Vollgas Richtung Metal – Was sind eigentlich Fun Metal Things?
Irgendwo hat man diesen Begriff durchaus schon gehört: Fun Metal Things. Schaut man sich aktuell insbesondere in der Metalcore Szene um, wird man auf viele Songs, Bands und auch Aktionen von Musikern treffen, bei denen man gerne denkt „Was zur Hölle?“. Jeder kann ein Handy in die Hand nehmen und gerne einmal in eine Suchmaschine die Frage eingeben „Was sind Fun Metal Things?“. Als Antwort wird man bekommen, dass es sich bei diesem Begriff um einen Begriff aus der Metal Szene handelt. Genauer gesagt handelt es sich um Bands, die humorvolle Texte verarbeiten oder um Merchandise Artikel. Oft werden auch Fun-, Comedy- oder Partymetal im gleichen Zusammenhang verwendet. Allerdings geht das Ganze auch etwas aussagekräftiger, denn Fun Metal Things sind viel mehr als nur witzige Texte und lustige Shirts. Darum haben wir von Vollgas Richtung Rock einen tieferen Blick in die Szene für euch geworfen und uns mal genauer mit diesem Thema beschäftigt.
Ein Exportschlager aus Deutschland
Jeder, der gerne Musik hört, sollte schon von ihnen gehört haben: Electric Callboy. Nicht nur zuletzt wegen der Namensänderung der Band, sondern auch weil diese Band sich zu einem der größten deutschen Exportschlager Deutschlands im Musikbereich mausert. Neben unzähligen Konzerten in Deutschland folgten zudem bereits weitere Auftritte auf fast allen Kontinenten der Welt, Auftritte auf den größten und bekanntesten Festivals und Top Chartplatzierungen. Ein essenzieller Teil des Erfolgskonzeptes von Electric Callboy sind die Themen in ihren Songs und die dazugehörigen Videos. Party, Eskalation, Parodie und eine gute Prise Sich-selbst-nicht-zu-ernst-nehmen ziehen sich thematisch fast durch die komplette Bandgeschichte. Deutlich wird das u. a. in den Songs „Hypa Hypa“, „We Got The Moves“ oder „Pump It“. Aber auch die Coverversion von „Everytime We Touch“ zeigt, dass Electric Callboy durchaus Sinn für Humor hat.
Zwei Bands, ein Duell und Kartoffeln
Eine weitere Band aus Deutschland oder genauer gesagt zwei Bands, haben sich in der jüngsten Zeit ein Kräftemessen der Extraklasse geliefert. The Butcher Sisters, kurz TBS, und Hämatom standen sich in den letzten Wochen beim Metal Fight Club Vol. 3 gegenüber. Bereits in den letzten Jahren hat Hämatom zum Kampf geladen und sich neben Versengold auch Saltatio Mortis in den Ring geholt. Die diesjährige Episode gab es in mehreren Teilen bei YouTube zu sehen. Challenge für TBS und Hämatom: Innerhalb von 48 Stunden einen Song über Kartoffeln schreiben. Am Ende durften die Fans anhand der Streamingzahlen abstimmen, welcher Song der Bessere ist und welche Band somit den Sieg sein Eigen nennen darf. Nebenher mussten sich beiden Bands in verschiedenen weiteren Duellen messen, wurden dafür belohnt oder bestraft und schummeln war natürlich auch ausdrücklich erlaubt. Insgesamt ist TBS dafür bekannt, nicht nur auf ihren Live-Shows dem Ausdruck Ausnahmezustand eine neue Bedeutung beizumessen, sondern auch die Themen in ihren Songs sind eine unverkennbare Mischung aus aktuellen gesellschaftlichen Themen und purer Lebensfreude.
Merch, Merch und noch mehr Merch
Neben den Bands und ihren Songs gibt es aber auch noch eine andere Möglichkeit, seine Liebe zum Metal Genre zum Ausdruck zu bringen. Während die meisten Menschen immer noch denken, dass jemand der Metal hört nur schwarze Kleidung trägt und sich sein Gesicht kreideweiß schminkt, zeigt die Anhängerschaft des gepflegten Musikgeschmacks, dass die Szene ein Wohlfühlort für jedermann sein kann. So werden mittlerweile in den Change Overs auf Konzerten nicht nur die Titelmelodie der Gummibärenbande gespielt oder das Intro von Bibi und Tina, (beides kann vom Publikum absolut textsicher mitgesungen werden), sondern auch der Kleidungsstil ist bunter als jemals zuvor. Rosa und pinke Shirts von seiner Lieblingsband zu tragen, ist schon keine Seltenheit mehr. Auch die Aufnäher auf den Kutten der Metal-Fans sind auffallend bunt, zeigen Comic Figuren oder witzige Sprüche. Auch Modemarken haben Kollektionen, die sich ausschließlich mit dem Thema Fun Metal befassen. Einige Bands vermarkten sogar ihre eigenen Modekollektionen mit bunten Motiven statt Totenköpfen. Ebenso sieht man auf Konzerten nun immer öfter Outfits, die an die Musikvideos der auftretenden Bands angelehnt sind: Frauen in Pandakostümen, Männer als Neandertaler verkleidet oder ein Pärchen im 80er Jahre Fitnessoutfit. Hier wird nicht mehr die Nase gerümpft, sondern man lebt die Musik und ihre Bands mit voller Leidenschaft aus.
Was wäre die Welt ohne Streamingplattformen
Neben News, Informationen, Reviews, Interviews, neusten Trends aus der Szene und Reaction Videos ist das Internet auch voll mit Memes und Clips zum Thema Fun Metal. Influencer nehmen ihre Lieblingsbands oder auch Songs gerne selbst mal aufs Korn. Ein bekannter Streamer ist Viktor Fellbrink. Der gebürtige Schwede gibt nicht nur persönliche Einblicke in die Musikszene, sondern zeigt sich auch in Videos, wie er zu Musik den Haushalt erledigt oder was passiert, wenn die Playlist auf Shuffle steht. Auch den ein oder anderen Outfit-Tipp für den Moshpit kann man hier mit einem kleinen Augenzwinkern erhalten. Der Sänger Miroslav Zimerman von der Death Metal Band Patriarcha ist auf Instagram unter dem Namen cikindeles zu finden. Der Slovake zeigt auf seinem Account nicht nur, wie man das lange Haupthaar als Metal-Fan pflegt, sondern auch vor welchen Herausforderungen ein Metalhead im Alltag stehen kann. Oftmals steht ihm seine Tochter und seine Partnerin in den Videos zur Seite. Ansehen lohnt sich hier definitiv.
Natürlich handelt es sich bei den hier beschriebenen Bands und Personen nur um eine kleine Auswahl. Aber dennoch stehen sie alle für Fun Metal Things und zeigen, dass die Welt der Metalheads bunt und kreativ ist und weit entfernt von dem Schubladendenken und den Vorurteilen, die die Metalszene oft noch mit sich bringt. Hinsehen und hinhören lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man einfach nur mal ein bisschen schmunzeln möchte.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Julia, für immer 30,5 Jahre alt, aus Kassel. 2018 aus Liebe zur Musik und der Lust zum Schreiben zu VRR gekommen, um ihre überschüssige Energie und Kreativität und schlagfertige Ausdrucksweise auf Papier zu bringen. Nachdem sie einmal versehentlich zur Kamera griff, legt sie diese kaum noch aus der Hand. Sie und ihre Nikon trotzen Wind & Wetter, um das perfekte Bild einzufangen.



