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Zwischen Krankheit und verborgenem Talent – Daniel Klotz im Interview

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VRR: Hallo Dani. Gut schaust du aus. Alles im Lot bei dir, nach deinem letzten Krankenhausaufenthalt?

Dani: Ja, ich kann nicht klagen. Die Chemo ist erfolgreich verlaufen.

VRR: Chemo? Jetzt noch die Diagnose Krebs?

Dani: Ja, letztes Jahr im November, als ich angefangen habe wieder einen neuen Song zu schreiben, erhielt ich die Diagnose Krebs. Daraufhin habe ich mich entschlossen den Song fertigzustellen und ein Video dazu zu veröffentlichen. Dann begann ich mit 3 Zyklen Chemotherapie. Aber keine Sorge, es ist alles super gelaufen und mir geht es sehr gut. Ich bin sehr lang im Krankhaus gewesen und ich habe durch die Diagnose Krebs gemerkt, es gibt Schlimmeres, als im Rollstuhl zu sitzen. Also, alles gut.

VRR: Hättest du ohne diesen dramatischen Unfall auch angefangen Musik zu machen? Oder war das bis dato nie ein Thema?

Dani: Nein, selbst Texte zu schreiben war nie ein Thema. Ich war immer der Musikfan, besonders von Kärbholz, Störte.Priester, Unantastbar und natürlich Frei.Wild. Die Chance dazu hatte ich erst nach meinem Unfall und dem entsprechenden Kontakt zu Mike von Störte.Priester.

VRR: Demnach war der Unfall und die Einschränkungen, die du jetzt dadurch hast, für dich in gewissem Sinne von Vorteil?

Dani: Ja klar, hätte ich diesen Unfall nicht gehabt, hätte ich diese Aufmerksamkeit nicht bekommen. Ich hätte aber auch nie einen Text geschrieben, glaube ich. Und ich hätte mein Talent zum Texten nie entdeckt.

VRR: Wie war es im Studio mit Störte.Priester zu stehen?

Dani: Das war zu Anfang schon sehr ungewohnt. Fast ein bisschen wie Fremdschämen. Ich stand da vor dem Mikrofon und Mike hinter der Scheibe, auf der anderen Seite und ich sollte nun meinen Song singen. Ich kam mir etwas albern vor, aber Mike hat mir da sehr gut durchgeholfen. Er gab mir viele Tipps und die Musik von Störte.Priester dazu war einfach passend zu meinen Texten.

VRR: Die EP LEBENSMUT mit Störte.Priester ist sehr rockig, im Gegensatz zu dem Album ERHELLE DEIN LEBEN. Aus welchem Grund ist das so? Wurdest du musikalisch anderweitig unterstützt?

Dani: Nein. Mike war weiterhin für die Musik verantwortlich, meinte jedoch, zu meinen Texten passt das besser.

VRR: Im November letzten Jahres, hast du ein neues Lied und Video veröffentlicht. “Ich kanns nicht verstehen”. Nun kamen aber die letzten Wochen, keine weiteren Infos, bezüglich weiteren neuen Materials. Wie ist dein musikalischer Plan in diesem Jahr?

Dani: Wie vorhin schon kurz erwähnt, war ich gerade dran neue Songs zu schreiben, bzw. einer war fast fertig, und dann kam die Krebsdiagnose. Ich hatte also, durch die Krankenhausaufenthalte, keine Zeit weiter an Songs zu arbeiten. Ich bin aber dran und voller Zuversicht, dass ich in diesem Jahr noch so einiges veröffentlichen werde.

VRR: Der neue Song, ebenfalls von Mike und Störte.Priester produziert?

Dani: Produziert wurde der Song von einem Freund meines Vaters. Mein Vater ist selbst Hobbymusiker und ein Freund von ihm produziert. Um ehrlich zu sein, hatte ich am Anfang gar keine Lust darauf, neue Songs zu schreiben. Aber als ich dran saß und dann eben mit dem Freund meines Vaters hin- und hergeschrieben und -telefoniert hatte, gingen wir es an und nahmen “Ich kanns nicht verstehen” auf. Mike hat momentan damit nichts mehr zu tun.

VRR: Mit wem würdest du gerne mal einen Song aufnehmen?

Dani: Das Größte für mich wäre mit Philipp von Frei.Wild, das wäre schon ein riesiger Traum. Ja, da würde ich einiges für geben.

VRR: Dani, vielen Dank für deine Zeit, alles Gute und auf hoffentlich ein baldiges Album von dir. Magst du unseren Lesern noch etwas Dringendes mitteilen?

Dani: Egal, was im Leben auf einen zukommt, dass man nicht gleich den Kopf in den Sand steckt, sondern im Enddefekt das Beste draus macht. Man muss kämpfen! Wenn man aufgibt, kann man alles gleich vergessen. Immer und für alles kämpfen!

Lies hier auch den ersten Teil zu Daniel Klotz

Jörg Hentzgen
Jörg Hentzgen
Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal á la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: “Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.
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