10 Gestalten, die du auf jedem Deutschrock-Konzert triffst
Deutschrock-Konzerte sind wie Klassentreffen mit Gitarren, Bierdusche und Rückenproblemen. Egal ob im Club, Festivalzelt oder Stadthalle, bestimmte Figuren tauchen immer wieder auf. Als wären sie im Eintrittspreis enthalten. Willkommen im Artenführer.
1. Der „Ich kenn die Band persönlich“-Typ
Er hat den Sänger 2018 einmal am Merchstand gesehen. Seitdem sind sie praktisch Brüder. Sätze wie „Privat ist der total bodenständig.“, fallen nach dem zweiten Bier. Es war ein Selfie und der Sänger wollte weg.
2. Der textsichere Nach-vier-Bier-Sänger
Er kann jeden Song, zumindest in seiner Version. Wenn die Band etwas anderes singt, liegt die Band falsch. Besonders stark bei Balladen, wenn aus Emotion plötzlich „Lalala, irgendetwas mit Freiheit!“ wird.
3. Der „Früher waren die härter“-Veteran
Er war schon dabei, als die Band vor 37 Leuten gespielt hat und davon wollten sieben eigentlich nur Dart spielen. Alles nach dem zweiten Album ist Kommerz.

4. Der Fahnen-General
Seine Fahne ist größer als dein Auto. Sicht für die Leute dahinter? Freiheit muss Opfer bringen. Er steht natürlich in der zweiten Reihe Mitte und schwenkt das Ding wie ein betrunkenes Windrad mit Heimatgefühl.
5. Der „Wir sind Familie“-Prediger
Er umarmt dich, bevor du seinen Namen kennst, verschüttet Bier auf deine Schuhe und nennt es Zusammenhalt. Nach dem dritten Refrain schreit er „Familie!“ so laut, dass selbst die Security kurz über Adoption nachdenkt.
6. Der Pogo-Rentner
Früher war er gefährlich, heute knackt er beim Aufwärmen. Trotzdem geht er hinein, weil man ja noch nicht tot ist. Nur etwas schlecht gefedert. Nach 40 Sekunden Pogo meldet sich die Bandscheibe, das Knie stellt einen Antrag auf Kündigung und der Kreislauf fragt höflich, ob das jetzt wirklich nötig war. Danach steht er wieder am Rand, atmet wie ein alter Kompressor und erzählt drei Stunden, dass früher alles wilder war.

7. Der Merch-Mathematiker
35 Euro für ein Shirt? Abzocke. Danach kauft er Biermarken für 70 Euro, verliert zwei davon und findet den Abend trotzdem fair bepreist. Am Ende nimmt er doch ein Shirt mit. „Man muss die Band ja unterstützen.“
8. Der Kommentarspalten-Rebell
Live brüllt er: „Wir lassen uns nichts sagen!“. Vor dem Konzert fragt er auf Facebook, ob Bauchtaschen erlaubt sind, wann Einlass ist und ob man mit Karte zahlen kann. Rebellion ja, aber bitte mit Hausordnung.
9. Der Dauerfilmer
Er hat das komplette Konzert auf dem Handy, gesehen hat er aber nichts. Seine Erinnerung ist verwackelt, sein Ton übersteuert und seine 47 Storys schaut niemand freiwillig. Hauptsache das Internet weiß, dass er da war.

10. Der „Nur wegen der alten Songs“-Fan
Das neue Album kennt er nicht, hasst es aber vorsorglich. Bei neuen Songs holt er Bier, bei den alten Songs erklärt er allen, dass das noch Musik war. Singt dann aber trotzdem überall mit. Natürlich teilweise ironisch.
Und wir? Hand aufs Herz, ein bisschen steckt in jedem von uns. Wir haben alle schon falsch mitgesungen, Merchpreise verflucht oder zu lange gefilmt. Bitte seht diese Liste gerne mit einem zwinkernden Auge. Welche Gestalt fehlt noch? Der Bierduschen-Athlet? Die gelangweilte Partnerbegleitung? Der Setlist-Nörgler? Schreibt es uns in die Kommentare und wir beobachten weiter.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Redaktion
Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?








