Magie in Moll – Teil 3 – Horkruxe im CD-Regal

Horkruxe sind in der Welt von Harry Potter eigentlich nichts Schönes. Dunkle Magie, zerrissene Seele, alles sehr ungesund fürs Karma. Aber als Bild für Musik funktionieren sie leider erschreckend gut. Denn sind wir ehrlich, steckt in manchen Songs wirklich ein Stück von uns. Nicht, weil wir unsere Seele absichtlich in eine CD, eine Playlist oder ein altes Festivalbändchen gepackt hätten. Sondern, weil bestimmte Lieder sich an Momente heften und nie wieder loslassen. Ein Intro reicht und plötzlich ist man nicht mehr im Heute. Man ist wieder 16 oder frisch verliebt. Man ist verlassen, betrunken auf einem Campingplatz oder auf dem Heimweg von einem Menschen, den es inzwischen vielleicht nicht mehr gibt.

 

Ein Teil deiner Seele

Musik speichert Erinnerungen brutaler ab als jedes Fotoalbum. Ein Song kann Jahre überspringen, ohne zu fragen, ob man bereit dafür ist. Da läuft plötzlich diese eine Nummer im Radio, und zack steht man wieder in der alten Wohnung, riecht den Sommer von damals, spürt den Stich von diesem Abschied, sieht Menschen vor sich, die längst aus dem Leben verschwunden sind. Manche Lieder sind deshalb keine normalen Songs. Sie sind kleine Speicherorte. Für Liebe, Schmerz, Jugend, Freundschaft, Verlust und all die Versionen von uns selbst, die wir unterwegs irgendwo liegen gelassen haben. Das kann schön sein und es kann verdammt fies sein. Denn nicht jeder musikalische Horkrux fühlt sich warm an. Manche Songs meidet man jahrelang, weil sie zu viel wissen. Andere hört man extra, obwohl sie weh tun. Vielleicht, weil dieser Schmerz irgendwie beweist, dass etwas echt war.

Ein Stück von früher

Und dann gibt es diese Lieder, die einen zurückholen. Nicht in die Trauer, sondern zu sich selbst. Songs, die sagen: Das war ein Teil von dir. Vielleicht ein kaputter, vielleicht ein heller Teil, aber er gehört dazu. Genau deshalb sind CD-Regale, Plattensammlungen und Playlisten manchmal ehrlicher als Tagebücher. Sie zeigen nicht nur, was wir gehört haben. Sie zeigen, wer wir waren, als wir es gebraucht haben. Vielleicht sammeln wir am Ende gar keine Songs, keine Platten. Vielleicht sammeln wir Erinnerungsstücke. Kleine Splitter unserer Geschichte, versteckt zwischen Gitarren, Stimmen und Refrains. Nur eben ohne dunkle Magie – hoffentlich.

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Welche CD trägt ein Stück eurer Vergangenheit in sich? Welches Lied bringt euch sofort zurück an einen bestimmten Ort, zu einem bestimmten Menschen oder in eine Zeit, die nie ganz weg ist? Schreibt es uns in die Kommentare. Wir öffnen heute gemeinsam das CD-Regal der Erinnerungen.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Redaktion

Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?

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