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Chaos Messerschmitt – 29.2.2020 in Nellingen

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Beim ersten Blick in den Konzertbereich der Rockkneipe „Wilder Mann“ in Nellingen musste ich aufgrund der Größe unwillkürlich an ein Wohnzimmer denken. Das ist allerdings durchaus nicht negativ zu verstehen, denn diese Atmosphäre ist ein Teil dessen, was das Konzert in Nellingen so besonders machte. Es war eben keine anonyme Großveranstaltung, sondern fühlte sich viel mehr an, wie ein Besuch bei Freunden. Und auch wenn einige Menschen sich anfangs noch nicht kannten, hatte man den Eindruck, dass spätestens am Ende alle eine große Familie waren.  

Die Vorband 

Der Abend begann mit einem Auftritt der Band MINT aus Ulm. Obwohl es sich dabei um ein anderes Genre handelt, das man eher in die Pop-Richtung einsortieren könnte, war die Stimmung schon bei dieser Band ausgesprochen gut und es wurden mehrere Zugaben gespielt. Sängerin Katrin war so begeistert von der Atmosphäre, dass sie sogar ihren Hut abnahm, was nach eigener Aussage nicht so oft vorkommt. Schließlich übergaben sie dann aber doch noch an die Jungs von Chaos Messerschmitt, die natürlich auch schon sehnlichst erwartet wurden.  

Und dann ging es los 

Nach einer spontanen Ansage des Sängers von Dieter K, der so wie weitere Musiker anderer Bands im Publikum zu finden waren, starteten die vier Alpenrocker ihren Auftritt und von nun an gab es Rock vom Feinsten. Die Jungs gaben einfach alles und es war ihnen anzusehen, wie viel Spaß sie auf der Bühne haben. Den Auftakt machte „Dafür lebe ich“ und schon beim ersten Ton war die Stimmung am Kochen.  Es folgten weitere mit purer Energie geladene Lieder des neuen Albums AM ARSCH VORBEI, wie „Niemals Freunde“ und mein ganz persönliches Highlight „Ziehn durch die Nacht“.

Alles in Allem war die Setlist eine ausgefeilte und spannende Mischung aus neuen Songs und älteren Chaos-Klassikern, die ausnahmslos voll beim Publikum ankamen, was man daran erkennen konnte, dass alle tanzten und mitsangen. Am Ende gab es sogar noch einen Mini-Circle Pit, womit vermutlich keiner gerechnet hatte. Sogar einen (sehr kurzen) Versuch von Crowdsurfing konnte man beobachten.  

Zum Mitgröhlen

Nach einem Break heizten die Jungs von Chaos Messerschmitt die Stimmung noch einmal an, indem sie Interpretationen von „Laternenlied“ und „Danke“ sangen, die zum Mitgröhlen einluden. Mit dem letzten Titel „Wenn du fällst aus allen Wolken“ bewiesen sie dann, dass sie auch zu ruhigeren Tönen fähig sind. Das Publikum war ergriffen und man konnte sogar die eine oder andere Träne in manchen Augenwinkeln erkennen. 

Es hätte sich niemand beschwert, wenn die Band noch eine Weile weitergerockt hätte, aber es hat nun mal alles irgendwann ein Ende und irgendwann ließ das Publikum die Jungs dann doch die Bühne verlassen. Der Weg führte sie dann auch noch nicht nach Hause, sondern an die Bar, wo sie sich unter die Leute mischten. Jeder hatte in dieser Nacht die Möglichkeit, mit den vier Österreichern zu reden oder auch nur zu trinken. Chaos Messerschmitt ist wirklich noch eine Band zum Anfassen mit großer Fannähe.  

Fazit 

Man neigt ja immer dazu, Konzerte mit anderen zu vergleichen, auf denen man schon war, aber in diesem Fall halte ich das für nicht möglich. Bei der Location kann man nur feststellen, dass Größe wirklich nicht alles ist, was zählt. Die Stimmung war nicht nur mit der in größeren Hallen vergleichbar, sondern ich habe große Konzerte erlebt, die damit absolut nicht mithalten konnten. Die Vorband lud manchen dazu ein, auch mal über den Tellerrand der Deutschrockszene hinauszusehen und festzustellen, dass es noch mehr gibt, was trotzdem richtig rockt.

Was den Headliner angeht: Laute und fette Gitarren, treibende Rhythmen, provokante Texte, die unvergleichbare Stimme von Sänger Tom und jede Menge Spaß auf beiden Seiten zeichneten diesen einzigartigen Auftritt aus. Es war ein wirklich durch und durch gelungener Abend. Ich freue mich schon auf das nächste Konzert der Band und kann nur jedem sagen: Schaut es euch an – ihr werdet es nicht bereuen! 

Die Chance sie wieder in Deutschland erleben zu dürfen, bekommt ihr spätestens im September 2020. Dann sind Chaos Messerschmitt mit Stainless Steel auf der HEILIGE LIEDER MONUMENTAL-Tour 2020 unterwegs. Es wird neun Auftritte geben. Unter anderem bekommt ihr dort auch KaestelHaymaker, The Ape Escape und Trabireiter zu sehen und natürlich auch zu hören. 

Katrin Albrecht
Katrin Albrecht
Über mich: Ich, 37 Jahre alt, bin wie die meisten hier mit der Musik von „Die Toten Hosen“ und „Die Ärzte“ groß geworden. Mein erstes Rock-Konzert (von Unantastbar) besuchte ich dann aber trotzdem erst vor zwei Jahren. Da mich bei diesem Konzert das Fieber gepackt hat, trifft man mich seitdem immer wieder auf Konzerten an – ich hab ja so viel nachzuholen! Das ist mein Ausgleich zu meinem Alltag mit Studium (auch spät angefangen) und Seniorenbetreuung. Mein Motto: Besser spät, als nie!
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