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BoigruB im Interview – Teil 2

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VRR: Entstand euer Name aufgrund der Tatsache, das ihr 3 Kerle seid?

TOOOB: Nee, wegen unserer verkümmerten Genitalien.

SALMI: Die Band wurde 1996 als ziemlich rumpelige, schrammelige Assel Punkband gegründet, welche damals ihre Proben in meinem Kinderzimmer abhielt. Die 90er waren, wie wir alle wissen, die Blütezeit der Boygroups à la Take That, Caught In The Act und den Backstreet Boys. Damals, als junger, pubertierender Punker Rüpel war ich natürlich unglaublich angepisst von dieser Welle. Man konnte sich dem ja gar nicht entziehen und schon gar nicht, wenn man eine gleichaltrige Schwester hatte und nicht zufällig in einer rein männlich besetzten Schulklasse war. Wir waren damals wirklich dreckig, hässlich und laut und wollten auch dreckig, hässlich und laut sein, da lag dann der Name BOYGRUB (das war die 1. Schreibweise) als Gegenoffensive sehr nahe.

VRR: Wann denkt ihr könnte es wieder normale Konzerte geben, so kuschelig wie vor 03/2020?

TOOOB: Ich denke, dies ist uns genauso unbekannt, wie allen Anderen auch.

SALMI: Ich bin allerdings guter Dinge, dass es im Herbst wieder läuft. Wir hoffen das Beste. Besonders für die Veranstaltung und die Location.

VRR: Wo wollt ihr gerne einmal auftreten?

MARC: Ich hoffe in einem Keller voller Schimmel. Dies ist gut für die Instrumente.

Nein, ich denke, es gibt genügend geile Locations. Da ist es wirklich schwer, einen Favoriten zu finden.

SALMI: Wenn Corona nicht gekommen wäre, hätte ich letztes Jahr mit meiner, nunmehr aufgelösten Psychobillyband, THE RUSTY ROBOTS, eine Tour in Mexiko gespielt. Überhaupt bin ich großer Fan von Auslandstouren und -gigs. Mit meinen ehemaligen Bands war ich schon in Russland, Rumänien, Griechenland, Slowenien, Serbien, Polen, Ungarn, England, Frankreich, Spanien, Bulgarien, Ukraine unterwegs und ich liebe das Kennenlernen anderer Länder, und besonders das Schlafen bei den Leuten daheim. Meine Güte, was ich da schon für Abenteuer erlebt habe. Das hätte ich auch sehr gerne mit BOIGRUB, aber da Deutsch eine recht unattraktive Sprache ist und englischsprachige Bands viel bessere Chancen und einen viel größeren Fan-Radius haben, befürchte ich, dass uns das Ausland etwas vorenthalten bleibt. Allerdings hatte ich aus genau diesem Grund schon oft darüber nachgedacht, von all unseren Songs auch englische Versionen aufzunehmen, was wir sogar schon mit zwei Liedern taten.

Die Größe der Location bzw. der Ort spielt überhaupt keine Rolle. Wenn es auf Tante Renates Gartengrillparty ähnlich gut abgeht, wie auf einem “Rebellion Festival” oder “Ruhrpott Rodeo”, dann spielen wir dort ebenso gerne und genauso gut.

VRR: Wenn ihr euch zum Proben verabredet, bleibt es dann auch beim Proben? Kam es schon mal vor, dass ihr am Ende einfach nur zusammen saßt und philosophiert habt?

TOOOB: Nein, wir sind wirklich sehr diszipliniert, wir haben halt einfach Bock. Meistens wird nur kurz alles bequatscht und losgelegt. So entstehen unsere Gespräche meistens während der Probe durch Alltagsparallelen oder Blödeleien. Klar, trinken wir auch Bier, aber das ist nicht unsere Hauptmotivation.

SALMI: Naja, zu philosophischen Ergüssen kam es bisher noch nicht so oft und auch Sinnesfragen wie “Woher kommen wir, wohin gehen wir und warum sind wir?” fliegen seltener in die Runde, als die Frage, ob noch jemand ‘n Bier will. Da wir unsere Raucherpausen am Tisch in meinem Garten abhalten, versacken wir dort natürlich auch ganz gerne mal.

BoigruB im Interview – Teil 1

Melissa Müller
Melissa Müller
Über mich: 24 Jahre jung und Herzblut-Ossi, auch als Nachwende-Kind. 2009 durch Frei.Wild endgültig mit dem Deutschrockfieber infiziert. So sieht man mich heute regelmäßig auf Konzerten oder Festivals, zumeist bei kleineren Bands (Kneipenbands, wie ich sie liebevoll nenne) in der ersten Reihe. Mein persönliches Lebensmotto „Der Osten rockt, denn ich leb nur einmal“.
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