Fabulous Disaster – vergessen und verstaubt – nicht mit uns!

Foto: Andres Valdes

Manche Alben verschwinden nicht, weil sie schwach waren. Sie geraten einfach unter die Räder der Zeit. PANTY RAID! von Fabulous Disaster ist genau so ein Fall. Anfang 2003 ist das Album erschienen, ist irgendwo zwischen Punkrock, Pop-Punk und einer angenehm dreckigen Street-Punk-Attitüde verortet und dennoch hatte die Platte nie den ganz großen Durchbruch. Umso lohnender ist heute der Blick zurück. Facebook

Pop Punk aus San Francisco

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Foto: Jörg Hentzgen

Fast zehn Jahre ist es her, als Fabulous Disaster ihre Auflösung bekanntgab. Ein Jahr nach der Gründung 1998 wurde bereits das Debütalbum veröffentlicht. PRETTY KILLERS gefiel gut und führte zu einem Plattenvertrag bei einem Tochter-Label von Fat Mikes Label Fat Wreck Chords. 2001 produzierte Fat Mike Album Nummer Zwei: PUT OUT OR GET OUT. Gemeinsam mit Alex Newport trug er 2003 für die Produktion des dritten Albums PANTY RAID! die Verantwortung. Zum damaligen Zeitpunkt war bei Fabulous Disaster Laura Litter die Sängerin, den Bass übernahm Mr. Nancy, hinter dem Schlagzeug saß Sally Gess und Gitarre spielte Lynda Mandolyn.

Trackliste

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Foto: Jörg Hentzgen

Eine ordentliche Portion leckt uns

Schon der Opener „Next Big Joyride“ macht keine Umwege. Kein langes Vorspiel, kein unnötiger Ballast, sondern direkt nach vorn. Fabulous Disaster setzt auf Tempo, Druck und eingängige Refrains, ohne dabei glattgebügelt zu wirken. Das wirkt sofort lebendig und macht schlichtweg Spaß. Genau diese Mischung aus Energie und Melodie ist die große Stärke des Albums. Am besten funktioniert PANTY RAID!, wenn ordentlich Schubkraft gedrückt wird. Songs wie „No Stars Tonight“, „Short Fuse“ oder „Hey Girl“ brennen sich, dank der natürlich wirkenden Spielfreude, schnell fest. Gerade das gibt den Stücken ihren Charme. Hier klingt nichts geschniegelt, sondern direkt, handfest und mit einer ordentlichen Portion „leckt uns“!

Schönheitsfehler

Auch Sängerin Laura Litter trägt ihren Teil dazu bei, dass die Band nicht in der Masse untergeht. Ihre Stimme hat Ecken und Kanten, ohne je zu aufdringlich zu werden. Sie verleiht dem Material genau das richtige Maß an Wiedererkennungswert. Gegenüber dem Vorgänger Album wurde die Produktion stellenweise mehr aufpoliert, was den Garagen-Street-Dreckigkeitsfaktor etwas mindert. Jedoch unseren gealterten Ohren doch ganz guttut. Wir sind nun auch keine 30 mehr. Doch das ist weder ein Schönheitsfehler noch ein echtes Problem. Denn unterm Strich gewinnt das Album gerade durch seine klare Ausrichtung an Sympathie. Das Teil ist kompakt, direkt, ohne Schnörkel und passt auch heute noch sehr gut in unsere Sammlung.

Fazit

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Foto: Jörg Hentzgen

PANTY RAID! ist kein übersehener Klassiker, der die Punkgeschichte neu geschrieben hat. Aber es ist ein Album, das mehr Aufmerksamkeit verdient. Eingängig, druckvoll und angenehm unkompliziert hat es auch heute noch einiges zu bieten. Wer melodischen Punkrock mit Biss schätzt, sollte diesem verstaubten Kleinod definitiv noch einmal eine Chance geben.

4 von 5

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redakteur

Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.

Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal à la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk, bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.

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