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Deutschrocknacht Rudolstadt – 26.09.2020

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Der Wettergott war am 26.09.2020 wohl nicht so auf der Livekonzert-Seite. Zum Glück war die Paintballarena zwar draußen, aber überdacht und so konnte der Abend beruhigt durchgeführt werden. Nachdem im Vorfeld sämtliche Hygienerichtlinien vom Ordnungsamt abgenommen und das Konzert auf zwei Bands reduziert wurde, war man sehr gespannt wie das “Rockdown after the Lockdown”, wie Sänger Steffen es nannte, ablaufen wird.

Der Einlass

Wenn man den Einlass erfolgreich durchquert und sein Getränk aus der Einbahnstraße geholt hatte, musste man sich dennoch etwas gedulden. Der Beginn war eigentlich auf 20 Uhr angesetzt, doch technische Probleme und die längere Platzwahl der Gäste sorgten für einen verzögerten Start. Die Platzwahl war aber auch eine schwierige Sache. Da nur max. 4 Leute je Bierzeltgarnitur sitzen durften, mussten einige Gruppen sich auf mehrere Tische verteilen. Doch Unbelehrt ließen sich nicht entmutigen und starten ganz locker und entspannt.

Unbelehrt

Tracklist:

  1. Wir sind da
  2. Unbelehrt
  3. Die Zeit steht still
  4. Der Moment
  5. Wieder Kind sein
  6. Die Zeit vergeht
  7. Mein letzter Tag
  8. Schachmatt
  9. Königin der Nacht
  10. Weil ich anders bin als du
  11. Kranke Welt (Michels Solo)
  12. Reise Richtung Paradies
  13. Haltet die Fresse
  14. Alte Zeiten
  15. Samstagnacht
  16. Ficken, Feiern, Saufen
  17. Flasche Bier
  18. Leckt uns am Arsch
  19. Mein Engel

Die Pflicht am Tisch sitzen zu bleiben, machte selbst Unbelehrt etwas traurig, dennoch gaben sie alles und überzeugten ihre angereisten Fans mit einem breiten Spektrum aus Altem und Neuem. Wie neuem? Der gute Michel hat den Lockdown genutzt und an seinem Soloalbum gearbeitet, das soll voraussichtlich noch in diesem Jahr erscheinen. Aus diesem Solowerk präsentierte er stolz „Kranke Welt“. Zwar kann sich Michel sicherlich auch Solo sehen bzw hören lassen, doch hoffentlich bleibt es nur ein Nebenprojekt. Die Band gab alles und wurde mit Applaus belohnt.

Morgenrot

Tracklist:

  1. Alles was wir tun
  2. Wenn Freunde sterben
  3. Ein guter Fein
  4. Die Zeit steht still
  5. Auge um Auge
  6. Ich kenn deinen Weg nicht
  7. Solang mein Herz schlägt
  8. Die beste Medizin
  9. Wenn der Regen fällt
  10. Bleib und Lauf
  11. Bleib dabei
  12. Wer nix trinkt
  13. Für immer und Ewig
  14. Es ist nie zu spät
  15. Es ist an der Zeit

Heimspiel für Morgenrot und so gab man alles und holte sich die Liebe Katha an die Violine/  den Backgroundgesang und die Bianca als weiblichen Gesangspart dazu. Mal ganz davon abgesehen, dass man mit einer Stunde Verzögerung begann und bei Lied Nummer 2 „Wenn Freunde sterben“ mal kurz die Technik nicht ganz so mit machte, war es erfolgreich. Bianca als Zweitstimme (quasi Maria Ersatz) einzusetzen war gewagt und bleibt Geschmackssache. Ich finde hier hätte man sich noch ein wenig abstimmen müssen, doch da es in der Formation das erste Konzert war, bleibt noch Luft nach oben. Das gesamte Konzert war dennoch klasse gemacht, leider etwas gehetzt, was dem Zeitdruck geschuldet war. Die Tracklist spricht für sich und so hatten alte und neue Fans etwas zum Mitsingen.

Fazit

Der Abend war klasse und auch wenn es etwas kalt in der Outdoor-Arena war, war es schön überhaupt ein Live-Erlebnis genießen zu können. Gerne kann man hier die Tischoption, anstatt der bei anderen Konzerten beliebten Wellenbrecher übernehmen – ist jedenfalls echt gemütlich. Leider muss ich jedoch an alle Fans appellieren: Auch wenn der Wunsch nach Geselligkeit mit dem Alkoholpegel steigt und ihr einfach nur zu den Jungs und Mädels nach vorne und feiern wollt, bitte haltet euch an die Regeln. Es galt den gesamten Abend Tanz-Verbot – zum Glück nicht ganz so streng wie an Karfreitag – und die Sitzplatzordnung, ebenso wie die Maskenpflicht.

Zum Ende des Abends musste ich feststellen, das dies gänzlich ignoriert wurde und auch die Security langsam am Ende ihrer Kräfte war. Wenn ihr euch nicht an solche Regeln haltet wird die Konsequenz entweder grundsätzlich Alkoholverbot auf Veranstaltungen folgen oder schlimmer noch, das gänzliche Verbot von Veranstaltungen jeder Art. Mich nervt es selbst, aber anders geht es nicht. Morgenrot mussten starke Auflagen erfüllen, um überhaupt ein Konzert geben zu dürfen, in anderen Bundesländern wäre es schon wieder nicht mehr möglich.

“Rockdown the Lockdown” gerne wieder, aber hoffen wir, dass das alles endlich mal ein Ende findet. Es hat sich definitiv gelohnt 300 km Fahrt insgesamt für 3h Spaß. Ich sage danke und freue mich auf das nächste Mal.

Melissa Müller
Melissa Müller
Über mich: 24 Jahre jung und Herzblut-Ossi, auch als Nachwende-Kind. 2009 durch Frei.Wild endgültig mit dem Deutschrockfieber infiziert. So sieht man mich heute regelmäßig auf Konzerten oder Festivals, zumeist bei kleineren Bands (Kneipenbands, wie ich sie liebevoll nenne) in der ersten Reihe. Mein persönliches Lebensmotto „Der Osten rockt, denn ich leb nur einmal“.
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