Escandalos – zwischen Offbeat, Attitüde und ehrlichen Geschichten

Foto: Escandalos

Wer in Süddeutschland schon länger mit offenen Ohren durch die alternative Musikszene läuft, kommt an Escandalos kaum vorbei. Die Band aus Ulm, bestehend aus Christian Jerg (Gesang), Birgit Becker (Posaune), Jasmin Bochtler (Saxophon), Matthias Heckhorn (Bass), Philip Fetzer (Schlagzeug), Stefan Seitz (Trompete) und Martin Mallinger (Gitarre), steht seit fast zwei Jahrzehnten für eine Mischung, die gleichermaßen in die Beine wie in den Kopf geht: Ska, Punk und deutschsprachiger Rock mit Haltung.

Ein Sound, der bewegt

Das musikalische Fundament von Escandalos ist klar erkennbar und trotzdem alles andere als eindimensional. Treibende Gitarren treffen auf prägnante Bläsersätze, dazu kommen Offbeat-Rhythmen, die direkt ins Tanzzentrum zielen. Gleichzeitig schwingt immer eine gewisse Rauheit mit, die aus dem Punk kommt und den Songs ihre Kante verleiht. Das Ergebnis ist ein Sound, der sich nicht entscheiden muss: tanzbar, ohne beliebig zu sein; direkt, ohne platt zu wirken; eingängig, ohne an Tiefe zu verlieren.

Inhaltlich bewegt sich die Band zwischen persönlichen Momenten und gesellschaftlicher Beobachtung. Escandalos erzählt von Konflikten, Zweifeln und Alltagserfahrungen, aber auch von Zusammenhalt und Aufbruch. Dabei verzichtet sie auf große Posen. Stattdessen setzt sie auf eine Sprache, die nahbar bleibt und genau dadurch Wirkung entfaltet. Es sind Songs, die man beim ersten Hören mitsingen kann und beim zweiten Hören besser versteht.

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Foto: Escandalos

Entwicklung statt Stillstand

Über die Jahre hat sich der Sound der Band hörbar weiterentwickelt. Frühere, stärker vom klassischen Ska-Punk geprägte Stücke wurden nach und nach durch mehr Dynamik, mehr Kontraste und einen bewussteren Umgang mit Atmosphäre ergänzt. Mit dem Album SCHATTEN UND LICHT (2025) zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich. Die Songs wirken reifer, emotionaler und vielschichtiger. Aber ohne die Energie zu verlieren, die die Band ursprünglich ausgezeichnet hat.

Haltung als roter Faden

Was Escandalos von vielen anderen Acts im Genre unterscheidet, ist die klare Haltung, die sich durch ihre Musik zieht. Ohne plakativ zu werden, bezieht sie Position – musikalisch wie inhaltlich. Das macht ihre Songs anschlussfähig für ein Publikum, das mehr sucht als reine Unterhaltung. Das ist Musik, die Spaß macht, aber nicht oberflächlich bleibt.

Escandalos ist eine Band, die Gegensätze verbindet, ohne sie zu glätten. Zwischen Bläsern und Gitarren, Leichtigkeit und Ernst, Bewegung und Aussage entsteht ein Sound, der sich über Jahre behauptet hat und weiterhin in Bewegung bleibt. Oder anders gesagt: Escandalos liefert den Soundtrack für alle, die tanzen wollen, ohne den Kopf auszuschalten.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redaktion

Ich bin durch meine Eltern bereits mit Rockmusik aufgewachsen. Da mein Vater als Tontechniker unterwegs war, habe ich recht früh gelernt, was gute Musik ausmacht und ob eine Band vor allem live gut klingt. In der Teenie-Phase mischte sich dann zu dem bis dato englischen Rock und Punk Genre immer mehr der Deutschrock in meine CD Sammlung und dieser Linie bin ich bis heute treu geblieben. Prinzipiell ist mir der Stil egal, Hauptsache, ich höre Gitarre, Bass und Schlagzeug.

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