Zwischen Vollgas und Stromgitarren: TonRausch im Interview
Manchmal hört man eine Band und denkt sich ziemlich schnell: Ja, das passt. Bei TonRausch geht es genau um dieses Gefühl. Ehrlicher Rock, ordentlich Energie und Songs, die nicht erst dreimal um die Ecke müssen, bevor sie im Kopf hängen bleiben. Dazu kommen Musiker, die hörbar Spaß an dem haben, was sie tun und genau das macht am Ende den Unterschied. Wir haben mit TonRausch über ihre Musik, ihre Pläne, die Geschichten hinter den Songs gesprochen. Und natürlich darüber, was sie eigentlich antreibt, immer weiterzumachen. Ein Gespräch über Rock ’n’ Roll, Leidenschaft und die kleinen und großen Momente, die dazugehören, wenn man seine Musik nach draußen trägt.
VRR: Wie hat sich TonRausch seit der Gründung verändert?
TonRausch: Während der Pandemie verließ der damalige Sänger die Band und Ben trat auf den Plan. Stilistisch ändert sich von Song zu Song eigentlich auch bis heute immer noch viel. Dadurch, dass jedes Bandmitglied seine kreativen Ideen mit einbringt, ist es ein ständiger, andauernder Prozess. Und was unsere Produktionsqualität angeht, haben wir unserer Meinung nach einige große Schritte gemacht. Besonders freuen wir uns auch über die Rückmeldung einiger Menschen, die uns schon seit Beginn an live gesehen haben und sagen, dass unsere Live-Performance stetig stärker und professioneller wird.
VRR: Worauf seid ihr als Band heute am meisten stolz?
TonRausch: Wir haben es in kurzer Zeit geschafft, von der Szene wahrgenommen zu werden. Das macht uns natürlich ein bisschen stolz. Aber das Schönste ist nach jedem Gig das Feedback der Menschen, wenn man bei einem Kaltgetränk zusammensteht. Diese „Ich hatte euch gar nicht auf dem Schirm, aber…“-Aussagen. Oder wenn wir über die sozialen Medien Nachrichten bekommen, dass einer unserer Songs den Leuten Mut oder Kraft gegeben hat. Das fühlt sich dann so an, als hätte man irgendetwas richtig gemacht.
Zeit für ein neues Album?

VRR: Wird es bald ein neues Album geben?
TonRausch: Vielleicht. Tatsächlich haben wir schon so viel neues Material und sind bereits dabei, die ersten Spuren einzuspielen. Ob die neuen Babys tatsächlich gebündelt in einem Album veröffentlich werden oder wir es, wie bei der letzten EP der Fall war, die Songs in regelmäßigen Abständen einzeln unters Volk bringen, darüber machen wir uns gerade noch Gedanken.
VRR: Was können eure Fans von einem neuen Album erwarten?
TonRausch: Es wird auf jeden Fall ein kleines bisschen rougher als bei LIEBE UND MUSIK. Von unterschiedlichen Nuancen geprägt und musikalisch vielschichtig aufgestellt. Lasst euch überraschen.
VRR: Wie entsteht bei euch ein neuer Song?
TonRausch: Da gibt es nicht den einen Weg bei uns. Häufig bringt Nils eine Demo mit, welche er musikalisch schon gut vorbereitet hat. Einen Großteil der Texte schreibt Ben, sodass er dann damit Schwanger geht und schaut, was die Musik mit ihm macht und in der Folge dann die Lyrics erarbeitet. Es kommt aber auch regelmäßig vor, dass irgendwer eine Idee hat, ein Riff, eine Harmoniefolge, ein Thema mitbringt. Dann setzen wir uns zusammen daran und erarbeiten uns den Song gemeinsam.
Verrückte Erlebnisse und persönliche Worte
VRR: Was macht Tonrausch als Band besonders?
TonRausch: Dass wir in erster Linie Freunde, eine kleine Familie sind, die zusammen auch Musik machen. Es gibt keinen Leitwolf, der sagt, wir machen das jetzt so und so. Wobei das manchmal wahrscheinlich zielführender sein könnte. Wir genießen die Momente auf der Bühne, aber auch die gemeinsame Zeit im Proberaum, wo wir zusammen kreativ sind oder auch einfach mal nur dummes Zeug schnacken.
VRR: Was war euer bislang verrücktestes Live-Erlebnis?
TonRausch: Wir sind einmal mit der gesamten Crew aus dem Backstage-Bereich eines Festivals geschmissen worden. Das war eine Verkettung von vielen Missverständnissen und so richtig konnten wir auch gar nichts dafür, trotzdem unendlich peinlich und verrückt. Der Gig selbst war aber geil.

VRR: Wer sorgt bei euch unterwegs für die beste Stimmung?
TonRausch: Ganz klar Peter.
VRR: Mit welcher Band würdet ihr gerne einmal gemeinsam auf der Bühne stehen?
TonRausch: Wie oben bereits erwähnt, ticken wir alle irgendwie gleich, sind aber auch extrem unterschiedlich, was unsere musikalischen Geschmäcker angeht. Darum hat hier jeder einen anderen Favoriten auf Eure Frage. Ben: Focus., Daniel: Sondaschule, Peter: Frei.Wild, Nils: Böhse Onkelz und Otti: Kärbholz.
VRR: Zum Abschluss, was möchtet ihr euren Fans mit auf den Weg geben?
TonRausch: Vielen vielen Dank für euren Support. Für jeden, der sich insbesondere bei unseren noch häufig sehr frühen Slots vor die Bühne stellt und mit uns feiert. Für die vielen lieben Worte nach den Gigs und Veröffentlichungen. Für die geilen Gespräche am Merch oder am Tresen. Wir haben das Gefühl jetzt schon so viel Liebe zu bekommen und werden versuchen, euch mindestens genauso viel zurückzugeben.
Vielen Dank für eure Zeit. Nach diesem Gespräch bleibt vor allem eines hängen: Bei TonRausch ist noch lange nicht Schluss. Da ist noch ordentlich Energie im Tank, jede Menge Lust auf neue Musik und vor allem der Wille, den eigenen Weg weiterzugehen. Und genau das wollen wir hören. Wir bleiben auf jeden Fall dran und ihr solltet das auch tun.
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