Impericon Festival 2026 – Komplettabriss am heißesten Wochenende des Jahres
Am vergangenen Wochenende ließen nicht nur die Wetterprognosen auf ein heißes Wochenende schließen. Auch das diesjährige Line-up vom Impericon Festival versprach ein Wochenende, dass die Besucher ordentlich ins Schwitzen bringen sollte. Mit internationalen Acts auf zwei Bühnen, Autogrammstunden, Gewinnspielen, einem Ninja Parcours, jeder Menge Merch und Erdbeerbowle wartete das Impericon Festival in diesem Jahr auf. Breits am Donnerstag startete die ausverkaufte Warm-up-Party. Mit Live-Musik von thrown, House of Protection, Ocean Sleeper, HALF ME, The Narrator und LETTERS SENT wurde schon die Nacht zum Tag gemacht.
Freitag – Feuer, Circle Pits und Autogramme
Am Freitag öffneten sich dann Punkt 13 Uhr die Tore der Neuen Messe Halle 1 in Leipzig, um den Besuchern zwei Tage mit purer musikalischer Lebensfreude zu bescheren. Ohne Umschweife startete um 13.45 Uhr GET THE SHOOT auf der Wildcat Stage, bevor GUTALAX nach nur fünf Minuten Pause auf der Monster Stage übernahm. Während sich im Freien die Temperaturen bereits der 40 Grad Marke näherten, füllte sich die klimatisierte Halle zunehmend. Mit je knapp 30 Minuten Spielzeit folgten nach nur kurzen Verschnaufpausen TSS und im Anschluss Distant, die ordentlich Bewegung ins Publikum brachte. Ohne Umschweife ging es dann direkt weiter mit The Pretty Wild, die mit einem Schwesternduo am Mikrofon ab der ersten Minute Vollgas mit dem Publikum gaben. Nevertel und Boundaries forderten bei ihren Auftritten Bewegung vom Publikum, sei es in Form von Circle Pits oder Crowdsurfing. Wer sich zwischendrin ein Autogramm bei den geplanten Autogrammstunden in Halle 3 holen wollte, musste schnell sein, denn die Schlangen waren lang und man musste sich durchaus auch entscheiden, ob man vor der Bühne feiern, oder einmal seine Lieblingsmusiker ganz nah erleben wollte.
Aufgrund der warmen Außentemperaturen wurde immer wieder darauf aufmerksam gemacht, alle zugänglichen Trinkwasserstellen aufzusuchen. Erlaubt und sogar ausdrücklich erwünscht waren in diesem Jahr faltbare Trinkflaschen und Handventilatoren. Kurzerhand wurde im Innenhof zwischen Halle 1 und Halle 3 sogar eine Regenanlage installiert, wo sich die Besucher zwischendurch abkühlen konnten. Für weniger Abkühlung sorgte hingegen die Ankündigung des ersten Headliners für das Impericon Festival 2027. Lorna Shore kündigte sich mittels eines Videos für das kommende Jahr an und sorgte so kurzerhand für den beinahe rekordverdächtigen Ausverkauf der Eary Lion Tickets.
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Grande Finale am ersten Festivaltag
Die Berliner Band FUTURE PALACE brachte dann mit Sängerin Maria Lessing etwas melodische Frauenpower ins Programm, allerdings nicht weniger kraftvoll. Die US-amerikanische Band Catch Your Breath aus Texas hat zwar bisher erst ein Album veröffentlicht, verfügt aber über ein großes Repertoire von Singles und konnte so 40 Minuten lang die Besucher vor der Wildcat Stage begeistern, bevor es Zeit für den Auftritt von We Came As Romans war. Bloodywood aus Indien zeigte, dass man klassische Instrumente aus Indien durchaus gut mit Metal und Hardcore mischen kann und sorgte so für tosenden Beifall in der Halle. Der drittletzte Act des Abends war Black Veil Brides aus Cincinnati. Bereits jetzt war die Halle mehr als nur gut gefüllt, denn als vorletzter Act gab sich BABYMETAL im Anschluss die Ehre. Mit viel Feuer, einer abgestimmten Choreografie und ordentlich Power zeigten die Japanerinnen, dass sie einen Platz in der Metal Szene mehr als verdient haben. Die letzte Headlinerband des Abends auf der Monster Stage war die aus England stammende Band Architects, nach deren Auftritt man in viele zufriedene, verschwitzte und definitiv glückliche Gesichter schauen konnte.
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Samstag – Temperaturen am Siedepunkt
Noch immer überwältigt vom Vortag pilgerten die Freunde der härteren Musik bereits am Vormittag wieder in die Neue Messe Halle 1. Heute sollte es schon um 11 Uhr losgehen und man hatte die vage Hoffnung, dass es in der Halle etwas kühler sein könnte als im Freien. Um 11.50 Uhr eröffnete Escape The Madness den Tag, direkt gefolgt von SAVIOURSELF. Die Dänen von CABAL sorgten für ordentlich Bewegung im Publikum. MENTAL CRUELTY aus Karlsruhe schmetterte der Crowd eine gute Portion Death Metal um die Ohren, bevor Siamese aus Kopenhagen mit Alternative Rock übernahm.
Musikalische Verschnaufpausen suchte man auch an diesem Tag vergeblich. Allerdings erwartet das auch niemand beim Impericon Festival. Hier heißt es dauerhaft: Vollgas! Nicht zuletzt wird das Impericon Festival wegen seiner erlesenen Auswahl von Bands und Musikstilen von den Besuchern geschätzt. Darum wurde es dann auch Zeit für den Auftritt von Montreal. Auch wenn es sich hier nicht um eine Metal-Band handelt, so zog die Hamburger Punkrock-Band einen großen Teil der Besucher vor die Bühne. Besonders der Dank an die Mitarbeiter vom Schwenkgrill auf dem Innenhof wird so schnell wohl nicht in Vergessenheit geraten. The Browning verlangte dem Publikum alles ab und verwandelte die Messehalle in eine riesige Party, bei der es schließlich niemanden mehr auf dem Sitz hielt, was unter anderem auch dem Cover des Songs „Blue“ von Eiffel 65 zu verdanken war. Beim Auftritt von I Killed the Prom Queen wurde es vor der Bühne dann nochmal kuschelig.
Sportprogramm und Störungen im öffentlichen Nahverkehr
Dying Wish überzeugte mit einer Mischung aus Hardcore und Metalcore und zog noch einmal ordentlich Publikum vor der Bühne. 100 Kilo Herz hatte beim Impericon Festival in diesem Jahr Heimspiel. Die Leipziger gaben klar an, dass bei ihren Auftritten alle Menschen willkommen sind, egal woher, mit welcher Hautfarbe, Religion oder welchen Geschlechts. Mit diesen Aussagen traf sie unter Beifall einen Nerv der aktuellen Politik und Weltbildes. Ebenso dankten die Musiker den Menschen, die für die Gesundheit der Anwesenden sorgen, nicht nur generell, sondern auch explizit an diesem Wochenende bei den Temperaturen über 40 Grad auf dem Festival.
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In der Zwischenzeit leuchtete zwischen den Auftritten der Bands auf der Videoleinwand die Warnung auf, dass es eine Störung des öffentlichen Nahverkehrs gab und keine Bahnen bis in die Nacht fahren sollten. Hier zeigten sich die Konsequenzen des bisher heißesten Tags des Jahres. Dies tat der Stimmung allerdings keinen Abbruch, denn es warteten an diesem Tag noch einige musikalische Leckerbissen auf die feierfreudigen Besucher. Sleep Theory spielte an diesem Wochenende ihr zweites Festival in Deutschland und legte einen denkwürdigen Auftritt hin. Mit der Coverversion des Songs „Bye, Bye, Bye“ von *NSYNC konnte sie das Publikum im Sturm erobern. Insgesamt etwas ruhiger wurde es beim Auftritt von The Menzingers, die dem Publikum feinsten amerikanischen Punkrock präsentierten.
Der größte Circle Pit des Wochenendes und ein wirklicher Exot
Mit Lionheart war dann das Sportprogramm für Security und Publikum perfekt. Nachdem fast alle Bands zum Crowdsurfen aufgerufen hatten, zogen die Amerikaner nach und konnten sich wohl nicht nur den Titel für die meisten Crowdsurfer des Wochenendes sichern, sondern auch das Publikum auch zum größten Circle Pit bewegen. Dieser zog sich durch die komplette Halle und sorgte sogar bei der Band selbst für Staunen. Auch der Gastauftritt von „Little Richard“ wird noch lange im Gedächtnis bleiben. Bekannt witzig, selbstironisch und mit liebevollen Beleidigungen ans Publikum gab sich Mehnersmoos aus Frankfurt. Das Hip-Hop Duo war der wirkliche Exot zwischen den Metal- Rock und Punkbands, lieferte aber einen Auftritt ab, der noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Heiß wurde es dann wieder beim vorletzten Auftritt des Tages: LANDMVRKS ist nicht nur bühnenerfahren, sondern auch ein gern gesehener Gast beim Impericon Festival. Mit ihrem diesjährigen Auftritt zeigte sie erneut, dass sie mit ihrer Musik auf die Bühne gehören und warum sie eine so große Fangemeinde hat.
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Rise Against wurde bereits bei der Auflage des Impericon Festiavls 2025 als Headliner angekündigt und war der Auftritt, auf den man sehnsüchtig gewartet hatte. Nun hatte das Warten endlich ein Ende und die nunmehr volle Messehalle sollte definitiv nicht enttäuscht werden. Stimmgewaltig und mit musikalischer Souveränität zeigte sich die Band und begeisterte die Anwesenden bis zur letzten Minute. Verschwitzt und voller Endorphine feierte man den Auftritt und genoss die letzten Momente eines großartigen Festivals, bevor dann die Lichter erloschen und man realisieren musste, dass auch das schönste Festival irgendwann ein Ende hat. Allerdings nicht ohne die Gewissheit, dass es im nächsten Jahr eine weitere Auflage geben wird und dann wieder ein großartiges Line-up, eine fantastische Organisation mit vielen Helfern und viel Liebe zum Detail auf die Besucher in der Messehalle warten wird. Wir freuen uns schon darauf.
Für die Bildergalerie von diesem Abend, folgt uns HIER entlang:
Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:
Julia, für immer 30,5 Jahre alt, aus Kassel. 2018 aus Liebe zur Musik und der Lust zum Schreiben zu VRR gekommen, um ihre überschüssige Energie und Kreativität und schlagfertige Ausdrucksweise auf Papier zu bringen. Nachdem sie einmal versehentlich zur Kamera griff, legt sie diese kaum noch aus der Hand. Sie und ihre Nikon trotzen Wind & Wetter, um das perfekte Bild einzufangen.







