Harte Hunde mit TO THE WIRE – Ruhrpott Rebellen bis zum bitteren Ende

Im Jahr 2022 im Herzen des Ruhrgebiets geschmiedet, beweist seitdem TO THE WIRE, dass deutscher Hardcore immer noch den üblichen Verdächtigen aus Übersee das Wasser reichen kann. Die vier Männer tragen das musikalische Herz am richtigen Fleck und spielen einen Sound, der mehr Retro nicht sein kann. Mit Herz und Verstand gibt es hier mehr als nur Geballer.

Straight nach vorn

Oliver, Michael und die beiden Christians sind nicht erst seit gestern musikalisch unterwegs. In verschiedensten Bands wurden Stile aus Skate- und Melodic Punk, Hardcore, Postrock und Industrial gepflegt. Nach etlichen Konzerten und zwei Jahren Bandgeschichte war das Ergebnis ein abwechslungsreiches und kraftvolles Debütalbum, das die Stärken der Band eindrucksvoll auf den Punkt bringt. WILLPOWER wurde über das deutsche Label Dedication Records veröffentlicht. Ein kurz und schmerzhaft komprimiertes Album, das auf nicht einmal 25 Minuten kommt. Die markanten elf Tracks sind schnelle Hardcore-Granaten mit markanten Ecken und Kanten. TO THE WIRE bedient sich am all-you-can-eat Büffet des Hardcores und lädt sich eine ordentliche Portion Attitüde auf. Was dann auf dem Teller landet, ist eine Ménage-à-trois mit Sick of It All, Shelter und Strife, ohne den bitteren Beigeschmack des Kopierens zu erfüllen.

Neues Kapitel

Bandbild-1_TO-THE-WIRE_Fotografin-Anna-Borisova Harte Hunde mit TO THE WIRE – Ruhrpott Rebellen bis zum bitteren Ende
Foto: Anna Borisova

Nach vier Jahren hat sich TO THE WIRE zu einer Live-Institution gemausert. Mehr als 100 Shows in mehreren Ländern, darunter zwölf Termine in den U.S.A, haben ihnen einen Ruf als unverfälschte Liveband verschafft. Ihre Konzerte sind das, was man von der Szene erwartet. Hier regieren Gemeinschaft, Befreiung und Ausbruch zu gleichen Teilen. Bereits seit Juni 2026 schlägt die Band mit STAND FOR SOMETHING ein neues Kapitel auf. In den legendären Salad Days Studios in Baltimore hatte sie mit Produzent Brian McTernan, der bereits für Battery und Be Well Hand anlegte, ihre nächste Abrissbirne aufgenommen. Das Ergebnis klingt entschlossener denn je. Roher und zugleich ausgefeilter Hardcore, der aber persönlicher in den Lyrics mit positiven Botschaften und Themen wie Zusammenhalt und Verantwortung in unruhigen Zeiten ist. Die Band liefert mit STAND FOR NOTHING keinen Debüt Nachfolger. Vielmehr hat TO THE WIRE das, was mit WILLPOWER begonnen hat, so optimiert, dass mit keinem Track das Gefühl eines zweiten Aufgusses aufkommt. Durchgängig kommen die Songs kompakt, zielgerichtet und mit genau diesem Hardcore-Crew-Feeling herüber, dass man sich beim Hören direkt vor die Bühne gestellt fühlt.

Echte Entwicklung

Bandbild-2_TO-THE-WIRE_Fotografin-Anna-Borisova Harte Hunde mit TO THE WIRE – Ruhrpott Rebellen bis zum bitteren Ende
Foto: Anna Borisova

Dümpeln manche Bands jahrelang in ihrer selbstauferlegten Stagnation herum, zeigt TO THE WIRE den Spirit der Hardcore-Szene. Hungrig auf Weiterentwicklung und Authentizität, trotzt sie modernen Trends und spielt echte Musik statt glattpolierter Synthesizer-Scream-Produktion. Saubere 2-Step Beats, Band Chorus, Singalongs, bretternde Instrumente, die nicht lärmen, sondern gekonnt getimt sind. Die Krone setzt das breit aufgestellte Gesangsspektrum auf, welches viele Vergleiche zulassen würde. Tun wir aber nicht. Wir feiern TO THE WIRE für kontrollierte Härte und echten Hardcore, der jeglichen Wandel überleben wird.

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Crew | Redakteur

Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.

Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal à la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk, bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.

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