nett gewesen ist, die auf alles geachtet hat und für jede Frage ein offenes Ohr hatte. Ein Dank geht an den Veranstalter Kai für die liebevolle Aufnahme von uns als Team von Vollgas Richtung Rock. Danke an alle, die hinter dem Bierwagen, dem Burgerstand und dem Grill gearbeitet haben und uns mit reichlich kulinarischen Köstlichkeiten, leckeren Cocktails und dem selbst gebrautem Bier versorgt haben. An alle Helfer, die für saubere Toiletten und ein sauberes Infield verantwortlich waren. Danke an Tattoo Flechtwerk für die schönen Meisterwerke, die währenddessen gezaubert wurden. Man könnte noch viel mehr Dank aussprechen. Wichtig ist zu wissen, dass wir nächstes Jahr gerne wiederkommen. Wir haben uns sehr wohlgefühlt und uns über die neuen Menschen, die wir kennenlernen durften, sehr gefreut.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Crew | Redaktion
Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.
Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.







