Party on! – das war das Wacken Open Air 2026
„Wackeeeeeeennnn!“ Wenn es den Inbegriff eines Metal Festivals tatsächlich geben sollte, dann ist dies wohl das Wacken Open Air. 35 Jahre wollten gefeiert werden und so strömten 85.000 Besucher in das kleine Dorf Wacken im beschaulichen Schleswig-Holstein und eskalierten, bis auch die letzte Maus aus ihrem Ackerloch gekrochen kam. Über 150 Bands bespielten vom 29. Juli bis 01. August 2026 den Holy Ground. Party on. Das war das W:O:A 2026:
Rain or shine
Wer an Wacken denkt, hat in den letzten Jahren vor allem eine Schlammschlacht vor Augen. Dieses Jahr bekamen wir wieder die andere Seite des Festivals zu sehen: Staub so weit das Auge reichte. Der einzige Schlamm, der sich bildete, war der vor der Bühne, wenn die lieben Metal Guards im Bühnengraben (Grüßen gehen vor allem an die WACKINGER Stage raus) der Meinung waren, das Publikum einmal komplett auf Eis zu legen. Diese Abkühlungen waren von Gott gerufen. Ihr seid Goldschätze.
Das Wacken begann nicht erst am Mittwoch, wo der offizielle Opening-Tag war. Streng genommen beginnt es immer bereits an dem Sonntag vorher und geht somit eine komplette Woche lang. Auch unterhaltungstechnisch wird zu dem Zeitpunkt schon einiges geboten. Wer darauf keine Lust hat, kann natürlich auch einfach an und mit seinem Camp verweilen. Wer will, der könnte. Langeweile ist auf diesem Festival ein Fremdwort.

Nun kam der von allen erwartete Mittwoch und es ging endgültig los. Dies bedeutete natürlich auch die Öffnung des Infields. In den Mittagsstunden begann Broken By The Scream und im Anschluss kam Visions of Atlantis auf der LOUDER Stage, die somit eine der Hauptbühnen enterten. Die FASTER Stage wurde dann gegen 16 Uhr von Lovebites in Beschlag genommen und somit war dann das Festival offiziell als eröffnet erklärt. Der Holy Ground lebte. Dies bedeutete auch, dass für The Butcher Sisters, Electric Bassboy und Hämatom der Weg geebnet war, den Eröffnungstag endgültig in Schutt und Asche zu legen. Wem das nichts taugte, der hatte auf den anderen Bühnen etwa zeitgleich die Gelegenheit Lacuna Coil, Unzucht oder Rose Tattoo zu sehen. Die Auswahl war riesig und somit für jeden Geschmack etwas dabei.

Der Holy Ground bebte
Es müssen nicht immer unbedingt die Mainstages sein, die einen in den Bann ziehen. Vor allem war es am Donnerstag die WACKINGER Stage, die uns wie das Licht die Motten angezogen hatte. Die Turmuhr läutete zur Mittagsstunde und Wüstenberg rief zum Folk. Katerfahrt, Vogelfrey, Sagenbringer, Storm Seeker, Kupfergold und Manntra eroberten die Bühne im Staubsturm und schon war der Tag vorbei. Natürlich gab es auf den anderen Bühnen auch das volle Metal-Programm. Ob Heaven Shall Burn im Landgasthof gewütet hat? Mit Sicherheit. 9mm Headshot zerlegte das WASTELAND, P.O.D. nahm die LOUDER Stage auseinander und die Legenden von Def Leppard zerrissen am Abend die HARDER Stage. Das Wacken hatte so viel zu bieten.

Die Kunst des Zerteilens ist auf diesem Festival manchmal wichtig. Spoiler vorneweg: Zerteilen ist nur bedingt möglich. Glaubt es oder nicht, wir haben es versucht. Es war vergebens. Der Freitag hatte uns getestet und wir sind traurig gescheitert. Dies fing schon zur Mittagsstunde an als Mr. Hurley und die Pulveraffen die LOUDER in ihren Piratenbann zogen und wenige Minuten später die FASTER Stage von Gutalax in die pure Eskalation getrieben wurde. Da ein Versuch nicht reichte, probierten wir das Ganze eine Stunde später noch einmal als Paradise Lost auf der Main waren und Metaklapa ihr Heavy-Metal-Acapella auf der WACKINGER zum Besten gab. Und da alle guten Dinge Drei sind, liefen auch Trold (WACKINGER), Any given Day (HEADBANGER) und Danko Jones (HARDER) parallel. Es war einfach zum Mäuse melken. Für den Abend nahmen wir uns vor, uns möglichst immer nur auf eine Band zu konzentrieren. So genossen wir Black Label Society, sahen die Hälfte von Saxon, die Hälfte von Hatebreed und inhalierten dann In Flames, um letzten Endes mit Judas Priest den Abend ausklingen zu lassen. Subway to Sally, Sepultura oder Alcest waren dann noch für die späten Nachtstunden zuständig. Niemand hat je behauptet, dass es einfach werden würde.

Der Ritt ins Finale
Lachen ist gesund und so startete für uns der Samstagmorgen mit Torsten Sträter, der unsere Lachmuskeln gehörig auf der W:E:T Stage auf die Probe stellte, während auf der HARDER Heavysaurus sich um den Metal-Nachwuchs kümmerte. Focus. testete danach, wie viel Punk wirklich im Metalvolk steckt. Am Nachmittag galt es, sich etwas zurückzulehnen und zu Orbit Culture und zu Lamb of God zu lauschen. Hin und hergerissen zwischen Airbourne, Ad Infinitum, Kärbholz, Arch Enemy und Dritte Wahl bekamen wir nochmal einen gehörigen Drehwurm, bevor wir uns auf das große Finale mit Powerwolf, der Line-up-Bekanntgabe für 2027 und Sabaton konzentrieren konnten. Wer immer noch nicht genug hatte, konnte das Festival dann noch mit Alestorm ausklingen lassen.

Das war es also, das Wacken Open Air 2026 und es war unglaublich. Leider ist es absolut unmöglich, alle Bands, die man sehen möchte, auch tatsächlich zu sehen. Geschweige denn auch nur ansatzweise von allen zu berichten. Das Wacken ist einfach eine eigene Hausnummer, eine absolute Größe am Festival-Himmel, ein Erlebnis. Für 2027 hat sich jetzt schon ein mega cooles Line-up herausgebildet, unter anderem mit Helloween, Electric Callboy, Five Finger Death Punch und Childen Of Bodom.
Faster, Harder, Louder
Wir möchten uns für ein grandioses Festival bedanken mit tollen Bands, einer gigantischen Organisation und unendlich viel Spaß. Der größte Dank gilt dabei den Veranstaltern. 35 Jahre Wacken Open Air, das ist schon eine echte Meisterleistung. Wir danken allen Bands, auch wenn wir gerade einmal einen Bruchteil davon selbst sehen konnten. Ein riesiges Dankeschön an die Securities, die wieder einen Job gemacht haben, auf den ich so gar nicht neidisch bin. Danke an die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste. Danke an alle Caterer, Bar Leute und jeden noch so kleinen Mitarbeiter, der dieses Festival überhaupt erst möglich gemacht hat. Sei es Ton, sei es Licht oder was auch immer wir an dieser Stelle wieder alles vergessen wurde. Es war uns eine absolute Ehre, dabei gewesen sein zu dürfen. Danke Wacken, der Holy Ground ist ein wirkliches Heiligtum.
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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Redaktion
Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?









