METALLICA – RELOAD (Remastered) – VÖ 26. Juni 2026
Im kommenden Jahr jährt sich das Release von RELOAD zum 30. Mal. Wie schon mit LOAD, wird das Jubiläum bereits ein Jahr zuvor mit dem neu abgemischtem RELOAD aus dem Jahr 2007 gefeiert. Für den 26. Juni 2026 wurden die 13 Original-Tracks aufpoliert, weitere 29 Tonaufnahmen aus verschiedensten Aufnahmekriterien ihrer Musik beigelegt und sind in verschiedenen Varianten zum Kauf verfügbar. Je nach Geldbeutel oder „nice to have“-Attitüde reichen die Angebote vom Standard dreier CD-Set für knapp 26 € bis zum Deluxe Box Set für 260 €.
Mehr Speed als Thrash.

Machen wir uns nichts vor. Mit dem schwarzen Album aus 1991 spaltete METALLICA die Metal Szene. Für die einen war es genau das richtige Album zur richtigen Zeit. Für die anderen ein Verrat am Thrash Metal. Mit dem selbst betitelten Longplayer erfanden sich Kirk, James, Jasen und Lars gewissermaßen neu. Die Zeiten von wild gebretterten Songs schien vorbei. Ein Grund wird Produzent Bob Rock gewesen sein. Erstmals gab die Band die federführenden Aufnahmen in professionelle Hände. Das katapultierte die Band in die Charts, machte sie alltags- und radiotauglich und degradierte sich selbst vom Thrash Metal zum Speed Metal. RELOAD war 2007 die logische Konsequenz aus dem BLACK ALBUM und LOAD. Aus Gründen, die uns nicht erklärbar sind, versuchte man mit dem 2003er St. Anger sich wieder zurückzubesinnen. Was abermals die Fangemeinde spaltete. Inklusive uns.
Allmächtiger

Mit dem Longplayer RELOAD schaffte es die Band ihre Stellung als virtuose Speed Metal Band mit ausgefeilten Instrumenten Soli, zügelloser Spielfreude und leider zu geringerer Steigerung zu LOAD zu festigen. Zwar erreichte das Original höchste Dotierungen, doch waren wir lediglich von „Fuel“ und „The Memories Remains“ angetan. Das Album zählt nicht zu unseren Favoriten. Und wird es mit der Neuauflage auch nicht werden. Grundsätzlich tun wir uns schwer mit Alben, die remastered wurden. Meist verschwindet dann genau das, was genau dieses Album ausgemacht hat. Alben im Original nach Jahren aufzulegen ist ein unbeschreibliches Gefühl. Emotionen und Erinnerungen, die mit dem Original in nicht sichtbarer Verbindung stehen, brodeln wieder auf und lassen sich kaum in Worte fassen. Allmächtiger dachten wir uns. Und wir haben es schon geahnt, dass METALLICA wieder neu auflegen werden. Umso mehr sind wir schon gelangweilt, wenn wir uns vorstellen, jetzt die 42 Songs durchlaufen zu lassen.
Fuck LOAD, fuck RELOAD

„Gimme fuel, gimme fire, gimme that which I desire!” knallt uns Hetfield entgegen. Und wir fragen uns: remastered? Unsere beiden Favoriten Tracks sind durch und es war schön sie zu hören. Grund genug, um das Album weiter laufen zu lassen. Und es packt uns doch in gewisser Art und Weise. Konnten wir vor 30 Jahren mit Aussagen von Fans, wie: „Fuck LOAD, fuck RELOAD“ gut leben, sind wir heute gereift und ertappen uns beim begeisterten Zuhören. Wir stellen Original und neue Version akustisch gegenüber und wiederholen unsere Frage: Remastered? Wir können es nicht wirklich festmachen. Aber die Wirkung auf uns ist eine andere als vor 30 Jahren. Wir sind geradezu angetan und voller Spannung auf die nächsten Tracks.
Keine radikale Veränderung
Ab hier drängt sich eine weitere Frage auf: „Wozu der ganze Aufwand mit remastern, wenn doch alles andere beim Alten ist?“ Beim Hören zeigt sich, das Remaster klingt fast genau wie früher. Hetfields Gesang steht satt im Mittelpunkt, das bemängelte WahWah-Pedal wurde dezent gezügelt, Ulrichs Drums knacken etwas deutlicher und die Instrumentierung bleibt dennoch hart am Original. Nur eben sauberer und lauter. Das hat zur Folge, dass uns die 13 Tracks rundum gefallen und im ersten Durchlauf doch stabil abliefern. Radikale Veränderung an den Tracks gab es folglich nicht. Ein Remaster, das nichts kaputtmacht, sondern nur die vorhandene Klangqualität sanft poliert, kann man positiv abtun. Ernüchternd wirkte nun Runde zwei beim Hören. Und wir wiederholen unsere Aussage, dass RELOAD nicht zu unseren Favoriten gehört.
Außergewöhnlich, aber nicht von Dauer

Was folgt sind CD Zwei und Drei. Ein goldenes Sahnehäubchen mit vielen bunten Streuseln sind die auf CD Drei befindlichen qualitativ hochwertigen Live-Aufnahmen. Das Salz im Dessert? METALLICA serviert dazu auf CD Zwei Outtakes, Gesangsproben, sowie diverse Song- und Tonaufnahmen. Hinzukommen Demoversionen, Riff- und Mixaufnahmen. Ein definitiv außergewöhnlicher Einblick hinter die Kulissen, den man gewinnbringender mit der Aufstockung von Live-Material hätte wertender gestalten können. Nachhaltig hängen bleiben lediglich die Live-Aufnahmen.
Fazit – must oder nice to have?

Am Ende stellt sich RELOAD (Remastered) als liebevoller Rückblick heraus. METALLICA zeigt Mut. Sie veröffentlichen auch ohne radikale Überarbeitungen die Tracks. Man könnte die ganze Aktion als nicht nötig belächeln, aber positiv gesehen bekommt man hier das 1997er RELOAD in hochwertigem Gewand zurück. Der Witz daran ist, fast alles am Album ist wie gehabt. So blieb das, was gut war, unangetastet. Für die Fans ist das schön, denn so entfaltet RELOAD seine Wirkung auch mit 2026 Technik völlig unverfälscht. Das Remaster entpuppt sich damit als gehaltvolle Liebeserklärung an das Original und ist für alle Hardcore-Fans ein „Must-have“. Für alle anderen in der Metal Szene, ein nettes „Nice to have“. Zudem ist der Inhalt des Boxsets von erwartend hoher Quantität und Qualität. Details zum Angebot findet ihr hier:
https://www.metallica.de/
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Crew | Redakteur
Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.
Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal à la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk, bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.









