Zwischen Nostalgie und Pogo – Rock unter Tage
Zu Land, zu Wasser und nun auch unter Tage, Morgenrot hat zu einem etwas anderen Konzert geladen. Knapp 50 Meter unter der Erde luden die Gastgeber am 07.03.2026 zusammen mit Leidbild zu einer besonderen Show ein. Zwischen alter Geschichte und alten Tönen war es nicht nur der Auftakt eines Jubiläumsjahres, sondern auch der Beginn einer neuen Geschichte für ein altes Bergwerk.
Frankfurt trifft auf Provinz
Bevor der Abend starten sollte, mussten die Gäste noch etwas für ihre eigene Fitness tun. Am Einlass erhielt man noch einen Bergmannstrunk zur Stärkung für den doch längeren Weg bis zur Bühne. Wer gehofft hatte, relativ nah am Einlass zu stehen, der wusste noch nicht welcher Weg auf ihn wartet. Daher war der Einlass auch bereits anderthalb Stunden vor Showbeginn geplant, damit alle Besucher den Weg finden konnten und sich von dem Bergwerk in seinen Bann ziehen lassen konnten.

Leidbild durfte diesen Abend dann um halb Acht beginnen und feuerte mit voller Power den Gästen ein. Unter Tage sind dauerhaft knapp zehn Grad und zwischen 80 % bis 100 % Luftfeuchte. Sänger Chriss stand dennoch wie gewohnt in kurzer Hose und T-Shirt da. Schnell merkte man jedoch, wenn man sich bewegte, blieben die Knochen warm, aber vielleicht hatte auch der Schnaps vom Einlass eingeheizt. Die Frankfurter Band, die sonst eher volle Kneipen und kuschelige Clubs kennt, brachte das alte Gemäuer ordentlich in Schwung. Zwischen „Frankfurt am Main“ bis „Plastikpoprock“ durften die Gäste einer bunten Mischung aus den letzten zehn Jahren Leidbild lauschen.
Jubiläumsauftakt im Bergwerk
Im Anschluss durfte Morgenrot die bescheidene Bühne unter Tage betreten und zeigte mit vollem Herzblut, was 25 Jahre Bandgeschichte bedeuten. Die Band hatte mit diesem Konzert den Auftakt ihres Jubiläumsjahres gefeiert und dabei zwei Geschichten miteinander vereint. Statt brandneuer Lieder gab es die Lieder „Die Zeit steht still“ und „Mein letzter Horizont“, mit denen man zurück in die ersten Momente von Morgenrot reisen durfte und die Gäste feierten es von Jung bis Alt.
Auch bei den Saalfeldern blieb kein Bein still, der Pogo brachte zumindest genügend Wärme hervor, sodass an Frieren nicht zu denken war. Die Setlist der Band bat des Weiteren einen bunten Mix von ZWISCHEN FREUND UND FEIND bis zum aktuellen Album GEDANKENSPIELE und hatte so für jeden Fan etwas im Gepäck. Nach knapp anderthalb Stunden voll Power war auch dieser Auftritt zu Ende und Broiler gab den Fans einen ersten kleinen Spoiler auf ein neues Lied mit auf den Weg.

In einem Erlebnis-Bergwerk ein Konzert durchzuführen ist anders und doch absolut genial. Ich hatte zu Anfang meine Bedenken, ob das Gemäuer dem Bass standhält, ob ich da wieder herauskomme und viele andere verrückte Gedanken. Nach diesem Abend würde ich nun immer wieder so ein Konzert besuchen wollen, es bleibt nicht einfach im Gedächtnis, denn es fesselt dich mit all deinen Sinnen. Jeder, der diesen Abend miterlebt hat, wird noch lange gerne zurückdenken, denn das war ein ganz besonderes Erlebnis. Selbst die Akustik war unglaublich gut und so konnte man selbst beim Essen die Musik voll miterleben. Sollte es noch einmal so stattfinden, dann sichert euch unbedingt Tickets für dieses besondere Erlebnis knapp 50 Meter unter der Erde.
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Als Nachwende-Kind '95 geboren, bin ich im Herzen dennoch ein kleiner Ossi. Zum Deutschrock kam ich 2009 eher durch Zufall. Heute höre ich eine bunte Mischung von Punkrock bis Metalcore. Meistens trifft man mich jedoch bei den kleineren Bands. Seit 2019 schreibe ich für VRR und seit 2022 begleitet mich meine Kamera Berta. Mein Lebensmotto ist „Das Leben muss rocken!“






