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Wie bastelt man einen Deutschrock-Song?

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Lesedauer
2 Minuten

In Zeiten von Corona, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen haben viele von uns plötzlich eine Menge Zeit zur Verfügung. Das ist die optimale Ausgangslage, um selbst einmal kreativ zu werden. Ihr könntet euch zum Beispiel einen eigenen Deutschrock-Song zusammenbasteln. Wer kein Instrument spielen kann, kann zumindest einen Text verfassen. Ihr traut euch das nicht zu? Eigentlich ist es ganz einfach. Jedes Genre hat typische Inhalte, an denen man erkennt, womit man es gerade zu tun hat. So wird zum Beispiel in Schlagern ständig von Liebe gesungen, auch wenn sich mancher nicht sicher ist, ob die betreffenden Künstler wirklich wissen, wovon sie da reden.

Einfache Rezepte

Im Deutschrock scheinen die Böhsen Onkelz vor Jahren eine Art Regelkatalog aufgestellt zu haben, welche Themen unbedingt besungen werden müssen. Zumindest liefern sie einen großen Fundus, aus dem sich jede Band, die was auf sich hält schon einmal bedient zu haben scheint. Ich stelle euch hier mal die Top-Themen vor, die für Deutschrocker scheinbar unverzichtbar sind:

1) Die Presse ist Scheiße

Bei den Onkelz durchaus nachvollziehbar, haben sie doch über die Jahre hinweg immer wieder schlechte Erfahrungen gemacht. Aber auch eher unbekanntere Bands bedienen sich gerne dieses Statements, auch wenn sie vielleicht noch gar nicht mitreden können.

2) Die Welt ist böse und gemein

Heult doch – oder nein, lasst dass lieber, sondern schimpft über die Ungerechtigkeit der Welt und die des Systems.  Da kann jeder mitschimpfen und es wird mit Sicherheit gut ankommen.

3) Wir sind anders

Wenn alle anders sind, sind sie dann nicht schon wieder gleich? Unsere Gesellschaft scheint nur noch aus Außenseitern zu bestehen. Natürlich trifft das in vielen Fällen zu und es motiviert auch ungemein, aber es scheint auch ein echtes Erfolgsrezept für Songs zu sein.

Natürlich gibt es auch noch weitere Themen, die sich immer wiederholen, aber diese drei sind auf jeden Fall die Spitzenreiter.

Fazit

Für einen erfolgreichen Song braucht ihr vor allem eine große Portion Wut. Damit habt ihr schon mal eine solide Basis. Würzt das Ganze noch mit einer kleinen Prise „Wohoho“ und ein paar Schimpfwörtern und fertig ist ein Song, der zum Mitgrölen einlädt und eurem Publikum das Gefühl gibt, dass nur ihr es wirklich versteht. Untermalt mit lauten Gitarren und rauchigem Gesang steht dann eurem Erfolg nichts mehr im Wege.

Achtung: Ich liebe Deutschrock und will ihn auf keinen Fall schlechtreden. Dieses Rezept soll vielmehr ein Appell an alle Bands sein, nicht immer nur auf die Themen zurückzugreifen, bei denen klar ist, dass sie gut ankommen. Werdet lieber selbst kreativ und geht mal ein Risiko ein. Ich feiere jedes Lied, das ohne die oben beschriebenen Formeln auskommt, weil es für mich dann authentischer erscheint. Also geht auch textlich euren eigenen Weg, dann kauf ich euch das auch ab. Und eine kleine Prise Lebensfreude kann manchem Song nochmal zusätzliche Würze verleihen.

Katrin Albrecht
Über mich: Ich, 37 Jahre alt, bin wie die meisten hier mit der Musik von „Die Toten Hosen“ und „Die Ärzte“ groß geworden. Mein erstes Rock-Konzert (von Unantastbar) besuchte ich dann aber trotzdem erst vor zwei Jahren. Da mich bei diesem Konzert das Fieber gepackt hat, trifft man mich seitdem immer wieder auf Konzerten an – ich hab ja so viel nachzuholen! Das ist mein Ausgleich zu meinem Alltag mit Studium (auch spät angefangen) und Seniorenbetreuung. Mein Motto: Besser spät, als nie!

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