Unheilig – LIEBE GLAUBE MONSTER – VÖ 13.03.2026
Neun Jahre lang war es still um Unheilig. Neun Jahre, in denen viele Fans wohl gehofft, aber kaum wirklich geglaubt hatten, dass sich der Vorhang noch einmal hebt. Doch genau das ist passiert. Im Februar 2025 meldete sich der Graf eindrucksvoll zurück und kündigte später mit LIEBE GLAUBE MONSTER ein neues Kapitel der Bandgeschichte an. Kommt mit auf einen Blick in das neue Stück, auf das so lange gehofft und gewartet wurde – sagenhafte 16 Tracks warten auf dem neuen Album auf uns.
Nach dem emotionalen Abschiedskonzert 2016 im Kölner Rhein-Energie-Stadion schien die Geschichte von Unheilig eigentlich abgeschlossen. Doch wie sich zeigte, ließ die Musik den Grafen nie wirklich los. Über die Jahre hinweg entstanden neue Songs, Gedanken und Geschichten. Genau daraus ist nun ein Album entstanden, das persönlicher kaum sein könnte.
Tracklist:
- Revolution (Intro)
- Liebe Glaube Monster
- Wunderschön
- Monster
- Du bist meine Heimat
- Brot und Spiele
- Mein Löwe
- Zwischen den Welten
- KI – 01001011 01001001
- Sonnenallee
- Böse Geister
- Spiegel
- Nur ein kleiner Schritt
- Photobuch
- Liebe
- Ausblick (Outro)
Ein Comeback voller Emotionen
Mit der ersten Single „Wunderschön“ kehrte Unheilig schließlich musikalisch zurück und der Song fühlt sich tatsächlich wie eine Heimkehr an. Große Melodien, ein hymnischer Refrain und genau diese emotionale Intensität, für die der Graf seit jeher steht. Der Song knüpft nahtlos an jene Songs an, mit denen sich Unheilig einst in die Herzen von Millionen Fans gespielt hat.
Auch die zweite Single „Mein Löwe“ zeigt, wie persönlich dieses Album geworden ist. Der Graf widmet den Song seiner Mutter. Es ist ein bewegender, sehr ehrlicher Moment auf dem Album, der vor allem durch seine Wärme und Dankbarkeit berührt. Mit „Spiegel“ schlägt Unheilig eine etwas andere Richtung ein. Der Song ist ein klarer Appell für mehr Ehrlichkeit und weniger Oberflächlichkeit, gerade in einer Zeit, in der Selbstinszenierung und Perfektion oft wichtiger erscheinen als echte Gefühle.
Zwischen Nachdenklichkeit und klaren Botschaften
Das neue Album hat natürlich auch noch einiges mehr zu bieten als nur die drei Singles. Als Opener hat Unheilig „Revolution“ gewählt, das gleichzeitig als Intro fungiert. Nach einem sanften Einstieg kitzelt dieses Lied Erinnerungen an alte Zeiten der Band nach oben. Direkt daran schließt sich der Titeltrack „Liebe Glaube Monster“ an und die Erinnerungen fliegen wie Schmetterlinge wild in der Luft umher. Willkommen zurück! Ein treibender Mix aus Melodien zieht einen wieder ins hier und jetzt und bildet so einen tollen Einstieg in das neue Unheilig-Zeitalter. „Monster“ beweist, dass es sich bei der Platte LIEBE GLAUBE MONSTER um ein Konzeptalbum handelt. Absolut schlüssig und einprägsam fügt sich der Text in die Melodie ein. Ebenso dasselbe Spiel bei „Liebe“, außer das dieser Track mit seinem ruhigen Fluss das genaue Gegenteil liefert. Yin und Yang bilden am Anfang und am Ende des Albums einen Rahmen, der es beschützend einfasst.
Tauchen wir nun ein, in die alten Zeiten von „Brot und Spiele“. Treibend, düster, laut und schnell – tanzbar! Vertraute, musikalische Stimmungen treffen auf altertümliche Zeiten im neuzeitlichen Gewand. Ein klarer Favorit, den man sich auf den Setlisten kommender Touren vorstellen kann. Ein ebenso starker Song kommt mit „Böse Geister“ daher. Als würden sie einen verfolgen. Unheilig schafft es zwischen den ruhigen Songs immer wieder einen solchen Kracher einzufügen und ermöglicht so eine gelungene Abwechslung.

Fazit: Ein Album mit vielen Facetten
Hier zeigte sich einmal mehr die musikalische Bandbreite, die Unheilig schon immer ausgezeichnet hat. Rock, Pop, elektronische Elemente und emotionale Balladen verschmelzen zu einem Sound, der sich zwar weiterentwickelt hat, aber dennoch unverkennbar nach ihnen klingt. Wie der Titel bereits vermuten lässt, kreist LIEBE GLAUBE MONSTER um zentrale Themen des Lebens: Liebe, Hoffnung, Zweifel, Ängste und die kleinen wie großen Monster, denen wir im Alltag begegnen. Der Graf verarbeitet dabei persönliche Erfahrungen ebenso wie Beobachtungen unserer Zeit. Gerade diese Mischung aus sehr persönlichen Momenten und universellen Themen macht das Album greifbar. Die Songs wirken ehrlich, manchmal nachdenklich, manchmal kraftvoll, aber tragen immer diese besondere emotionale Handschrift, die Unheilig über die Jahre hinweg geprägt hat. Das Album verbindet große Emotionen mit nachdenklichen Momenten und zeigt, dass der Graf auch nach fast zehn Jahren Pause nichts von seiner musikalischen Ausdruckskraft verloren hat.
ABER: Dieses Comeback wirkt absolut nicht wie ein nostalgischer Blick zurück, sondern vielmehr wie ein neues Kapitel. Ein Kapitel, das zeigt, dass manche Geschichten vielleicht eine Pause brauchen, aber eben nie wirklich zu Ende sind. Mir ganz persönlich hat genau das aber gar nicht so gut gefallen. Ich hätte mir mehr Songs von denen gewünscht, die mehr das frühere von Unheilig gezeigt haben. Der Gothic-Stil aus damaligen Zeiten, die Neue Deutsche Härte meinetwegen. Was mir beispielsweise so gar nicht gepasst hat, war „Photobuch“. Zu diesem Song dachte ich, ich wäre in einen Schlagertopf gefallen – Himmel hilf. Im Gesamten ist das Album ganz solide, ja okay, ein Konzeptalbum eben. Ein anderes Konzept hätte mir vielleicht mehr zugesagt, aber das ist eben eine persönliche Meinung. Mir ist es insgesamt etwas zu sanft, zu ruhig und so bekommt LIEBE GLAUBE MONSTER von mir nur 3 von 5 Punkten. Vielleicht bekommt man in Zukunft wieder mehr von den Alten Zeiten – man darf ja wohl träumen.
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Redaktion
Als Kind der 90er bin ich vor allem mit Rock aufgewachsen. In meiner Jugend wurde ich dann mit Hilfe von Mittelalter-, Goth- und Metaleinflüssen zu dem Menschen geformt, der ich heute bin - und auf eben genau diesen Menschen bin ich heute verdammt stolz!
Ich nehme jede Erinnerung mit, die ich kriegen kann… Wann ist nochmal das nächste Konzert?





