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Coversongs – Lieben oder Hassen – Ein, zum Teil, subjektiver Bericht in 3 Teilen: Teil 1 – Definition, Gründe und Rechtliches

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Es gibt kaum Themen in der Musik, die die Anhängerschaft der Rockbegeisterten mehr spalten, als gecoverte Lieder. Auch bei uns in der Redaktion. Unsere Lisa sagt. “Ich habe generell nicht viel für Coversongs übrig. Sobald Chriss von Leidbild ”Frösche weinen nie “aufnimmt und veröffentlicht, wird das aber meine Platz 1 auf Lebenszeit.” Ihre Kollegin Melli dazu: “Ich mag Coversongs sehr, wenn das interpretierte Lied um Längen besser abschneidet, wie das Original. So wie bei Five Finger Death Punch mit “House of the rising sun”. 5FDP machen aus dem wirklich langweiligen Original einen mega Rocksong.” Übrigens wurde dieser Song über 250-mal gecovert.

Der Vorteil bei Coversongs liegt auf der Hand. Der Text, die Melodie und das musikalische Arrangement steht. Bands sollten, wenn sie nicht gerade reine Coverbands sind, dann den Titel schon um Längen besser performen, wie das Original. Sonst geht der Schuss mächtig nach hinten los.

Definition

Eine Coverversion ist in der Musik die Interpretation eines Musikstücks durch einen anderen, als den erstaufführenden, Musiker. Wenn ein anderer Text zur selben oder ähnlichen Melodie entstanden ist, spricht man von einer Kontrafaktur. Vielen Dank an dieser Stelle an Wikipedia.

Was sind denn nun die Gründe, warum Lieder anderer Bands gecovert werden?

  1. Ideenlosigkeit. Die plakativste und mit Sicherheit einfachste Erklärung ist wohl, dass Bands selbst keine eigenen Ideen für Songs haben und oder das Album einfach mit noch einem Song “aufstocken” möchten, damit es nicht nur bei 8 Liedern bleibt. Zum Glück gibt es das eher selten.
  2. Coverband. Es gibt so Einige, mehr oder weniger gute Bands, welche sich auf die Fahne geschrieben haben, ihre Lieblingsband und deren Lieder oder eine gute Mischung aus verschiedenen Bands zum Besten zu geben. Ich habe das eigentlich ganz gerne. Im Besten Fall kennt man jedes Lied, weil das ja auch die Songs sind, die eh zur Hautevolee der Originalband zählen. Oft sammeln Bands ihre ersten Erfahrungen als Coverband. Prägnant dafür ist VIVA! Aber auch die norddeutschen Deutschrocker WarnSinn fingen kurzzeitig als Coverband an. Die Rock’n’roll Combo Die Eskalation aus Friedrichshafen gestand im Interview, dass sie in ihren Anfängen Bomberpilot der Böhsen Onkelz im Proberaum gespielt haben.
  3. Hommage. Ein weiterer Grund ist, die Vorbilder und / oder Weggefährten zu ehren. Beispielhaft hierfür sind ganz klar Die Toten Hosen und Metallica. Beide Bands haben ganze Alben mit den Idolen ihrer Jugend und den ersten Musikerjahren veröffentlicht.
  4. Sarkasmus. Einen weiteren Grund bekommen wir von einer der bekanntesten Deutschrockbands erklärt. “Die Hommage an die hier ausgewählten Künstler, die von Kritik und Medien in Deutschland als quasi unantastbar behandelt werden, verstehen wir auch als ein riesengroßes DANKESCHÖN!”
  5. Potenzialerkennung. Hier kommen wir wieder auf Mellis Zitat zurück. Das funktioniert vor allem bei älteren Songs. Die Produktionstechnik ist bei Weitem besser wie vor 20, 30 oder 40 Jahren. Entsprechend sollte aus einem potenziell sehr guten Song, mit Hilfe der heutigen Produktions- und Aufnahmemöglichkeiten und dem entsprechenden Musikstil, ein Knaller werden. Sonst ist das suboptimal.
  6. Stimmungsmacher. Das erlebt man oft auf Konzerten. Hier dreht es sich darum, dass man mal ein Lied einer mehr oder weniger, befreundeten oder bekannteren Band covert, um die Stimmung zu steigern oder ein bestimmtes Thema zu präsentieren. Im Interview von Lammkotze könnt ihr da kurz was nachlesen. Alex hatte Geburtstag. Und nun, Asche über mein Haupt. Ein kleines peinliches Erlebnis von mir. Frei. Wild spielten in Zürich. Ja, der Promillespiegel war schon sehr hoch. Die Vorband kam auf die Bühne und fing zu spielen an. Meine optischen Fähigkeiten waren leicht eingeschränkt, ich wusste auch nicht, wer Vorband war. Die Musik war ganz gut, bis dann Lieder der Böhsen Onkelz gespielt wurden und ich mir dachte und dann auch lautstark von mir gab: “Was soll das, dass dürfen nur die Böhsen Onkelz. Aber der Großteil der Besucher vor der Bühne haben das gefeiert. Bis ich feststellte, dass es Gonzo war. Sorry.

Rechtliches

Lieder und Musikstücke unterliegen dem Urheberrecht. Man unterscheidet 2 Arten von Coversongs. Zum einen ist das die vollständige Übereinstimmung mit dem Original oder ob eine schöpferische Leistung vorliegt. Bei der schöpferischen Leistung handelt es sich um eine Bearbeitung. Werden die Versionen veröffentlicht, entsteht ein geschützter Vergütungsanspruch des Urhebers. War das Original, zum Beispiel bei der GEMA registriert, ist kein Einverständnis des Urhebers nötig. Eine Anmeldung der Coverversion bei der GEMA genügt. Die GEMA greift nur für Deutschland. Coverversionen müssen erkennbar auf das zugrunde liegende Original durch Nennung des Urhebers und Musikverlages Bezug nehmen. Auf weitere rechtliche Bedingungen verzichte ich hier. Das sprengt nicht nur den Rahmen, sondern auch unser Hirn.

Im zweiten Teil gehen wir zur Praxis über. Meine liebsten deutschsprachigen Coversongs.

Jörg Hentzgen
Jörg Hentzgen
Mit Baujahr 1976 nicht mehr so ganz jung, bin ich im Herzen der Republik, in Anhalt aufgewachsen.Mit 19 Jahren zog es mich nach Baden-Württemberg. Aufgewachsen mit Heavy Metal á la Metallica, Slayer und Kreator etc., pubertierte ich mit dem Punk bis ich dann mit dem New York Hardcore erwachsen wurde. Es gilt: “Ob Metal oder Punk, in deutsch oder englisch, Hauptsache mir gefällt´s.
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