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Slime – ZWEI – VÖ 22.07.2022 

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Lesedauer
2 Minuten

Seit über 40 Jahren sind Slime nun schon auf der Kutte eines jeden Punks vertreten. Mit Alben wie SCHWEINEHERBST und ALLE GEGEN ALLE haben sie die Szene auf den Kopf gestellt. Und nach Ausstieg von Sänger Dirk Jora Mitte 2020 steckten die Übriggebliebenen den Kopf nicht in den Sand. Elf, Christian, Nici und Alex sind mit Tex Brasket am Mikro wieder bestens aufgestellt. Aufgenommen im Studio Salon Berlin und abgemischt von Jörg Umbreit in den Principal Studios in Senden, wird ZWEI am 22.07.2022 auf dem Neugegründeten Label „Slime Tonträger“ in Zusammenarbeit mit Hulk Räckorz erscheinen.  

Tracklist 

  1. Komm schon klar
  2. Heute Nicht 
  3. Nix von Punkrock 
  4. Safari 
  5. Bester Freund 
  6. Taschenlampe 
  7. Mea Culpa 
  8. Outlaw 
  9. Sein wie du 
  10. Weil fickt euch alle 
  11. Weggefegt 
  12. Wut im Bauch 
  13. Auf die Jagd 
  14. Lieben müssen 
  15. Scheiß Beerdigung 
  16. Ebbe und Flut – Zwei 

Punk mit klaren Ansagen, da wird der Deutschrock glatt neidisch  

Fünf Songs wurden bereits in Bildmaterial umgewandelt. „Komm schon klar”, „Sein wie du”, „Heute nicht”, „Mea Culpa” und „Bester Freund”. So, starten wir mit „Nix von Punkrock”. Klare und unmissverständliche Ansage an die Kritiker und Neider. Klarer Zuspruch in Text und Musik an den Punk. Wer es besser kann, darf es gerne beweisen. Absolutes Up-Tempo, das den Pogokreis sauber am Laufen hält. Highlight des Titels ist eine kleine feine Textstelle, die als Anlehnung an den Ton Steine Scherben Song „Macht kaputt, was euch kaputt macht” interpretiert werden kann. Solche Texte, und in gewisser Weise auch musikalisches Arrangement, wünschte ich mir gerne mal wieder im Deutschrock. Bei „Safari” haben wir meinen persönlichen Favoriten. Hier Punk (tet) alles. Ein wahres Freudenfeuer an Reimen mit unfassbaren Metaphern gegen Fremdenhass. 

Sprech- und Hymnengesang 

Mit einem nennen wir es Wirrwarr an Stimminterpretationen kommen wir zu „Taschenlampe”. So komisch der Titel klingt und man gleich an „kleine Taschenlampe brenn, schreib ich lieb dich in den Himmel” denkt, so schnell wird man vom heranrasenden Lyrikschnellzug überrollt, bevor man überhaupt mitbekommt, dass man auf den Gleisen liegt. Dirk überschlägt sich zum Teil mit Wörtern, dass man es schwer hat mitzuhalten. Ist die dritte Textzeile vorbei, weiß ich erst, was die erste im Kontext zu bedeuten hat: „Ey lass die Taschenlampe aus, damit sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnen können, bevor wir reingehen.”
Es geht um Zivilcourage, eine bunte Welt, nicht jeder gegen jeden, nicht jeder für sich selbst und wieder buntes Leben auf der Straße und an den Häuserwänden. Plakativ könnte man meinen, wenn ein Titel „Weil fickt euch alle” auf der Liste steht. Gerne. Passt aber. Er handelt von der guten alten Zeit. Und mir zieht die Gänsehaut über den ganzen Körper, denn es gibt folgende Textzeile: „Damals war alles so einfach. Einmal brüllen! Zertrümmern und weg!” Aus dem Album SCHWEINEHERBST. Das war 1994. 
 

Selbst gecovert 

Den Abschluss macht „Ebbe und Flut – Zwei”. Schon mal als Auskopplung aus dem Album WEM GEHÖRT DIE ANGST veröffentlicht, ist dieser Titel neu eingespielt und eingesungen. Ein ticken schneller, wie ich finde, und kompakter produziert, bin ich froh, dass das Album so endet. Diesbezüglich bedarf keiner weiteren Worte. Außer natürlich dem Fazit. 

Fazit 

Mit Tex am Gesang haben Slime einen würdigen Nachfolger gefunden, der textlich und gesanglich die Band weiterhin zu dem macht, was sie ist und immer schon war. Über die Jahre hinweg verschmolz der Glanz ihres alten Punks mit immer besser werdender Produktion, Lyrik und instrumentalen Arrangements. Eine Entwicklung, die auch sie nicht aufhalten können. Und das bereitet Menschen, die die 90er-Jahre als Teenager erlebt haben, sehr viel Freude. Bei aller Lobhudelei gibt es dennoch eins, was mir auch noch nach wiederholten Durchläufen nicht so ins Hirn geht, vor allem bei „Komm schon klar”. Tex´ gesprochene Worte sind nicht das, was ich ständig hören möchte. In vielen Liedern kommt das vereinzelt vor und macht in der Summe betrachtet Sinn, aber bitte beim nächsten Mal nicht so viel „Komm schon klar”. Ansonsten gilt: Das ist Punk, den ich in Text und Musik ganz genau so hören will. 

Jörg Hentzgen
Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen. Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal á la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: “Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.

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