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Local Bastards “Ohne jeden Zweifel” (2014) – Albumreview

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Das erste Album der inzwischen alles andere als unbekannten Frankfurter Auf-die-Fresse-Rocker Local Bastards liegt inzwischen 4 Jahre zurück und findet derzeit wieder neues Aufsehen, nicht zuletzt, weil die restlos ausverkaufte Platte nun wieder neu gepresst wurde. Wem bisher nur „Stumme Schreie“ von 2016 ein Begriff ist, sollte seinen Gehörgängen das Debüt-Album „Ohne jeden Zweifel“ nicht vorenthalten. Warum das so ist und wieso wir die Scheibe für euch reviewen, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen…

Zu den Tracks:

Tun wir einmal so, als wären wir im Jahre 2014 und hätten keine Vorstellung, was uns bei diesem Debüt-Album erwartet. „Local Bastards“ mit deutschen Songnamen? Auch wenn es dem ein oder anderen dabei die linke Augenbraue bis auf Anschlag hochzieht, tut es ihr die Rechte bereits beim ersten Song zweifelsohne gleich. Die Frankfurter legen den Gang ein und drücken das Pedal gnadenlos durch! Die Band ist inzwischen dafür bekannt, ihrer Hörerschaft klare Statements um die Ohren zu hauen, denn so und nicht anders hat die Discographie einst begonnen. Im gleichnamigen Titelsong „Ohne jeden Zweifel“ stellt sich die Band vor, wie man sich den Eltern seiner Partnerin am besten nicht vorstellen sollte. Ungemütlich und mit großer Fresse heißt es „Ich hab‘ keinen Zweifel, ich bin Besser als der Rest. Scheiß auf alles, scheiß auf dich und dein Gesetz!“ Derartige Attitüde gepaart mit harten und gekonnten Klängen, die die Jungs ihren Instrumenten entlocken, sind das Grundgerüst eines nahezu jeden Local Bastards-Tracks…

Höre jetzt: “Ohne jeden Zweifel” von Local Bastards

Nicht weniger grob kommen die Jungs mit angespannter Faust in „Ich sage was ich denke“ daher. Spätestens jetzt hat sich ihr typischer Sound in eurem Trommelfell eingebrannt. Die einzelnen Tracks stellen dabei weniger den Umgang mit Problemen im Leben dar, sondern lehren seinem Publikum eher den aufrechten Gang. Track zwei handelt also von einer Person, die sich dem Gewöhnlichen nicht unterwerfen wird und schmeichelt dabei den Deutschrock erprobten Ohren vom ersten bis zum letzten Powerchord.

Apropos aufrechter Gang; wer diesen beherrscht kommt um eine Vielzahl an Feindbildern im Leben nicht herum. Die „Heile Welt“ hat laut den „Bastarden“ noch nie existiert. So stellen sie sich den Missständen unserer modernen Gesellschaft und tragen ihren Kampf in „Heile Welt“ gegen diese aus. „Ich sehe Lenker, wenig Denker. Zu viele haben ihren eigenen Kopf im Arsch. Moralisten, nichts als Blender(…)“. Schnell wird klar, woher der Wind weht. Auch Local Bastards können sich mit Lug und Trug absolut nicht identifizieren.

Die Band setzt mit ihrer Musik deutliche Akzente und glänzt dabei mit einem eigens kreiertem Stil, der mit rotzigen aber ehrlichen Inhalten und kraftvollem Instrumental an den Start geht.

Weiter im Text…

Nachdem die Band ihre Einstellung zu vielerlei Themen dem Volk preisgegeben hat, intonieren sie im letzten Song „Oh Jacky“ ihr Faible für Whiskey aus Tennessee. On top ein Track für die feierwütige Gefühlslage, der unplugged und mit weniger bpm fast eine Liebeshymne hätte sein können. Kleiner Scherz. Dass die Frankfurter neben aller Ernsthaftigkeit auch einen Sinn für Humor haben, wird durch Zeilen wie „Oh Jacky, braunes Gold aus Tennessee. Oh Jacky, ich bin besoffen wie noch nie“ unumwunden deutlich.

Von Links: Julian Stahnke, Tobias Eifert, Ronny Pöhner, Michael Herbst

VRR-Fazit:

Bereits die erste Erscheinung der Local Bastards ließ auf weiteres Studiomaterial hoffen. Nachdem zwei Jahre später „Stumme Schreie“ veröffentlicht wurde, das imagetechnisch äquivalent an ihr Debüt anknüpfte, kommen die Vier sehr bald schon mit einem dritten Studioergebnis um die Ecke, auf das man sich „ohne jeden Zweifel“ freuen kann. Selbstverständlich wächst jeder Musiker neben seinen Liveerfahrungen auch an seinen Studioerfahrungen und variiert gegebenenfalls irgendwann die Substanz seiner zukünftigen Werke, doch bewahren wir die Prämisse, dass auch die „Bastardevom Main den einst eingeschlagenen Weg künftig beibehalten und ihrer Richtung stets treu bleiben. Da wir davon ausgehen können, dass die aufsässigen Zeilen und druckvollen Parts aus der ersten Scheibe kein Ende nehmen werden, sagen wir: „Fettes Debüt, fetter Anschluss“ und blicken mit Hochspannung und Vorfreude in Richtung Meilenstein Nummer drei, dessen Aufnahmen laut jüngsten Informationen bereits abgeschlossen sein dürften.

Christoph Steger
Über mich: Ich bin 23 Jahre jung und besuche seit 7 Jahren leidenschaftlich gerne Rockfestivals und Konzerte. Schnell konnte ich mich für die Abläufe hinter der Musik und dessen Drumherum begeistern, sodass ich mich bereits seit 6 Jahren intensiv in der Szene engagiere. Hauptberuflich bin in der kaufmännischen Branche zuzuordnen und befinde mich derzeit im Studium. Mein Motto: Wenn du Bock auf etwas hast, findest du auch Zeit dazu! (Gez: 15.01.2018 / Aktualisiert: 20.12.2018)

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