Band die nichts erreichen – und schuld sind doch sowieso immer die anderen

Kaum läuft einmal etwas nicht so, wie man es sich vorgestellt hat, ist der Schuldige schnell gefunden. Das ist bei Bands so, bei Veranstaltern und irgendwie auch bei uns, den Fans. Die Veranstalter buchen angeblich immer nur dieselben großen Banger. Die Bands beschweren sich darüber, dass sie keine Chancen bekommen. Und die Fans wünschen sich zwar mehr Abwechslung, kaufen am Ende aber doch wieder Tickets für die bekannten Headliner. Jeder zeigt auf den anderen, aber kaum einer fragt sich, ob das Ganze vielleicht einfach etwas komplizierter, aber doch auch sehr einfach zu lösen ist.

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Angebot und Nachfrage

Wer heute durchs Internet oder durch Social Media scrollt, stößt ständig auf neue Festivals und neue Künstler, die aus dem Boden sprießen. Gefühlt gibt es überall Möglichkeiten. Aber wer entscheidet eigentlich, welche Band auf einem Festival spielen darf und welche nicht? Welche Band hat das gewisse Etwas? Welche zieht am Ende wirklich Leute vor die Bühne? Und welcher Veranstalter traut sich überhaupt noch, einer kleinen Band eine Chance zu geben? Erinnert ihr euch noch an den Unterricht in der Schule? Angebot und Nachfrage. Eigentlich ein ganz einfaches Prinzip. Wo Nachfrage ist, gibt es auch ein Angebot. Aber funktioniert das in der Musikbranche überhaupt noch so?

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Eigeninitiative und fehlende Chancen

Natürlich haben auch viele Bands ihren Anteil daran. Wer nichts macht, stumm in der Ecke sitzt, gepflegt die Eier schaukelt und einfach nur darauf wartet, entdeckt zu werden, wird auch in 100 Jahren noch in der gleichen Ecke vor sich hin schimmeln. Erfolg kommt schließlich nicht von Himmel. Auf der anderen Seite gibt es aber genauso viele Bands, die sich den Arsch aufreißen, jede Menge Geld investieren, unzählige Kilometer fahren und trotzdem kaum eine Chance bekommen, überhaupt gehört zu werden. Kurze Frage am Rande: Wo liegt da das Problem?

Die Antwort ist der Teufel Reichweite. Sind wir doch ehrlich, wie oft schlägt Spotify immer wieder dieselben Künstler vor? Wie oft landen die gleichen Songs in den großen Playlists? Und wie oft setzen Festivals Jahr für Jahr auf dieselben großen Namen in der Szene, weil sie eben Sicherheit versprechen? Neue Bands sollen sich beweisen, bekommen aber oft gar nicht erst die Möglichkeit dazu. Am Ende dreht sich alles im Kreis. Ohne Reichweite keine Auftritte, ohne Auftritte keine Reichweite. Solange jeder nur dem anderen die Schuld gibt, wird sich daran wahrscheinlich auch nichts ändern.

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Wo bleibt die Gerechtigkeit?

Was ist denn nun eigentlich gerecht und was ungerecht? Wenn Bands irgendwo im Nirvana rumhampeln und heutzutage nicht auch über Social Media abliefern, wie sollen sie da überhaupt entdeckt werden? Wiederum müssen wir Fans uns auch an die eigene Nase fassen. Wie oft geben wir neuen Bands wirklich eine Chance? Wie oft hören wir uns einfach einmal eine unbekannte Band an? Ganz ehrlich, viel zu selten. Auf den Festivals schaut man sich immer nur die gleichen bekannten Namen an. Alles andere wird häufig ignoriert. Man kennt die ja nicht, also wieso den Weg auf das Infield machen, wenn man gemütlich mit anderen Bier trinken kann. Eine schwierige Situation aus allen Richtungen, und zwar für alle Beteiligten.

Ich (Mali) bin der Meinung, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann. Prozentual gesehen liegt die größte Verantwortung für mich aber bei den Bands selbst. Wenn sie weder auf der Bühne noch auf Social Media liefern, wird es schwer, Aufmerksamkeit zu bekommen. Gleichzeitig dürfen Veranstalter ruhig auch etwas mutiger sein und neuen Bands eine Chance geben. Und wir Fans? Vielleicht sollten wir einfach öfter über den Tellerrand schauen und nicht immer nur zu den großen Headlinern rennen. Denn nur wenn alle ein bisschen mitziehen, kann sich an diesem Kreislauf wirklich etwas ändern.

Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redaktion

Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.

Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.

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