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ONE TAPE – Bandvorstellung

Hoffnung der nächsten Jahre

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ONE TAPE aus Brilon glänzt bereits jetzt mit ordentlich Bühnenerfahrung. Aus dem Bandraum scheint buntes Licht durch die Fenster, der Gitarrenlärm ist auch draußen noch zu hören. Während der Probe wird geraucht, leere und volle Bierflaschen stehen im Raum verteilt, es riecht nach Zigaretten. An den Wänden hängen Poster von Größen wie Nirvana, Rammstein oder Iron Maiden, kombiniert mit Fotos der eigenen Bandvergangenheit. Abseits der etlichen Monitorboxen findet sich mit einem durchgesessenen Sofa das Herzstück des Raums.

Was sich anhört wie die Probe einer alteingesessenen Band ist in Wahrheit ein ernstzunehmendes Lebenszeichen des Rocknachwuchses. Denn an diesem Abend probt tief im Sauerland die Band ONE TAPE aus Brilon. Das Besondere: Die Mitglieder Mathis, Ben, Hannes und Fabian sind nicht älter als 20 Jahre, können aber bereits einige Jahre Bühnenerfahrung vorweisen. Den Anfang nahm alles mit der Bandgründung im Jahr 2013.

Entstehung

Doch stimmt das überhaupt? Die Spurensuche beginnt im Kinderzimmer. Die Vier sind früh von der Musik geprägt, mit ihren Instrumenten wachsen sie auf. Ein Teil der Band spielt bereits mit elf Jahren gemeinsam Coversongs und tritt auf Stadtfesten auf, während gleichaltrige Jungs noch mit Matchboxautos spielen. Was für mich nach einer Mischung aus harter Arbeit und großem Talent klingt, nennt Sänger Mathis schlicht „in die Wiege gelegt“. Als er ONE TAPE mitgründet, ist er gerade einmal 13 Jahre alt. Die Briloner haben kurz nach Entstehen der Band bereits einiges vorzuweisen. Einen eigenen Proberaum, Ideen für eigene Songs und das allerwichtigste: eine verschworene, unermüdliche Clique mit einer Menge Lust auf Rock ´n´Roll.

Schon früh zeigen die Vier, was es heißt, Rockband zu sein, sie fliegen aus dem Proberaum: „Wegen Vandalismus, Alkohol und Feuer. Morgens um halb sieben kam der Vermieter vorgefahren. Auf der Straße stand zu diesem Zeitpunkt ein Ledersofa, umgeben von Aschebröckchen. Daneben eine Feuertonne, der Asphalt ringsherum war bereits aufgequollen. Über die Anlage lief ACDC und ich spielte laut dazu Schlagzeug“, schildert Drummer Fabian die Situation. Kurz darauf folgt der Rauswurf.

Neuer Proberaum

Der Vorfall bedeutete allerdings nicht das Ende der noch jungen Bandgeschichte, ein neuer Proberaum war schnell gefunden. Von nun an stand Benehmen an der Tagesordnung und die Arbeit an der eigenen Musik rückte weiter in den Vordergrund. Mitten in der Pubertät steckend, supporten die Jungs im Alter von 16 Jahren bereits Größen wie Rantanplan oder Jen Majura, Gitarristin der Band Evanescence.

Der Pubertät sind die Briloner mittlerweile entkommen, auch wenn ein kleiner Rest Verrücktheit sich halten konnte. Das neben mir auf dem Ledersofa waren keine kleinen Teenager mehr, sondern erwachsene Männer, die mit mir über ihre Idee von Musik sprechen. Wie sich das anhört? Eine Mischung aus Kraftklub und Madsen beschreibt es für mich am besten. Die Sprache? Natürlich Deutsch! „Das liegt unserem Sänger einfach besser“, resümiert die Band. Gutüberlegte Verse sind den Jungrockern wichtig: „Wir legen mehr Wert auf Texte und Melodien, nicht rein auf das Instrumentale. Früher haben wir nicht viel Wert auf den Gesang gelegt“, fasst es Gitarrist zusammen.

Erstes Album

Zum jetzigen Zeitpunkt hat die Band sich selbst gefunden, ein Jahr nach Erscheinen ihres Debutalbums RAUS. Neue Songs sind bereits fertig oder werden gerade noch verbessert. Während ich zwei der neuen Songs höre, bemerke ich die Zufriedenheit der Bandmitglieder. Wenn die Identifikation mit dem eigenen Liedgut beginnt, fängt auch Musik an, sich voll zu entfalten. ONE TAPE Live erzeugt viel energiegeladene Luft, was vor allem mit dem Konzert der Sauerländer zu tun hat: „Wir spielen live das, was uns selbst am meisten Spaß macht, auch unabhängig davon, wie es beim Publikum ankommen könnte“, berichtet Sänger Mathis.

Während des Gesprächs habe ich das Gefühl, dass eine große Portion Professionalität Einzug in die Musik der Vier gehalten hat. Die Band weiß, woran sie zu feilen hat, wie sie ihre neuen Werke an den Mann bringen und auch, wie sich das Publikum überzeugen lässt. Vor mir sitzt keine kleine Schülerband, sondern die Hoffnung der nächsten Jahre, die trotz großer Erfahrung noch immer den Spaß an der Musik in Ehren hält. Eins steht damit fest: Scheiden die bedeutenden Größen aus dem Musikzirkus aus, muss man sich um Nachfolger keine Sorgen machen.

Eric Steinberg
Eric Steinberg
Über mich: Geboren im Jahrgang 2000 bin ich mit 17 Jahren der Jüngste im Team. Für Rockmusik schlägt mein Herz schon seit dem Kindesalter. Angefangen hat damals alles mit den Toten Hosen. Obwohl als Schüler immer knapp bei Kasse, besuche auch ich das ein oder andere Konzert. Außerdem spiele ich leidenschaftlich gerne Schlagzeug. Motto: Es gibt nur ein Gas, Vollgas!
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