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Restrisiko feiern 25 Jahre live und ein neues Album

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Neues bringen uns in diesem Jahr die Jungs von Restrisiko. Sie begehen nicht nur ihr mittlerweile 25-jähriges Jubiläum, sondern stecken aktuell auch mitten in der Produktion eines neuen Albums. Wir haben bei Frontmann Fabi einmal nachgefragt, wie es sich anfühlt, 25 Jahre lang auf der Bühne zu stehen und was sich in dieser Zeit getan hat. Ebenso haben wir mit ihm über das neue Album gesprochen und was uns darauf erwarten wird.

Hier kommt der erste Teil des Interviews zum Jubiläum:

VRR: 25 Jahre Restrisiko: ein solches Jubiläum können nicht viele Bands feiern. Wie fühlt es sich für euch an?

Fabi: Das stimmt, 25 Jahre sind schon eine wahnsinnig lange Zeit und ich hätte damals nie daran gedacht, dass es so lange geht! Es fühlt sich auch immer noch gut an und es macht auch immer noch mega Spaß, wenn wir unterwegs sind, um Konzerte zu spielen und eine gute Zeit miteinander zu haben. Zu sehen, dass die Leute bei den Shows einfach Bock auf das haben, was wir machen, bestärkt einen immer wieder aufs Neue und so darf es auch von mir aus noch mindestens 25 Jahre weitergehen. Bei Restrisiko ist nichts gespielt, wir verkleiden uns nicht für die Bühne oder sonst irgendetwas. Wir sind einfach wir und ich denke, das merken die Leute auch. Für uns ist Oi!/Punkrock keine Fashion, sondern ein way of life, der mich zum Beispiel schon seit 30 Jahren begleitet und den ich wahrscheinlich auch mit ins Grab nehmen werde.

VRR: Schauen wir zurück auf den Anfang: Wie kam es damals zu der Entscheidung, Musik machen zu wollen bzw. Restrisiko zu gründen?

Fabi: Entstanden ist das alles in Duderstadt in Niedersachsen. In Duderstadt gab es Anfang der 90er einen ganzen Haufen cooler Bands, darunter die Punkrockband Ertrinkende Fische, mit denen ich damals gut befreundet war. Wir haben jede freie Minute miteinander herumgehangen. Den genauen Zeitpunkt der Auflösung der Band weiß ich nicht mehr, aber der Proberaum war weiterhin unser zweites Zuhause, in dem man sich immer noch zum Feiern traf. Es wurde gejammt, Songs von Daily Terror, Lustfinger, Slime und wie sie alle hießen gecovert und daraus ist dann letztlich im Jahr 1999 Restrisiko entstanden.

Die damalige Besetzung waren Flo am Schlagzeug, Gummel am Bass, Rico an der Gitarre und ich habe gesungen. Das alles hinzuschmeißen war für mich nie eine Option. Dafür liebe ich das alles viel zu sehr, auch wenn es manchmal stressig ist, wir nicht immer der gleichen Meinung sind und uns schon manchmal ordentlich angiften. Aber das gehört dazu. In der Coronazeit habe ich erst gemerkt, wie sehr mir das Ganze fehlt, wenn wir nicht unterwegs sind, keine Konzerte stattfinden und alles ruhig ist. Damit kann und will ich nicht umgehen, deshalb gibt es das Wort „bühnenmüde“ für mich nicht!

„… eine geile Zeit, über die man Bücher schreiben könnte!“

VRR: Was hat sich seit der Gründung mit dem Blick auf heute verändert?

Fabi: Die Anfänge waren schon recht holperig, ein bisschen Musizieren und ein bisschen mehr Saufi Saufi, kurz gesagt: Samstag ist Bandprobe, hieß damals gleichzeitig: Samstag wird ordentlich gebechert und am Abend irgendeine Party, auf der man natürlich nicht eingeladen war, gestürmt und gesprengt! Das war eine geile Zeit, über die man Bücher schreiben könnte! Mit den Jahren gab es dann aber auch immer wieder Besetzungswechsel innerhalb der Band, ob nun beruflich oder persönlich, man entwickelt sich nun mal weiter.

Musikalisch ist dann aber in den letzten 25 Jahren auch recht viel passiert. Man ist mit mehr Power an die ganze Geschichte gegangen und Songs wurden dann doch ein wenig besser ausgearbeitet. Die Szene war früher anders, ob jedoch besser oder nicht, das lassen wir dahingestellt. Es war anders. Wir wollten rebellieren und das haben wir gemacht, egal was andere Leute sagten. Es wurde nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt, es gab keine Internethelden, die herumhetzten und irgendwelche Unwahrheiten streuten. Wenn ich mir manche Songtexte von damaligen Punkrockbands anhöre, mit denen ich aufgewachsen bin, hätten die heute nicht ein Album veröffentlicht. Wir haben eigentlich schon immer unser eigenes Ding gemacht und das war bzw. ist auch gut so.

VRR: Habt ihr noch Kontakt zu den ehemaligen Bandmitgliedern und Wegbegleitern?

Fabi: Zu Atze und Sascha, Flori und Gummel besteht nach wie vor noch ein wirklich guter Kontakt. Wir kennen uns von klein auf, sind immer noch befreundet und trinken auch immer noch das ein oder andere Gläschen miteinander. Eine Freundschaft, die so lange besteht, bekommt man auch nicht so schnell kaputt. Wir sehen uns nicht jedes Wochenende, da wir alle weit auseinander wohnen, aber wenn wir uns sehen, ist es genau wie früher, nur ein bisschen erwachsener. (lacht)

Ein Wunder, dass niemand auf der Strecke geblieben ist!

VRR: Plaudern aus dem Nähkästchen: Welche Erlebnisse/Konzerte der letzten 25 Jahre sind euch besonders im Gedächtnis geblieben?

Fabi: Das kann ich dir tatsächlich gar nicht so genau beantworten. Wir haben eigentlich jedes Konzert so gefeiert, als wäre es unser letzter Tag auf Erden und dass dabei tatsächlich niemand auf der Strecke geblieben ist, grenzt schon an ein kleines Wunder! (lacht)

VRR: Was war das Beste, was Restrisiko bisher passiert ist?

Fabi: Ich denke, es sind die ganzen Freundschaften, die dabei entstanden sind, ob nun hier im Land oder auch international, das ist schon verdammt stark. Vieles hat sich auch geändert, seitdem wir bei KB-Records sind. Es wurde vieles ein wenig einfacher und strukturierter. Nach mittlerweile zehn Jahren Zusammenarbeit sind wir auch immer noch sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.

VRR: Wo seht ihr euch in fünf Jahren und was ist euer größter Wunsch bis dahin?

Fabi: Das ist eine sehr gute Frage, am liebsten natürlich auf irgendwelchen Bühnen. Aber welchen Weg das Leben so einschlägt, weiß man ja bekanntlich nicht. Unser größter Wunsch ist natürlich in erster Linie, dass wir alle gesund bleiben und noch lange zusammen Musik machen können. Ansonsten steuern wir munter und frisch den Sturmzeiten entgegen! Ich persönlich würde nochmal gerne mit The Exploited oder Cock Sparrer die Bühne teilen. Das wäre schon ein Herzenswunsch.

Wie es weiter geht und was uns mit dem neuen Album erwarten wird, erfahrt ihr im zweiten Teil des Interviews.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

Julia, für immer 30,5 Jahre alt, aus Kassel. 2018 aus Liebe zur Musik und der Lust zum Schreiben zu VRR gekommen, um ihre überschüssige Energie und Kreativität und schlagfertige Ausdrucksweise auf Papier zu bringen. Nachdem sie einmal versehentlich zur Kamera griff, legt sie diese kaum noch aus der Hand. Sie und ihre Nikon trotzen Wind & Wetter, um das perfekte Bild einzufangen.

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