Songwriting bei Rockwasser: Wenn Schweiß, Bier und Whisky im Spiel ist
Ein guter Song fällt selten einfach vom Himmel. Manchmal braucht es eine zündende Idee, manchmal jede Menge Geduld und gelegentlich wohl auch ein Bier, einen Whisky und die eine oder andere hitzige Diskussion im Proberaum. Doch wie entsteht eigentlich ein Song bei Rockwasser? Wer liefert die ersten Ideen, wie viel Perfektionismus steckt in den Texten und welche Geschichten bleiben besser unter Verschluss? Wir haben bei Rockwasser nachgehakt und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Songwritings.
VRR: Wenn bei euch ein neuer Song entsteht, ist das ein geplanter Schritt oder pures Chaos im Proberaum? Wer schnappt sich Stift und Papier, wer dreht die Verstärker auf und drückt dem Ganzen seinen Stempel auf?
Rockwasser: Bis ein neuer Song bei uns im Proberaum landet, vergeht meistens schon eine ganze Weile. Ich (Matze) bin bei uns für das Songwriting zuständig und bringe die ersten Ideen, Vorproduktionen oder auch mal komplette Songvorschläge mit. Dann wird im Proberaum diskutiert. Es gibt Lob, Kritik, neue Vorschläge und natürlich auch Wünsche von den anderen. Genau an diesem Punkt beginnt die gemeinsame Arbeit am Song. Aus meiner ursprünglichen Idee entwickelt sich Schritt für Schritt das, was am Ende ein echter Rockwasser-Song wird.

VRR: Wie viel Schweiß, Streit und Wahnsinn stecken in eurer Vorarbeit? Entstehen eure Songs aus nächtlichen Exzessen, klaren Visionen oder aus einem kreativen Zusammenstoß im Bandkeller?
Rockwasser: Das kann tatsächlich völlig unterschiedlich sein. Manche Songs entwickeln sich über einen längeren Zeitraum und es gibt Stücke, die sich innerhalb von ein bis zwei Jahren komplett verändern. Da klingt die ursprüngliche Version irgendwann vielleicht kaum noch nach dem fertigen Song. In vielen unserer Songs stecken deshalb jede Menge Arbeit, Schweiß, Bier, Whisky und natürlich auch verdammt viele Gedanken. Manchmal braucht es einfach Zeit, bis alles an seinem Platz ist.
VRR: Hand aufs Herz: Gab es bei der Entstehung eines Songs schon mal eine Story, die eigentlich nicht an die Öffentlichkeit soll? Irgendeinen Moment, bei dem ihr dachtet: „Genau das ist Rock ’n’ Roll“?
Rockwasser: Na klar! Aber die Geschichten sind nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Die öffentlichkeitstauglichen Momente heben wir uns lieber für unsere Live-Shows auf.
Damals und heute
VRR: Wie roh sind eure ersten Demos wirklich? Mehr Garagen-Charme mit Bierdosen-Akustik oder schon fast veröffentlichungstauglich? Und wo passiert dieser erste magische oder chaotische Moment?
Rockwasser: Das hat sich über die Jahre natürlich deutlich verändert. Bei unseren ersten Studiobesuchen hatten wir keine Vorproduktionen. Wir sind damals also ganz anders an die Sache herangegangen als heute. Mittlerweile erstellen wir unsere Vorproduktionen im Homestudio und die klingen inzwischen tatsächlich besser als unsere damaligen Platten. Da hat sich technisch und auch in unserer Arbeitsweise einiges getan.

VRR: Vom ersten Geistesblitz bis zum fertigen Track: Seid ihr Schnellzünder oder Perfektionisten? Wie lange dauert es, bis aus einer Idee ein fertiger Song wird?
Rockwasser: Definitiv Perfektionisten! Das fängt bei den Gesangsrhythmen an und hört bei einzelnen Tomschlägen noch lange nicht auf. Alex kann beispielsweise ewig an einzelnen Tom-Sounds feilen, bis wirklich alles passt. Das mag manchmal nach Kleinigkeiten klingen, aber genau diese Details machen für uns den Unterschied. Letztendlich braucht es diesen Anspruch, damit ein Rockwasser-Song für uns perfekt wird. Bis alle zufrieden sind, kann es deshalb durchaus eine ganze Weile dauern. Aber wir wollen am Ende eben einen Song haben, hinter dem wir zu hundert Prozent stehen können.
Ein bisschen Chaos, eine Menge Leidenschaft und vor allem der Wille, auch das letzte Detail auf den Punkt zu bringen. Bei Rockwasser entsteht ein Song nicht einfach nebenbei. Hinter den fertigen Tracks stecken lange Entwicklungsprozesse, gemeinsames Tüfteln und ein ordentlicher Hang zum Perfektionismus. Und während Rockwasser die musikalischen Geheimnisse zumindest teilweise ausplaudert, bleibt bei den wirklich wilden Geschichten noch Luft für die nächste Live-Show. Denn manche Dinge gehören eben nicht ins Interview, sondern direkt auf die Bühne. Erleben könnt ihr sie als nächstes bei ihrem Albumrelease am 14.11.2026 in Coesfeld zusammen mit AMPEX und Grenzenlos.
Hier findet ihr das neue Album von Rockwasser: https://save-it.cc/he/geboren-f-r-die-ewigkeit
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Crew | Redaktion | Fotografin









