Bunte Saiten, Leidenschaft und 15 Jahre Musik: Tommy Lee Depp im Interview.
Seit 2009 steht Tommy Lee Depp für handgemachte Musik und eine Menge Energie auf und vor der Bühne. Was als Leidenschaft begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem festen Bestandteil in seinem Leben. 2012 startete er zusätzlich als Content Creator durch und knackte 2017 die Marke von 100.000 Abonnenten. Seit 2020 ist er Teil von der Band JEANLUC. Mit seinen bunten Saiten ist er jedes Mal aufs Neue ein Hingucker. Kurz vor seinem 32. Geburtstag blickt er auf eine Reise zurück, die noch lange nicht zu Ende ist. Wir haben mit ihm über Musik, Bühne und seinen Weg in der Szene gesprochen.
VRR: Du machst seit 2009 Musik und bist damit schon viele Jahre unterwegs. Was hat dich damals dazu gebracht, überhaupt mit der Musik anzufangen? Wie hat sich dein Blick darauf bis heute verändert?
Tommy: Damals hatte ein sehr guter Freund mit dem Gitarre spielen angefangen und mir ein paar Sachen gezeigt. Ich habe dann selber schnell eine Begeisterung dafür gefunden und eigenständig geübt. Da aber so ziemlich jeder Gitarre oder Keyboard spielte, fühlte ich mich zu dem exotischeren Instrument hingezogen: dem elektrischen Bass. Ich kann nur sagen, dass die Musik mein Leben komplett verändert hat. Sie ist Bestandteil meiner Identität, meine größte Leidenschaft und dank ihr habe ich unzählige tolle Momente erlebt und sehr coole Menschen kennengelernt.
VRR: 2012 hast du zusätzlich als Content Creator gestartet und 2017 die 100.000 Abonnenten geknackt. Was hat dir dieser digitale Erfolg bedeutet und wie hat er deinen Weg als Musiker beeinflusst?
Tommy: Meine YouTube Karriere hat mir vor allem mehr Selbstvertrauen gegeben. Gleichzeitig hat mich die ganze Sache auch viel Disziplin gelehrt, da ich über Jahre hinweg regelmäßig Content raushauen musste, um meine Ziele zu erreichen. Auch dank YouTube konnte ich sehr viele Erfahrungen im Musikbusiness mitnehmen und habe zahlreiche interessante Persönlichkeiten kennengelernt. Es fühlte sich immer gut an, als Bassist international angesehen zu werden und zu wissen, dass ich mit meinen Videos viele Bassisten dazu inspiriert habe, selber mit dem Musizieren anzufangen. Das macht schon stolz.
VRR: Seit 2020 bist du Teil von JEANLUC und stehst regelmäßig auf der Bühne. Was hat sich für dich musikalisch und persönlich verändert, seit du bei der Band eingestiegen bist?
Tommy: Ich hatte seit 2009 eigentlich immer Bands, die sich irgendwann leider aufgelöst hatten. Ich selber hatte immer große Ziele und davon geträumt, auch mal vor mehr als Familie und Freunden zu performen. Mit JEANLUC sind wir bei null gestartet und hatten rückblickend schon einige sehr schäbige Gigs. Das hat sich aber sehr gut entwickelt, wodurch sich der Traum vor vielen Leuten zu spielen schon verwirklicht hat. Es ist ein gutes Gefühl in einer Band zu sein, die mittlerweile sehr viele gute Supporter hat und auch generell Anklang in der Szene findet. Dadurch bin ich auch persönlich gewachsen, da ich es liebe, live zu spielen. Und so konnte ich auch die liebe Mali kennenlernen, mit der ich dreimal pro Jahr trainieren gehe.
Der Sound hinter der Persönlichkeit

VRR: Du bist nicht nur auf der Bühne aktiv, sondern auch regelmäßig im Gym. Wie wichtig ist dir körperliche Fitness für deine Performance und deinem Alltag als Musiker?
Tommy: Fitness begleitet mich seit der Kindheit. In meinem Elternhaus lagen immer diverse Hanteln herum und da ich vom Land komme, war ich oft in der Natur unterwegs. Somit war ich oft am Joggen oder habe Klimmzüge an irgendwelchen Bäumen gemacht. Seit ca. drei Jahren habe ich zudem angefangen, mich überwiegend gesund zu ernähren und habe gemerkt, dass das meine Performance in jeglicher Hinsicht verbessert. Es kann mitunter schwer sein, Musik, YouTube und den normalen 40 Stunden Job zu vereinen, ohne extrem müde zu sein. Die körperliche Fitness erlaubt es mir, das ganze gut zu handeln. Deswegen weg mit dem Bier, dafür Wasser mit hohem Magnesiumgehalt.
VRR: Du sagst selbst, dass du am liebsten auf der Bühne stehst. Was gibt dir das Live-Spielen, was dir das Studio nicht geben kann?
Tommy: Mehrere Sachen. Live kannst du das Ding durchballern und musst dir über schiefe Töne keinerlei Gedanken machen. Da zählen die gute Stimmung und eine entsprechende Performance und das Publikum wird es fühlen. Zudem geben Auftritte einem den Kick, dass man nie weiß, was passiert. Kommen die Songs gut an oder stehen wir einem Publikum gegenüber, was herumsteht wie die Ölgötzen? Im Studio hast du nur den Klick und musst das Ding perfekt abliefern: Timing, Dynamik, saubere Technik. Ich will nicht sagen, dass ich live alles hinrotze, aber im Studio musst du schon liefern. Das erfordert mehr Konzentration und applaudieren tut da keiner.
VRR: Jede Show hat ihre eigenen Momente. Gab es einen Auftritt, der dir besonders im Kopf geblieben ist?
Tommy: Positiv war vor allem der Auftritt, als Vorband von Unantastbar in Oberhausen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir bereits einige größere Shows als Vorband gespielt und somit eine Routine. Es waren mega viele Leute da und wir haben diese tatsächlich abgeholt, sodass es Zugabe Rufe gab. Und seien wir mal ehrlich, sowas passiert bei einer Vorband eher weniger. Eine negative Erfahrung war der eine Gig in Lichtenfels, bei dem meine Funke auf meiner Seite der Bühne nicht funktionierte. Deshalb musste ich die meiste Zeit auf Tobys Seite stehen, was bestimmt recht gammelig aussah. Aber du kannst halt nicht immer gewinnen. Mal geht die Funke, mal wärst du lieber zu Hause in der Badewanne geblieben.
VRR: Das Publikum ist ein wichtiger Teil jedes Konzerts. Wie nimmst du die Verbindung zwischen Bühne und Fans wahr?
Tommy: Sehr unterschiedlich. Bei unseren eigenen Shows ist es jedes Mal ein Traum, die Leute singen laut mit, lachen, weinen und wissen unsere Musik zu schätzen. Nach den Auftritten waren es dann die persönlichen Gespräche. Wir haben da eine ungewöhnlich starke Verbindung, sodass Menschen hunderte Kilometer fahren, um uns zu sehen. Natürlich gibt es aber auch wieder die Auftritte als Vorband, wo diese Verbindung noch nicht besteht. Oft bekommen wir aber auch da zu hören, dass wir gut abgeliefert haben. Die Hater sagen uns in der Regel nicht ihre Meinung ins Gesicht.

VRR: Die Szene verändert sich ständig. Wie hat sich dein persönlicher Sound über die Jahre entwickelt?
Tommy: Ich war früher immer ein absoluter Perfektionist und wollte die Songs live genau wie im Studio spielen. Nach der Kärbholz Tour und diversen Feedbackgesprächen mit deren legendärem Manager (Shoutout an Enno) hat sich das aber komplett geändert, sodass ich live manchmal spontan entscheide, was ich eigentlich spiele. Diese Experimentierfreude habe ich auch mehr ins Studio mitgenommen, was man auf der neuen Platte teilweise hören wird.
VRR: Wenn du in die Zukunft schaust. In welche Richtung würdest du dich musikalisch noch gerne entwickeln?
Tommy: In Zukunft möchte ich wie bisher eigentlich nur dafür sorgen, dass die Songs durch meinen Beitrag als Bassist so geil wie möglich werden. Das ist aber immer sehr individuell und kann manchmal auch bedeuten, deutlich weniger zu spielen. Was ich mir vorstellen kann, ist zukünftig vielleicht auch mal Effekte live zu testen. Dadurch kann man auch nochmal einen anderen Sound erreichen.
An dieser Stelle können auch wir nichts Weiteres hinzufügen, sagen Danke und bis bald.

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Crew | Redaktion
Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.
Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.







