Toxfest 2025: zwei Tage Wahnsinn im Wunderland Kalkar

Am 1. und 2. August verwandelte sich das Wunderland Kalkar in einen Schmelztiegel aus Musik, Emotionen, Regenjacken und richtig guter Laune, denn es war wieder Toxfest. Gastgeber war niemand Geringeres als Neurotox, die nicht nur zum Festival einluden, sondern obendrein den Release ihres neuen Albums KÖNIGE DER NACHT mit ihren Fans feierten. Und das auf eine Weise, die so ursprünglich vielleicht nicht geplant war, aber ganz sicher nicht besser hätte laufen können.

Was als lauter Konzertabend am Freitag geplant war, wurde kurzerhand zum intensiven und intimen Akustik-Abend auf dem Campingplatz. Der Wettergott war leider offensichtlich auf einem anderen Festival gebucht und schickte Wind und Regen. Aber davon ließ sich niemand der Meute entmutigen, denn was folgte, war kein gewöhnlicher Abend: Zwei Akustik-Gitarren, ein Koffer voller Geschichten, 100 Liter Freibier und Neurotox in Bestform. Statt lautem Geknüppel gab es feine Töne, ehrliche Worte und jede Menge Lieder direkt aus dem Herzen. Gemeinsam mit dem Publikum wurde KÖNIGE DER NACHT zelebriert – ein Abend zum Anstoßen, Mitsingen, Lachen, Erinnern. Kein Krawall, aber trotzdem mächtig laut im Herzen.

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Samstag: Musik, Matsch und magische Momente

Der Samstag startete mit grauem Himmel, aber dafür umso bunterem Line-Up. Ab 13:30 Uhr trudelten die Besucher aufs Gelände. Regenjacke? Check. Gute Laune? Doppelt-Check. Glücklicherweise sollte das Toxfest in diesem Jahr Indoor stattfinden, weshalb das trübe Wetter den Gästen nicht die Laune vermieste. Um 15:00 Uhr ging es los: Coma Tales, die Eröffnungsband hatte die undankbare Aufgabe, den Laden bei Wind und Regen auf Betriebstemperatur zu bringen und sie lieferten ab. Druckvolle Gitarren, klare Ansagen, ein Sound, der wachrüttelte. Für viele war es die erste Begegnung mit Coma Tales und sicher nicht die letzte. Direkt im Anschluss gab es Dark Rock mit Haltung und Charakter. Black Sapphire lieferten eine Performance zwischen Melancholie und Feuer, klangen stellenweise fast poetisch, dann wieder rotzig und roh. Eine Band, die weiß, wann man laut sein muss und wann es reicht, einfach präsent zu sein.

Mit einem gepflegten Kasten Ruhrpott-Humor, einer Prise Wahnsinn und jeder Menge Spielfreude brachten Hörsturz Moers Leben in die Halle. Witzige Ansagen, eingängige Songs und ein sympathischer Auftritt machten deutlich, dass die Jungs richtig Bock hatten. Und das Publikum? Auch. Rebellion trifft Schunkelstimmung, Punkrock küsst Schlagerseligkeit. Rebell Tell waren der absolute Überraschungshit des Abends. Mit Hits, die zwischen Augenzwinkern und Partyrausch pendeln, schafften sie das, woran viele scheitern: alle mitzunehmen. Vom harten Szenehasen bis zum Tanzbein-Schwinger, niemand stand still. Ihre Show war bunt, charmant, rotzig und vor allem: echt. Man konnte gar nicht anders, als sich hineinzuschmeißen.

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Wucht, Nähe, Ehrlichkeit, das sind WILLKUER. Sobald sie die Bühne betraten, war klar: Jetzt wird’s nochmal richtig ernst. Eine Band wie ein Familienbesuch, nur mit mehr Gitarren und weniger Smalltalk. Sie schafften es, die Energie im Raum zu bündeln und in eine mitreißende Show zu verwandeln. Zwischen harten Riffs und warmen Worten wurde hier klar: WILLKUER ist keine Band, die man nur hört, man fühlt sie.

Könige des Abends

Zum Schluss gaben sich die Hausherren selbst die Ehre. Neurotox betraten die Bühne. Die Setlist war ein wilder Ritt durch alte Klassiker und brandneue Songs, jeder einzelne wurde gefeiert wie ein Hit. Neurotox lebt Nähe, kein künstliches Rockstar-Gehabe, sondern echte Dankbarkeit. Der absolute Höhepunkt kam mit dem Song „Für Dich“, als Marcel Hä als Überraschungsgast die Bühne betrat. Gemeinsam performten sie ein Duett, das den Raum in eine kollektive Gänsehaut-Zone verwandelte. Zwischen leuchtenden Augen, erhobenen Armen, in dem klar wurde: Hier ging es nicht nur um Musik, sondern um Zusammenhalt, Freundschaft und dieses unbeschreibliche Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Zum Abschluss ließen Neurotox es noch einmal richtig krachen und verabschiedeten sich mit einer geballten Ladung Punkrock, die alle Anwesenden erschöpft, aber glücklich zurückließ. Ein gebührender Abschluss für ein Festival, das man so schnell nicht vergessen wird.

Das Toxfest 2025 war alles nur nicht gewöhnlich. Zwischen Regen und Rock, Freibier, Intimität und Eskalation wurde klar: Es geht nicht um das perfekte Wetter oder den perfekten Ablauf. Es geht um Musik, Gemeinschaft und die ganz großen kleinen Momente. Danke Neurotox für ein Wochenende, das bleibt.

Zu unserer ausgiebigen Bildergalerie vom Toxfest kommt ihr HIER entlang:

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Redaktionell verantwortlich für diesen Artikel:

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Crew | Redaktion

Schon als kleiner Stöpsel bin ich mit deutscher Rockmusik groß geworden. Die Böhsen Onkelz waren selbst in der fünften Klasse schon Pflichtprogramm. Eine kurze Abschweifung in ein anderes Genre hat mich trotzdem wieder sehr schnell auf die richtige Bahn gebracht.

Kurze Zeit später fanden auch Musikrichtungen wie Punkrock, Metal oder Alternativrock ihren Weg zu mir. Ich bin offen für Neues aber meiner Linie werde ich auf ewig treu bleiben.